
Die US-Börsen haben den Handel am Freitag, 16. Oktober 2026, mit Verlusten beendet. Besonders deutlich fiel der technologielastige Nasdaq, der mehr als zwei Prozent einbüßte. An der Wall Street belasteten erneut Sorgen über die Finanzierung milliardenschwerer KI-Projekte die Kurse. Gleichzeitig stiegen die Ölpreise kräftig. Auch die Aussagen von US-Notenbankchef Kevin Warsh und die jüngsten Inflationsdaten beschäftigten die Anleger.
Nach vorläufigen Schlussdaten der Nachrichtenagentur Reuters gab der Nasdaq Composite um rund 2,15 Prozent auf 26.137,85 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 verlor etwa 1,10 Prozent auf 7.658,62 Punkte. Der Dow Jones Industrial Average fiel vergleichsweise moderat um 0,36 Prozent auf 51.990,05 Punkte. Die Angaben beziehen sich auf den regulären US-Handelsschluss am 16. Oktober 2026 um 16 Uhr New Yorker Zeit, entsprechend 22 Uhr deutscher Zeit. Quelle ist Reuters, die Zahlen sind ausdrücklich vorläufig.
Damit setzte sich die Schwäche der Technologieaktien fort. Der Nasdaq verlor über die gesamte Handelswoche mehr als vier Prozent. Der S&P 500 verzeichnete ebenfalls einen deutlichen Wochenrückgang, während sich der Dow Jones besser behauptete.
Zum Wochenschluss standen vor allem KI-Aktien unter Druck. Betroffen waren Halbleiterhersteller, Technologieunternehmen und Betreiber großer Rechenzentren. Zu den Verlierern zählten unter anderem Micron Technology, Intel und Broadcom.
Besonders aufmerksam verfolgten Anleger die Entwicklung des Rechenzentrumsanbieters CoreWeave. Das von Nvidia unterstützte Unternehmen ist stark auf Fremdkapital angewiesen. Die Anleihen von CoreWeave gerieten im Wochenverlauf ebenfalls unter Druck, wodurch ihre Renditen auf mehr als 15 Prozent stiegen.
Hinter den Kursverlusten steht die Unsicherheit, ob sich die hohen Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur ausreichend schnell rentieren. Steigende Finanzierungskosten könnten insbesondere Unternehmen belasten, die ihren Ausbau überwiegend über Kredite finanzieren.
Auch der Halbleitersektor insgesamt blieb schwach. Der Philadelphia Semiconductor Index verzeichnete nach Reuters-Angaben seinen achten Verlusttag in Folge.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt am Freitag eine Rede von Kevin Warsh, dem Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve. Bei der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in Bangkok äußerte sich Warsh zuversichtlich über die Widerstandsfähigkeit der amerikanischen Wirtschaft.
Er verwies insbesondere auf hohe Investitionen in künstliche Intelligenz, die zunehmend auch andere Wirtschaftsbereiche erfassten. Kurzfristig könnten diese Investitionen allerdings die Nachfrage und damit den Inflationsdruck erhöhen. Langfristig erwartet Warsh positive Auswirkungen auf die Produktivität.
Konkrete Hinweise auf die nächste Zinsentscheidung gab der Notenbankchef nicht. Die Finanzmärkte rechneten weiterhin überwiegend damit, dass die Fed ihre Leitzinsen bei der Sitzung Ende Oktober unverändert lässt. Weitere Zinserhöhungen im späteren Jahresverlauf blieben jedoch eine Möglichkeit.
Die Zinsdebatte hatte sich zuvor durch neue Inflationszahlen verschärft. Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums stiegen die Verbraucherpreise im September gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Prozent. Im August hatte die Inflationsrate noch bei 3,4 Prozent gelegen.
Neben der Entwicklung im Technologiesektor belasteten auch die hohen Energiepreise die Stimmung. Die internationale Rohölsorte Brent verteuerte sich am Freitag um rund 3,7 Prozent auf 109,86 US-Dollar je Barrel. Der Wert entspricht dem von Reuters gemeldeten Abrechnungspreis vom 16. Oktober 2026.
Hinter dem Anstieg standen anhaltende Sorgen über die Ölversorgung im Nahen Osten. Insbesondere die Situation rund um die Straße von Hormus sorgte für Unsicherheit. Die wichtige Schifffahrtsroute ist von großer Bedeutung für den internationalen Ölhandel.
Hohe Energiepreise können die Inflation verstärken und Unternehmen durch zusätzliche Kosten belasten. Davon profitierten am Freitag allerdings einzelne Energiekonzerne. Die Aktien von Exxon Mobil und Chevron gehörten zu den Werten, die sich gegen den schwachen Gesamtmarkt behaupteten.
Nach den Verlusten rücken nun die kommenden Quartalszahlen großer US-Unternehmen stärker in den Mittelpunkt. In der nächsten Woche stehen unter anderem Geschäftsergebnisse von Tesla, Meta Platforms und Procter & Gamble an.
Gerade die Ergebnisse der großen Technologieunternehmen dürften zeigen, wie sich die hohen KI-Investitionen bislang auf Umsatz, Gewinn und Kapitalbedarf auswirken. Zugleich bleiben die Entwicklung der Ölpreise und die Zinserwartungen wichtige Einflussfaktoren für die Aktienmärkte.
Die deutlichen Unterschiede zwischen Nasdaq und Dow Jones verdeutlichen, dass die Kursverluste am Freitag vor allem technologieorientierte Unternehmen trafen. Ob daraus eine länger anhaltende Schwäche des Gesamtmarktes entsteht, lässt sich aus einem einzelnen Handelstag nicht ableiten.
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