
Ibrahim Sissoko verlässt den VfL Bochum nach nur einer Saison wieder. Der 30 Jahre alte Mittelstürmer wechselt fest zum türkischen Zweitligisten Muğlaspor. Der VfL bestätigte den Transfer am Donnerstag, 27. August 2026. Auch der aufnehmende Klub präsentierte den malischen Nationalspieler als Neuzugang. Damit ist eine Personalie abgeschlossen, die sich beim Bochumer Zweitligisten bereits seit Beginn der Saisonvorbereitung abgezeichnet hatte.
Der VfL teilte mit, Sissoko an Muğlaspor in die türkische 1. Lig transferiert zu haben. Dabei handelt es sich trotz des Namens um die zweithöchste Spielklasse des Landes. Über die finanziellen Bedingungen vereinbarten die beiden Vereine nach Bochumer Angaben Stillschweigen. Eine Leihe ist damit ausgeschlossen. Sissoko verlässt den VfL im Rahmen eines festen Transfers.
Auch in der Türkei wurde der Wechsel am Donnerstag öffentlich. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete von der Vertragsunterzeichnung und veröffentlichte Angaben zur Präsentation des Stürmers. Demnach unterschrieb Sissoko im Beisein mehrerer Muğlaspor-Verantwortlicher seinen Vertrag. Der Klub hieß den Angreifer anschließend öffentlich willkommen. Das Fachportal Transfermarkt führte den Wechsel ebenfalls als offiziell.
Wie lange Sissokos Vertrag bei Muğlaspor läuft, wurde in den belastbaren Mitteilungen zunächst nicht genannt. Auch eine konkrete Ablösesumme ist nicht offiziell bekannt. Der VfL erklärt ausdrücklich, dass über die Ablösemodalitäten Stillschweigen vereinbart worden sei. Transfermarkt berichtete, Bochum erhalte keine Ablöse. Eine Bestätigung dieser Angabe durch einen der beiden Vereine lag zunächst nicht vor. Deshalb lässt sich ein ablösefreier Wechsel nicht als gesicherte Tatsache feststellen.
Ibrahim Sissoko wurde am 27. November 1995 geboren und ist 30 Jahre alt. Der 1,92 Meter große Mittelstürmer besitzt die malische und die französische Staatsangehörigkeit und spielt international für Mali. Der kicker weist für ihn neun Länderspiele und ein Tor für die malische Nationalmannschaft aus.
Nach Bochum war Sissoko erst im Sommer 2025 gekommen. Zuvor stand er bei der AS Saint-Étienne unter Vertrag. Der Angreifer hatte einen großen Teil seiner bisherigen Profikarriere in Frankreich verbracht und unter anderem für Sochaux, Niort, Lorient und Béziers gespielt. Für Saint-Étienne kam er sowohl in der Ligue 2 als auch nach dem Aufstieg in der Ligue 1 zum Einsatz.
Seine Bochumer Zeit blieb dagegen sportlich kurz. In der Zweitligasaison 2025/26 kam Sissoko auf sechs Ligaspiele und erzielte ein Tor. Nach den Daten des kicker stand er dabei insgesamt 129 Minuten auf dem Platz. Alle sechs Einsätze absolvierte er als Einwechselspieler. Der VfL selbst nennt in seiner Abschiedsmitteilung ebenfalls sechs Pflichtspiele in der 2. Bundesliga und einen Treffer.
Verletzungsprobleme erschwerten seine Saison zusätzlich. Im Januar 2026 berichtete der kicker über Sprunggelenkbeschwerden und einen Ausfall auf unbestimmte Zeit. In der Folge gelang es Sissoko nicht mehr, sich dauerhaft in der Bochumer Offensive festzusetzen.
Dass der VfL Bochum für die Saison 2026/27 nicht mehr fest mit Ibrahim Sissoko plante, war bereits seit Ende Juni deutlich erkennbar. Beim offiziellen Trainingsauftakt am 25. Juni fehlte der Stürmer auf dem Platz. Der Verein erklärte damals, Sissoko und Mathis Clairicia seien für Vertragsgespräche freigestellt.
Damit wurde frühzeitig eine Lösung außerhalb des Bochumer Kaders vorbereitet. Sissoko bestritt in der laufenden Zweitligasaison 2026/27 entsprechend noch kein Ligaspiel. Sein Wechsel kurz vor Ende der Sommertransferperiode verändert deshalb nicht kurzfristig die bisherige Stammformation von Trainer Uwe Rösler, sondern schließt vor allem eine seit Wochen offene Personalfrage.
Eine persönliche Aussage von Rösler oder Lizenzfußball-Direktor Simon Zoller zum vollzogenen Sissoko-Wechsel veröffentlichte der VfL in seiner Transfermitteilung nicht. Die sportliche Planung für den Angriff lässt sich jedoch an den Verpflichtungen und den bisherigen Pflichtspielen der neuen Saison ablesen.
Im Zentrum setzt der VfL weiterhin auf Philipp Hofmann. Der erfahrene Angreifer gehört auch dem Mannschaftsrat an und ist Stellvertreter von Kapitän Timo Horn. Hofmann erzielte zudem beim 1:0 in Braunschweig den entscheidenden Treffer und traf wenige Tage später beim 2:1 im DFB-Pokal gegen Greuther Fürth erneut.
Zusätzliche Optionen hat Bochum im Sommer gezielt verpflichtet. Anfang Juli kam Christian Rasmussen. Der 23 Jahre alte Däne kann im Zentrum und auf beiden Außenbahnen eingesetzt werden. Direktor Lizenzfußball Simon Zoller erklärte bei dessen Verpflichtung über die gewünschte offensive Ausrichtung: „Christian bringt ein hohes Tempo, einen ausgeprägten Zug zum Tor.“ Rasmussen besitzt einen Vertrag bis 2030 und erzielte beim Pokalsieg in Fürth bereits seinen ersten Pflichtspieltreffer für den VfL.
Im August verpflichtete Bochum zudem Mansour Ouro-Tagba vom 1. FC Köln. Auch dessen Vertrag läuft bis zum 30. Juni 2030. Zoller beschrieb den 21-Jährigen als flexibel einsetzbaren Angreifer, der sowohl im Sturmzentrum als auch über die Außenpositionen spielen könne. Damit verfügt Rösler neben Hofmann über eine weitere klassische körperlich starke Option für die Spitze.
Hinzu kommen Offensivspieler wie Gerrit Holtmann, Berkan Taz und Daniel Hanslik. Christian Rasmussen erweitert das Angebot zusätzlich auf mehreren Positionen. Die Bochumer Offensive ist damit personell anders zusammengestellt als noch zu Beginn der vergangenen Saison. Sissokos Abgang schafft deshalb weniger eine neue sportliche Lücke, sondern reduziert einen Kader, in dem für ihn bereits seit der Vorbereitung keine zentrale Rolle mehr vorgesehen war.
Für Sissoko beginnt bei Muğlaspor nun ein neuer Abschnitt. Der Klub spielt in der türkischen 1. Lig und hat den erfahrenen Mittelstürmer für seine Offensive verpflichtet. Für den Angreifer ist die Türkei kein völlig unbekanntes Fußballland. Während seiner Bochumer Zeit hatte er mit der Mannschaft unter anderem ein Trainingslager in Belek absolviert. Seine bisherige Vereinskarriere führte ihn ansonsten vor allem durch Frankreich und für eine Saison nach Deutschland.
Der Ibrahim Sissoko Wechsel zu Muğlaspor beendet damit ein kurzes Kapitel beim VfL Bochum. Sportlich blieb der Stürmer mit sechs Zweitligaeinsätzen und einem Treffer deutlich hinter einer dauerhaften Rolle im Angriff zurück. Bochum hatte seine Personalplanung für die neue Saison bereits ohne ihn vorangetrieben und mit Rasmussen sowie Ouro-Tagba neue Offensivkräfte verpflichtet. Über die finanziellen Details des Transfers nach Muğla bleibt dagegen offiziell nur bekannt, dass beide Vereine darüber keine Angaben machen.
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