
Steigende Wohnkosten, fehlende bezahlbare Wohnungen und geringe finanzielle Reserven belasten einen erheblichen Teil der Mieterinnen und Mieter in Deutschland. Nach dem neuen Mietenreport 2026 des Deutschen Mieterbundes machen sich 29 Prozent große oder sehr große Sorgen, ihre Miete künftig nicht mehr bezahlen zu können. Zugleich berichtet mehr als die Hälfte der Befragten von höheren Wohnkosten innerhalb eines Jahres.
Für den Bericht ließ der Mieterbund bundesweit 1.021 Mieterinnen und Mieter befragen. Die repräsentative Erhebung fand zwischen Ende Juni und Anfang Juli statt. Ergänzt wurden die Ergebnisse durch amtliche Statistiken und wissenschaftliche Untersuchungen zur Lage auf dem Wohnungsmarkt.
Die Befragung zeigt dabei verschiedene Formen der Unsicherheit. Während sich 29 Prozent Sorgen um die künftige Bezahlbarkeit ihrer Miete machen, fürchten zwölf Prozent, ihre derzeitige Wohnung durch Eigenbedarf oder eine Kündigung verlieren zu können. Noch deutlich größer ist die Sorge vor einem notwendigen Wohnungswechsel: Jeder zweite Befragte befürchtet, im Bedarfsfall keine bezahlbare Ersatzwohnung zu finden.
Besonders verbreitet ist der Eindruck steigender Belastungen. 58 Prozent der befragten Mieter geben an, dass ihre Miete oder ihre Nebenkosten in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen seien. Fast die Hälfte macht sich zudem große oder sehr große Sorgen über weiter steigende Nebenkosten.
Die höheren Ausgaben für das Wohnen wirken sich bei vielen Betroffenen auf andere Teile des Haushaltsbudgets aus. Von den Befragten mit gestiegenen Wohnkosten erklärten 52 Prozent, weniger Geld für Rücklagen oder die Altersvorsorge zur Verfügung zu haben. 49 Prozent schränkten Ausgaben für Urlaub, Kultur oder Freizeit ein, 46 Prozent bei Kleidung, Möbeln oder Haushaltsgeräten.
Auch grundlegende Ausgaben sind betroffen. Ein Viertel dieser Gruppe gab an, wegen gestiegener Wohnkosten bei gesunden Lebensmitteln gespart zu haben. 15 Prozent nannten Einsparungen bei Gesundheitsausgaben, beispielsweise für Medikamente oder Zahnersatz.
Hinzu kommt eine teilweise geringe finanzielle Reserve. 28 Prozent der Mieter erklärten, bei einem plötzlichen Rückgang ihres Haushaltseinkommens um etwa 40 Prozent ihre Wohnkosten höchstens noch drei Monate tragen zu können. Zehn Prozent könnten dies demnach weniger als einen Monat lang.
Der Mietenreport 2026 greift außerdem eine Berechnung des Pestel-Instituts auf. Danach fehlten in Deutschland Ende 2024 rund 1,4 Millionen Wohnungen. Die Zahl ist keine amtliche Erhebung eines aktuellen Wohnungsbestandsdefizits, sondern das Ergebnis einer Untersuchung für das Verbändebündnis Soziales Wohnen, dem auch der Deutsche Mieterbund angehört.
Die Untersuchung berücksichtigt dabei nicht allein die Gesamtzahl vorhandener Wohnungen, sondern den regionalen Bedarf und die Verfügbarkeit geeigneten Wohnraums. Selbst wenn nach Annahme der Untersuchung ein erheblicher Teil langfristig leer stehender Wohnungen wieder genutzt werden könnte, bliebe demnach ein Defizit von rund 790.000 Wohnungen.
Dass der Neubau zuletzt deutlich zurückgegangen ist, lässt sich mit amtlichen Zahlen belegen. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 18 Prozent weniger als im Vorjahr und der niedrigste Wert seit 2012. Zum Vergleich: In den Jahren 2021 bis 2023 wurden jeweils rund 294.000 bis 295.000 Wohnungen fertiggestellt.
Bei den Baugenehmigungen gab es 2025 dagegen erstmals seit mehreren Jahren wieder eine Verbesserung. Rund 238.500 Wohnungen wurden genehmigt, 10,8 Prozent mehr als 2024. Wegen der langen Zeit zwischen Genehmigung und Fertigstellung bedeutet ein Anstieg der Genehmigungen allerdings nicht unmittelbar mehr bezugsfertige Wohnungen. Bei den 2025 fertiggestellten Neubauten lagen zwischen Genehmigung und Abschluss durchschnittlich 27 Monate.
Die Entwicklung trifft Deutschland auch deshalb stark, weil Wohnen zur Miete hier eine besonders große Rolle spielt. 52,8 Prozent der Bevölkerung lebten 2025 zur Miete. Damit hatte Deutschland weiterhin die höchste Mietquote innerhalb der Europäischen Union.
Amtliche Daten bestätigen zugleich eine hohe Belastung durch Wohnkosten. 2025 lebten 11,2 Prozent der Bevölkerung in Haushalten, die mehr als 40 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für das Wohnen aufbringen mussten. Im Durchschnitt der Europäischen Union lag dieser Anteil bei 7,7 Prozent.
Unter Menschen mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle war die Belastung wesentlich höher. 35 Prozent dieser Gruppe verwendeten mehr als 40 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Wohnkosten. Dabei werden neben Mieten unter anderem Energie, Wasser und weitere wohnungsbezogene Kosten berücksichtigt.
Ein weiterer Teil der Debatte betrifft den sozialen Wohnungsbau. Ende 2025 gab es bundesweit rund 1,03 Millionen Sozialmietwohnungen. Zugleich wurden im vergangenen Jahr 27.283 Wohnungen im sozialen Mietwohnungsneubau neu gefördert. Nach Angaben der Bundesregierung könnten in den kommenden Jahren jährlich rund 55.000 bestehende Sozialmietwohnungen aus ihrer Bindung fallen.
Der Bund hat seine Förderung für den sozialen Wohnungsbau ausgeweitet. Für die Programmjahre 2026 und 2027 sind zusammen neun Milliarden Euro Bundesmittel vorgesehen. Die Verantwortung für die konkrete Ausgestaltung und Vergabe der Wohnraumförderung liegt bei den Ländern.
Parallel dazu beschäftigt sich der Bundestag mit Änderungen des Mietrechts. Zu den geplanten Regelungen gehören Vorgaben für möblierte Wohnungen und Kurzzeitmietverträge sowie ein stärkerer Schutz bei Indexmieten und Mietrückständen. Der Deutsche Mieterbund hält diese Schritte grundsätzlich für notwendig, fordert jedoch weitergehende Begrenzungen von Mietsteigerungen und einen stärkeren Ausbau dauerhaft preisgebundenen Wohnraums.
Der Mietenreport 2026 macht vor allem deutlich, dass Wohnungsknappheit und steigende Kosten inzwischen miteinander verbunden sind. Die 29 Prozent, die sich Sorgen um die künftige Zahlung ihrer Miete machen, entsprechen dabei keiner Prognose über tatsächliche Zahlungsausfälle. Sie zeigen die subjektive finanzielle Unsicherheit unter Mietern. Gleichzeitig belegen Bauzahlen, Wohnkostenstatistiken und der niedrige Bestand an Sozialwohnungen, dass der Druck auf Teilen des deutschen Wohnungsmarkts weiterhin hoch ist.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu