Holstein Kiel gibt Marcus Müller für eine Saison nach Wiesbaden ab

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Holstein Kiel setzt seinen personellen Umbau fort und verleiht Mittelstürmer Marcus Müller für die Saison 2026/27 an den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden. Der Wechsel ist inzwischen von beiden Klubs bestätigt. Müller soll in Hessen vor allem regelmäßiger zum Einsatz kommen, nachdem er sich bei den Kielern in seiner ersten Saison nicht dauerhaft einen Platz in der Startelf erarbeiten konnte.

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Die Leihe läuft nach Angaben von Holstein Kiel bis zum 30. Juni 2027. Anschließend besitzt Müller bei den Schleswig-Holsteinern noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2028. Eine Kaufoption wurde von den Vereinen nicht genannt. Der SV Wehen Wiesbaden erklärte zudem, über weitere vertragliche Einzelheiten sei Stillschweigen vereinbart worden.

Transfermarkt hatte bereits am Mittwoch, 26. August, über den bevorstehenden Wechsel berichtet. Einen Tag später folgte die offizielle Bestätigung. Das Portal führt Müller als 16. Abgang von Holstein Kiel in diesem Sommer. Diese Zahl umfasst dabei auch Spieler, die wie Müller lediglich auf Leihbasis abgegeben werden und weiterhin bei der KSV unter Vertrag stehen.

Holstein Kiel sieht Leihe als Entwicklungsschritt

Marcus Müller war erst im Sommer 2025 vom VfL Osnabrück nach Kiel gewechselt. Holstein stattete den damals 22 Jahre alten Angreifer mit einem Vertrag bis 2028 aus. Nach Angaben der Kieler hatte Müller zuvor für Osnabrück in 33 Pflichtspielen vier Treffer erzielt und drei Tore vorbereitet.

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In Kiel blieb der inzwischen 24 Jahre alte Mittelstürmer jedoch überwiegend Ergänzungsspieler. Der Deutsche wurde in der Saison 2025/26 nach Daten des Deutschen Fußball-Bundes in 23 Zweitligapartien eingesetzt und erzielte dabei ein Tor. Hinzu kamen zwei Einsätze im DFB-Pokal. Holstein selbst beziffert seine Bilanz auf insgesamt 25 Pflichtspiele. Sein einziger Zweitligatreffer gelang Müller im Februar 2026 bei der 1:3-Niederlage beim Karlsruher SC.

Viele seiner Ligaeinsätze waren kurz. Auch die Kieler Verantwortlichen führen die begrenzte Spielzeit als wesentlichen Grund für das Leihgeschäft an. Kevin Meinhardt, Sportlicher Leiter von Holstein Kiel, sagte wörtlich: „In der vergangenen Spielzeit kam Marcus Müller zumeist als Einwechselspieler zum Einsatz.“ Die Verantwortlichen hätten deshalb gemeinsam mit dem Spieler entschieden, dass ein Jahr in der 3. Liga seiner weiteren Entwicklung helfen könne.

Der Schritt ist damit anders einzuordnen als ein endgültiger Verkauf. Müllers langfristiger Vertrag in Kiel läuft während der Leihe weiter. Holstein behält damit grundsätzlich die Möglichkeit, den Angreifer nach der Saison 2026/27 wieder in den eigenen Kader zu integrieren.

Marcus Müller war zum Saisonstart nicht mehr erste Wahl

Dass sich eine Veränderung abzeichnete, war bereits zu Beginn der neuen Spielzeit erkennbar. Müller spielte bei Holstein Kiel in den ersten Saisonpartien unter Trainer Tim Walter keine Rolle. Transfermarkt berichtete, dass der Mittelstürmer in den ersten drei Pflichtspielen nicht eingesetzt wurde. Auch die Kieler Nachrichten berichteten, dass es zu Saisonbeginn nicht mehr für eine Kadernominierung gereicht habe.

Die Konkurrenz in der Kieler Offensive hat sich zugleich verändert. Mit Gyan de Regt verpflichtete Holstein im August einen weiteren offensiv einsetzbaren Spieler. Der niederländische Linksaußen erhielt einen Vertrag bis 2030. Zum Kieler Aufgebot gehören außerdem mehrere weitere Angreifer und offensive Spieler, darunter Phil Harres. Auch Giorgi Kvilitaia war bereits in der Vorbereitung Teil der Mannschaft.

Müllers Abgang reduziert damit den Konkurrenzkampf im Sturmzentrum, ohne dass Holstein seine Rechte an dem Angreifer dauerhaft abgibt. Die Entscheidung folgt zudem einem Muster, das die Kieler in diesem Sommer mehrfach angewendet haben.

So wurden etwa Torhüter Jonas Krumrey zum VfL Osnabrück, Mladen Cvjetinović zum 1. FC Saarbrücken und Niklas Niehoff zum österreichischen Bundesligisten SCR Altach verliehen. Bei Niehoff verlängerte Holstein vor der Ausleihe sogar den Vertrag bis 2028. Die Vereine begründeten mehrere dieser Geschäfte ausdrücklich mit dem Ziel, den Spielern mehr Einsatzzeit und Entwicklungsmöglichkeiten zu verschaffen.

Wehen Wiesbaden suchte gezielt einen Mittelstürmer

Für den SV Wehen Wiesbaden erfüllt die Verpflichtung einen konkreten Bedarf. Die Hessen wollten ihre Möglichkeiten im Sturmzentrum vor dem Ende der Transferperiode erweitern.

Sportgeschäftsführer Uwe Stöver sagte dazu auf einem offiziellen Vereinskanal: „Wir waren uns intern einig, den Kader in diesem Transferfenster noch um einen weiteren Stürmer ergänzen zu wollen.“ Der Klub habe den Markt daraufhin gezielt nach einem Spieler durchsucht, der zum gewünschten Profil passe.

Müller bringt neben seiner Erfahrung aus der 2. Bundesliga auch Drittligapraxis mit. Für den VfL Osnabrück absolvierte er in der Spielzeit 2024/25 nach DFB-Daten 29 Drittligapartien und erzielte drei Treffer. Insgesamt kommt er auf 30 Einsätze und drei Tore in der 3. Liga. Hinzu kommt ein Bundesligaeinsatz für den 1. FSV Mainz 05 aus der Saison 2023/24.

Wiesbaden verstärkt damit einen Mannschaftsteil, in dem der Verein zuletzt Handlungsbedarf gesehen hatte. Nach dem Abgang von Fatih Kaya standen Trainer Daniel Scherning nach Angaben von Transfermarkt mit Moritz Flotho und Nikolas Agrafiotis zunächst nur zwei gelernte Mittelstürmer zur Verfügung. Müller erweitert diese Auswahl nun für die gesamte Saison.

Der Neuzugang selbst nannte regelmäßige Einsatzzeit als ein wesentliches Ziel seines Wechsels. Auf dem offiziellen LinkedIn-Auftritt des SVWW erklärte Müller, er wolle Spielminuten sammeln und der Mannschaft dabei helfen, Spiele zu gewinnen.

Müller ist Teil eines großen Kieler Kaderumbaus

Über den einzelnen Transfer hinaus steht die Personalie für einen umfangreichen Umbau des Kieler Profikaders. Transfermarkt zählt Müller als 16. Abgang der laufenden Sommerperiode. Dabei handelt es sich allerdings nicht ausschließlich um endgültige Vereinswechsel, weil in dieser Rechnung auch mehrere Leihgeschäfte enthalten sind.

Zu den Spielern, die Kiel dauerhaft verlassen haben, gehören unter anderem Innenverteidiger Marco Komenda und Max Geschwill. Komenda wechselte nach sechs Jahren bei Holstein zu Arka Gdynia, Geschwill schloss sich nach einer vorherigen Leihe Rot-Weiss Essen an. Im August verließ außerdem Alexander Bernhardsson die KSV in Richtung VfL Wolfsburg. Der schwedische Offensivspieler hatte in 57 Kieler Pflichtspielen 15 Tore erzielt und 14 weitere vorbereitet.

Parallel hat Holstein den Kader auf mehreren Positionen ergänzt. Neben de Regt kamen beispielsweise die Außenverteidiger Hiroki Sekine und Niko Takahashi zunächst auf Leihbasis. Bei beiden Spielern sicherten sich die Kieler nach Vereinsangaben eine Kaufoption.

Der Marcus Müller Wechsel zu Wehen Wiesbaden unterscheidet sich deshalb von einem klassischen Abschied. Kiel schafft einem langfristig gebundenen Spieler andernorts die Möglichkeit auf mehr Minuten, während Wiesbaden kurzfristig eine zusätzliche Option für das Sturmzentrum erhält.

Spätestens am 30. Juni 2027 endet die vereinbarte Leihe. Müllers Vertrag bei Holstein Kiel läuft anschließend noch ein weiteres Jahr. Ob der Stürmer dann tatsächlich an die Förde zurückkehrt oder sich eine andere Lösung ergibt, ist derzeit nicht festgelegt.

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