
Beim SC Preußen Münster entsteht nach dem Abstieg in die 3. Liga eine neue Hierarchie. Mit Jorrit Hendrix und Mikkel Kirkeskov haben zwei erfahrene Führungsspieler den Verein verlassen. Auch auf der Trainerbank begann mit Thomas Wörle ein neuer Abschnitt. Wer die Mannschaft künftig als Kapitän anführt, ist noch offen. Im aktuellen Kader gibt es jedoch mehrere Spieler, die Verantwortung übernehmen können.
Marc Lorenz prägte eine der erfolgreichsten Phasen der jüngeren Vereinsgeschichte. Der gebürtige Münsteraner kehrte 2022 zu den Preußen zurück und führte die Mannschaft als Kapitän von der Regionalliga bis in die 2. Bundesliga. Neben seiner sportlichen Bedeutung wurde er für viele Fans zu einer wichtigen Identifikationsfigur.
Bereits im Sommer 2025 veränderte sich die Führungsstruktur. Der damalige Trainer Alexander Ende ernannte Jorrit Hendrix zum neuen Kapitän. Lorenz gehörte zunächst weiterhin dem Mannschaftsrat an. Wenige Wochen später trennte sich der Verein jedoch fristlos von seinem langjährigen Spielführer und leitete wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Spendengeldern rechtliche Schritte ein.
Die Staatsanwaltschaft Münster erhob im April 2026 Anklage wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs. Lorenz bestreitet, eine Straftat begangen zu haben. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.
Sportlich schien der Übergang zunächst klar geregelt. Hendrix führte die Mannschaft als Kapitän an, Kirkeskov fungierte als sein Stellvertreter. Nur ein Jahr später muss Preußen Münster seine Hierarchie erneut vollständig ordnen.
Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga hat sich das Gesicht der Mannschaft deutlich verändert. Insgesamt verabschiedete Preußen Münster im Sommer 16 Spieler. Unter ihnen waren auch Hendrix und Kirkeskov, die innerhalb der Kabine und auf dem Spielfeld wichtige Rollen übernommen hatten.
Damit fehlt dem neu zusammengestellten Kader nicht nur der bisherige Kapitän. Auch weitere erfahrene Spieler verließen den Verein. Die Verantwortung muss deshalb auf neue Schultern verteilt werden.
Trainer Thomas Wörle will den neuen Spielführer nicht vorschnell bestimmen. Das Trainerteam hat zwar bereits Vorstellungen, eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. Zunächst soll sich innerhalb des veränderten Kaders eine belastbare Hierarchie entwickeln.
Wörle wird dabei nicht nur auf die Leistungen während der Vorbereitung achten. Auch das Verhalten in der Kabine, die Kommunikation mit jüngeren Spielern und die Bereitschaft, in schwierigen Phasen voranzugehen, dürften eine Rolle spielen.
Der personelle Umbruch kann sich zudem auf die taktische Stabilität und die Leistungen in den kommenden Begegnungen auswirken. Im Zusammenhang mit Fußballwetten auf die Bundesliga können solche Entwicklungen Teil einer allgemeinen sportlichen Einordnung der kommenden Spiele sein. Vergleichbare Faktoren werden auch bei Prognosen für die 3. Liga berücksichtigt. Entscheidend ist, wie schnell Wörle aus den verbliebenen Spielern und den Neuzugängen eine funktionierende Einheit formt.
Zu den naheliegenden Kandidaten für eine Führungsrolle gehört Rico Preißinger. Der zentrale Mittelfeldspieler trägt seit 2023 das Preußen-Trikot und erlebte mit dem Verein sowohl den Aufstieg in die 2. Bundesliga als auch den anschließenden Abstieg.
Nach dem Saisonende ließ sich Preißinger zunächst Zeit mit seiner Entscheidung über die Zukunft. Schließlich verlängerte er seinen Vertrag. Damit setzte er ein Zeichen, den Neuaufbau in der 3. Liga mittragen zu wollen.
Preißinger kennt die Abläufe im Verein, einen großen Teil der verbliebenen Mannschaft und die Anforderungen der 3. Liga. Zudem spielt er auf einer Position, von der aus sich das Spiel organisieren und steuern lässt. Diese Kombination macht ihn zu einem möglichen Kandidaten für den Mannschaftsrat und das Kapitänsamt.
Auch Marvin Schulz verfügt über viel Erfahrung. Der Mittelfeldspieler kam in seiner Karriere unter anderem in der Bundesliga, der 2. Bundesliga und im europäischen Vereinsfußball zum Einsatz. Nach dem Abstieg entschied auch er sich für einen Verbleib in Münster. Aufgrund einer Innenbandverletzung konnte er während der Vorbereitung jedoch zunächst nicht uneingeschränkt mitwirken.
Joshua Mees zählt ebenfalls zu den erfahrenen Spielern im Kader. Der Offensivspieler absolvierte bereits zahlreiche Partien in der 2. Bundesliga und kennt Situationen, in denen eine Mannschaft unter Druck steht. Ob er eine offizielle Rolle im Mannschaftsrat übernimmt, ist bislang allerdings nicht bekannt.
Unabhängig von der Kapitänsentscheidung nimmt Simon Scherder eine besondere Position ein. Der Innenverteidiger wechselte bereits 2006 in den Nachwuchs von Preußen Münster und gehört seit 2012 zur ersten Mannschaft.
Scherder erlebte Abstiege, Aufstiege und schwierige Jahre in der Regionalliga ebenso wie die Rückkehr in die 2. Bundesliga. Kein anderer aktueller Spieler ist so lange mit dem Verein verbunden. Für die Fans verkörpert er Beständigkeit und Identifikation.
Nach seiner schweren Knieverletzung befindet sich Scherder allerdings weiterhin im Wiederaufbau. Als Kapitän auf dem Platz kommt er deshalb zumindest zu Beginn der Saison nur eingeschränkt infrage. Für die Kabine und die Integration neuer Spieler bleibt seine Bedeutung dennoch groß.
Scherder kennt den Verein, dessen Umfeld und die Erwartungen an der Hammer Straße. Gerade in einem stark veränderten Kader kann diese Erfahrung wertvoll sein. Auch ohne Kapitänsbinde dürfte er Ansprechpartner für junge Spieler und Neuzugänge bleiben.
Die Kapitänsfrage ist nur ein Teil des sportlichen Neuaufbaus. Thomas Wörle soll nach dem Abstieg einen Neustart einleiten und eine Mannschaft entwickeln, die in der 3. Liga wieder Stabilität gewinnt.
Dabei dürfte die Verantwortung nicht allein auf einem Spieler liegen. Gefragt ist eine Führungsgruppe, die unterschiedliche Aufgaben übernimmt. Preißinger kann das Spiel im Mittelfeld ordnen. Schulz und Mees bringen Erfahrung aus höheren Ligen mit. Scherder steht für die Verbindung zwischen Mannschaft, Verein und Fans.
Hinzu können Spieler kommen, die sich während der Vorbereitung sportlich und charakterlich in den Vordergrund spielen. Gerade in einem neu zusammengestellten Team entstehen Führungsrollen häufig erst im Alltag. Entscheidend ist nicht nur, wer die Binde trägt, sondern wer in schwierigen Situationen Verantwortung übernimmt.
Wer Preußen Münster in der neuen Saison offiziell als Kapitän anführt, steht noch nicht fest. Klar ist aber bereits: Nach Marc Lorenz, Jorrit Hendrix und Mikkel Kirkeskov beginnt an der Hammer Straße eine neue Phase. Die Hierarchie wird nicht aus der Vergangenheit übernommen, sondern unter Thomas Wörle neu erarbeitet.
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