Netflix streicht rund 1.000 Jobs und baut mehrere Abteilungen um

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Symbolbild: Evan Wise

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Der Streamingkonzern Netflix hat einen umfangreichen Stellenabbau angekündigt. Weltweit sollen rund 1.000 Arbeitsplätze wegfallen, etwa sechs Prozent der Belegschaft. Die beiden Vorstandschefs Greg Peters und Ted Sarandos informierten die Beschäftigten am Mittwoch, 14. Oktober 2026, über die Entscheidung. Besonders betroffen sind die Bereiche Produktentwicklung, Technologie, Recht und Personal. Der Stellenabbau bei Netflix erfolgt trotz hoher Gewinne und einer weiterhin positiven Umsatzprognose. Gleichzeitig steht die Aktie des Unternehmens seit Monaten unter Druck.

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Netflix-Chefs kündigen umfangreiche Kürzungen an

In einer internen E-Mail begründeten Peters und Sarandos den Stellenabbau mit einer veränderten Prioritätensetzung innerhalb des Unternehmens. Netflix müsse seine Beschäftigten und finanziellen Mittel gezielter einsetzen, um das Streamingangebot weiterzuentwickeln und Wachstumsmöglichkeiten zu nutzen. Die Entscheidungen seien schwierig und würden nicht leichtfertig getroffen.

Gleichzeitig betonte die Unternehmensführung, dass Netflix wirtschaftlich weiterhin stark aufgestellt sei. Auch nach den angekündigten Entlassungen wolle der Konzern in wichtige Geschäftsbereiche investieren und an seiner Prognose für das Gesamtjahr 2026 festhalten.

Welche Standorte besonders betroffen sind, wurde zunächst nicht aufgeschlüsselt. Auch zur Verteilung der gestrichenen Stellen auf einzelne Länder gab es keine konkreten Angaben. Netflix erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press, über die interne Mitteilung hinaus zunächst keine weiteren Kommentare abzugeben.

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Größter Stellenabbau seit 2022

Für Netflix handelt es sich um die umfangreichsten Personalkürzungen seit vier Jahren. Bereits 2022 hatte das Unternehmen nach einer unerwartet schwachen Entwicklung seiner Abonnentenzahlen mehrere Entlassungsrunden durchgeführt.

Im Mai 2022 strich Netflix zunächst rund 150 Arbeitsplätze, überwiegend in den Vereinigten Staaten. Einen Monat später folgten weitere 300 Stellen. Insgesamt fielen damals innerhalb weniger Wochen etwa 450 Jobs weg. Der Konzern reagierte seinerzeit auf ein deutlich verlangsamtes Wachstum und den ersten Rückgang zahlender Abonnenten seit mehr als einem Jahrzehnt.

Die aktuelle Situation unterscheidet sich allerdings von der Lage im Jahr 2022. Netflix erzielt weiterhin steigende Umsätze und Gewinne. Gleichzeitig beschäftigt das Unternehmen inzwischen deutlich mehr Menschen. Ende 2024 waren es weltweit etwa 14.000 Vollzeitkräfte, ein Jahr später bereits rund 16.000.

Nach dem Geschäftsbericht für 2025 arbeiteten davon etwa 10.900 Menschen in den USA und Kanada. Weitere 2.500 Beschäftigte entfielen auf Europa, den Nahen Osten und Afrika. Ob und in welchem Umfang Arbeitsplätze in Deutschland betroffen sind, blieb zunächst offen.

Netflix-Aktie fällt im US-Handel zeitweise deutlich

An der Börse stand Netflix am Mittwoch ebenfalls unter Druck. Im US-Handel verlor die Aktie zeitweise 1,4 Prozent auf 69,47 US-Dollar. Diesen Kursstand nannte das Finanzportal finanzen.net in einer am 14. Oktober um 17.29 Uhr deutscher Zeit veröffentlichten Meldung. Im weiteren Handelsverlauf waren Veränderungen möglich.

Bereits vor der Ankündigung der Entlassungen hatte die Netflix-Aktie erheblich an Wert eingebüßt. Seit Jahresbeginn lag das Papier nach Angaben von Reuters rund 25 Prozent im Minus. Auf Sicht von zwölf Monaten fiel der Rückgang noch deutlich größer aus.

Die längerfristige Entwicklung verdeutlicht, dass Investoren die Wachstumsaussichten des Streamingkonzerns zunehmend kritisch beurteilen. Ein unmittelbarer ursächlicher Zusammenhang zwischen dem aktuellen Stellenabbau und den kurzfristigen Kursschwankungen ist allerdings nicht belegt.

Milliardenumsatz und steigender Gewinn trotz Entlassungen

Wirtschaftlich befindet sich Netflix weiterhin in einer profitablen Situation. Im zweiten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Umsatz von 12,56 Milliarden US-Dollar. Das entsprach einem Anstieg von gut 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Nettogewinn erhöhte sich um rund neun Prozent auf 3,4 Milliarden US-Dollar. Auch das operative Geschäft entwickelte sich positiv. Netflix erwirtschaftete einen operativen Gewinn von rund 4,2 Milliarden Dollar bei einer operativen Marge von 33,4 Prozent.

Allerdings hat sich das Umsatzwachstum zuletzt abgeschwächt. Für das dritte Quartal stellte Netflix im Juli einen Umsatz von 12,86 Milliarden Dollar in Aussicht. Das würde einem Wachstum von knapp zwölf Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal entsprechen. Die Prognose lag unter den damaligen Erwartungen von Analysten.

Netflix hält an Umsatzprognose für 2026 fest

Trotz der Personalkürzungen rechnet der Streaminganbieter für das Gesamtjahr weiterhin mit einem deutlichen Umsatzanstieg. In seinem jüngsten Quartalsbericht vom 16. Juli hatte Netflix seine Jahresprognose auf 51,0 bis 51,4 Milliarden US-Dollar eingegrenzt. Dies entspricht einem erwarteten Wachstum von etwa 13 bis 14 Prozent.

Die operative Gewinnmarge soll nach Unternehmensplanung bei 31,5 Prozent liegen. Im Jahr 2025 hatte sie 29,5 Prozent betragen. Darüber hinaus erwartet Netflix für 2026 Werbeeinnahmen von ungefähr drei Milliarden Dollar. Das wäre etwa doppelt so viel wie im Vorjahr.

An diesen finanziellen Zielen hält die Konzernführung nach ihrer Mitteilung vom Mittwoch fest. Die Entlassungen bedeuten damit bislang keine offiziell angekündigte Senkung der Umsatzprognose.

Konkurrenz durch YouTube, Disney+ und andere Plattformen

Neben den klassischen Streamingdiensten Disney+ und Amazon Prime Video konkurriert Netflix zunehmend mit kostenlosen Videoangeboten. Plattformen wie YouTube und TikTok binden erhebliche Aufmerksamkeit, ohne dass Nutzer für sämtliche Inhalte ein kostenpflichtiges Abonnement benötigen.

Netflix reagiert darauf mit einer breiteren Programmstrategie. Der Konzern investiert unter anderem in Liveveranstaltungen, Sportübertragungen, Videopodcasts und Videospiele. Auch die Zusammenarbeit mit bekannten Videoproduzenten und die Weiterentwicklung des werbefinanzierten Abonnements gehören zu den Geschäftsschwerpunkten.

Ein wichtiger Maßstab ist die Zeit, die Zuschauer tatsächlich mit den Inhalten verbringen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden Netflix-Inhalte nach Unternehmensangaben weltweit mehr als 97 Milliarden Stunden angesehen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach dies einem Zuwachs von zwei Prozent.

Zugleich hat Netflix angekündigt, seine ausführlichen Berichte über die Nutzung einzelner Inhalte künftig nur noch einmal jährlich zu veröffentlichen. Die Umstellung soll 2027 beginnen. Wöchentliche Ranglisten für Filme und Serien will das Unternehmen weiterhin bereitstellen.

Neue Quartalszahlen am 20. Oktober erwartet

Wie sich das Geschäft zuletzt entwickelt hat, dürfte sich in der kommenden Woche genauer zeigen. Netflix will seine Ergebnisse für das dritte Quartal am Dienstag, 20. Oktober 2026, veröffentlichen.

Für denselben Tag ist eine Videoveranstaltung mit den beiden Vorstandschefs Greg Peters und Ted Sarandos sowie Finanzchef Spence Neumann vorgesehen. Dabei sollen auch Fragen von Finanzanalysten beantwortet werden.

Mit den neuen Zahlen wird sich überprüfen lassen, ob Netflix seine Wachstumsziele weiterhin erreicht. Die jetzt angekündigten Personalkürzungen gehören zu den größten Einschnitten in die Belegschaft des Unternehmens seit mehreren Jahren, während die Führung unverändert mit steigenden Umsätzen und einer hohen Profitabilität rechnet.

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