Moderna-Aktie stürzt trotz positiver Krebsstudie ab

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Moderna-Aktie ist am Donnerstag (22. Oktober 2026) an der US-Börse zeitweise um mehr als 20 Prozent eingebrochen. Auslöser waren vorzeitig veröffentlichte Studiendaten zu einem neuartigen Krebsimpfstoff, den das Biotechnologieunternehmen gemeinsam mit dem US-Pharmakonzern Merck & Co. entwickelt. Dabei zeigen die inzwischen offiziell bestätigten Ergebnisse einen medizinischen Erfolg: Die experimentelle Behandlung verringerte das Risiko eines Krebsrückfalls oder Todes bei bestimmten Hautkrebspatienten deutlich. Dennoch gerieten beide Aktien unter Druck, besonders stark die von Moderna.

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Vorzeitige Veröffentlichung löst heftige Börsenreaktion aus

Eigentlich sollten die detaillierten Ergebnisse der Phase-3-Studie INTerpath-001 erst am Samstag (24. Oktober) auf dem europäischen Krebskongress ESMO in Madrid vorgestellt werden. Doch bereits am Donnerstag erschienen Angaben auf dem medizinischen Fachportal Oncology Central. Der Beitrag wurde anschließend entfernt, die Informationen verbreiteten sich jedoch weiter.

Die Europäische Gesellschaft für Medizinische Onkologie bestätigte eine Verletzung der Veröffentlichungssperre und gab die Studiendaten vorzeitig frei. Kurz darauf veröffentlichten auch Moderna und Merck die konkreten Ergebnisse. Die Unternehmen hatten bereits im August mitgeteilt, dass ihre gemeinsame Studie wichtige Behandlungsziele erreicht hatte. Das genaue Ausmaß des Therapieerfolgs war bis Donnerstag allerdings nicht öffentlich bekannt.

Krebsimpfstoff reduziert Rückfallrisiko um 42 Prozent

Untersucht wurde der personalisierte mRNA-Krebsimpfstoff Intismeran Autogene in Kombination mit dem bereits zugelassenen Krebsmedikament Keytruda. An der internationalen Studie nahmen 1.137 Patienten teil, bei denen ein Melanom, eine besonders gefährliche Form von Hautkrebs, zuvor operativ entfernt worden war.

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Nach einer mittleren Beobachtungszeit von 24,6 Monaten zeigte sich, dass die Kombination das relative Risiko eines erneuten Auftretens der Erkrankung oder eines Todesfalls gegenüber der alleinigen Behandlung mit Keytruda um 42 Prozent senkte. Das Ergebnis war statistisch signifikant.

Nach zwei Jahren lebten in der Kombinationsgruppe 82,2 Prozent der Patienten ohne festgestellten Rückfall, in der Vergleichsgruppe waren es 70 Prozent. Auch das Risiko von Fernmetastasen oder Tod sank um 38 Prozent. Die Behandlung konnte damit sowohl beim primären Studienziel als auch bei einem wichtigen weiteren Wirksamkeitsziel Vorteile nachweisen.

Wichtige Fragen zur Langzeitwirkung bleiben offen

Bei Intismeran Autogene handelt es sich nicht um eine vorbeugende Schutzimpfung gegen Krebs. Der Wirkstoff wird für jeden Patienten individuell anhand genetischer Merkmale seines Tumors entwickelt. Ziel ist es, das Immunsystem gezielt gegen möglicherweise verbliebene Krebszellen zu aktivieren und damit Rückfälle nach einer Operation zu verhindern.

Trotz der positiven Ergebnisse sind weitere Untersuchungen erforderlich. Insbesondere liegen noch keine ausreichend ausgereiften Daten dazu vor, ob die Kombination auch das Gesamtüberleben der Patienten verbessert.

Auch mögliche Nebenwirkungen sind Bestandteil der Bewertung. Schwerwiegende behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse der Schweregrade 3 bis 5 traten bei 14,2 Prozent der Patienten mit Kombinationstherapie auf, gegenüber 13,4 Prozent in der Vergleichsgruppe. Neue Sicherheitssignale wurden nach Unternehmensangaben nicht festgestellt. Moderna und Merck stehen nach eigenen Angaben auf Grundlage der Ergebnisse im Austausch mit Zulassungsbehörden.

Moderna verliert deutlich stärker als Merck

An der Börse fiel die Reaktion auf die vorzeitig bekannt gewordenen Studiendaten ausgesprochen unterschiedlich aus. Die Moderna-Aktie verlor im Tagesverlauf zeitweise mehr als 20 Prozent und erholte sich anschließend teilweise.

Nach Kursdaten von ChartExchange lag die Moderna-Aktie zum Ende des regulären Nasdaq-Handels am 22. Oktober um 15:59:58 Uhr New Yorker Zeit, entsprechend 21:59:58 Uhr deutscher Zeit, bei 202,92 US-Dollar. Das entsprach einem Minus von rund 17,45 Prozent gegenüber dem Vortag. Die Aktie von Merck & Co. notierte um 15:59:56 Uhr New Yorker Zeit bei 147,19 US-Dollar und damit etwa 1,80 Prozent niedriger.

Der starke Rückgang bei Moderna steht im Kontrast zur Entwicklung der vergangenen Monate. Bereits die ersten Erfolgsmeldungen zur Krebsstudie im August hatten erhebliche Kursgewinne ausgelöst. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an die nun veröffentlichten Detailergebnisse. Mehrere Analysten hatten vor der Präsentation mit besonderem Interesse auf die genaue Verringerung des Rückfallrisikos geblickt.

Für Moderna und Merck besitzt Intismeran Autogene über die Behandlung von Hautkrebs hinaus strategische Bedeutung. Die Unternehmen untersuchen den Ansatz bereits in weiteren klinischen Studien, unter anderem bei Lungen-, Blasen- und Nierenkrebs. Ob sich die positiven Ergebnisse auf andere Tumorarten übertragen lassen und wann eine Zulassung möglich sein könnte, ist noch offen.

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