
Die No Angels gehören zu den bekanntesten deutschen Popgruppen der vergangenen Jahrzehnte. Am heutigen Samstag, 17. Oktober 2026, widmet ihnen die ARD eine neue Dokumentation. Um 23:55 Uhr zeigt Das Erste die erste Folge von „No Angels – Das sind WIR!“ mit dem Titel „Wie alles begann“. Darin erinnern sich die vier heutigen Bandmitglieder an ihre Anfänge in der Castingshow „Popstars“, den überraschend schnellen Aufstieg und die Veränderungen, die der Erfolg mit sich brachte. Die dreiteilige Produktion entstand anlässlich des 25-jährigen Bandjubiläums und ist bereits vollständig in der ARD Mediathek abrufbar.
Im Mittelpunkt der ersten Episode steht die Entstehung der Band zur Jahrtausendwende. Im Jahr 2000 suchte die Castingshow „Popstars“ nach einer deutschen Girlgroup, die an den internationalen Erfolg der Spice Girls anknüpfen sollte. Aus zahlreichen Bewerberinnen wurden schließlich fünf Sängerinnen ausgewählt.
Die Dokumentation erinnert an die Auswahlverfahren, die Arbeit mit der Jury, einen Workshop auf Mallorca und das gemeinsame Leben der angehenden Musikerinnen. Archivaufnahmen verbinden diese frühen Erlebnisse mit den Erinnerungen der heutigen Bandmitglieder.
Nadja Benaissa, Lucy Diakovska, Sandy Mölling und Jessica Wahls schildern dabei aus ihrer eigenen Perspektive, wie sie die Zeit vor dem Durchbruch erlebt haben. Neben der musikalischen Entwicklung geht es um die Beziehungen innerhalb der Gruppe und die Veränderungen, die mit einer gemeinsamen Karriere verbunden waren.
Der Film zeigt die Sängerinnen außerdem bei aktuellen Begegnungen und Proben. Auch ein gemeinsames Gespräch über eine lange zurückliegende Entscheidung gehört zum ersten Teil. Damit verbindet die Episode die Geschichte des Castingformats mit der Frage, wie die Frauen heute auf ihre damaligen Erfahrungen zurückblicken.
Die No Angels wurden Ende 2000 im Rahmen der ersten deutschen „Popstars“-Staffel zusammengestellt. Zur ursprünglichen Besetzung gehörten Nadja Benaissa, Lucy Diakovska, Sandy Mölling, Jessica Wahls und Vanessa Petruo.
Mit ihrer Debütsingle „Daylight in Your Eyes“ gelang ihnen 2001 der kommerzielle Durchbruch. Der Titel erreichte Platz eins der deutschen Singlecharts und wurde zum prägenden Lied der frühen Bandgeschichte. Auch das Debütalbum „Elle’ments“ entwickelte sich zu einem großen Erfolg.
In den folgenden Jahren veröffentlichten die No Angels weitere erfolgreiche Singles und Alben. Die Gruppe wurde zu einem der bekanntesten Beispiele für eine Popkarriere, die aus einer Fernsehsendung hervorgegangen war.
Ihr Erfolg fiel in eine Phase, in der Castingformate das Musikgeschäft zunehmend beeinflussten. Während internationale Girlgroups bereits seit den 1990er-Jahren große Erfolge feierten, etablierten die No Angels ein entsprechendes Konzept auf dem deutschen Musikmarkt.
Die Dokumentation betrachtet diese Entwicklung nicht ausschließlich anhand von Chartplatzierungen und Auftritten. Sie beschäftigt sich auch mit den Arbeitsbedingungen, dem öffentlichen Interesse und den persönlichen Folgen des schnellen Bekanntwerdens.
Die Bandgeschichte war von mehreren Veränderungen geprägt. 2003 verließ Jessica Wahls die Gruppe im Zusammenhang mit ihrer Schwangerschaft. Noch im selben Jahr kündigten die verbliebenen vier Sängerinnen die erste Auflösung der No Angels an.
2007 folgte eine Wiedervereinigung. Vanessa Petruo beteiligte sich daran nicht mehr. Die Gruppe setzte ihre Karriere mit Nadja Benaissa, Lucy Diakovska, Sandy Mölling und Jessica Wahls fort.
Ein weiterer international beachteter Auftritt folgte 2008 beim Eurovision Song Contest in Belgrad. Die No Angels vertraten Deutschland mit dem Titel „Disappear“ und erreichten den 23. Platz.
Auch die zweite gemeinsame Karrierephase endete schließlich. Nach einer längeren Unterbrechung fanden die vier Sängerinnen 2020 wieder zusammen. Seitdem stehen sie erneut gemeinsam auf der Bühne.
An der heutigen Besetzung hat sich für die Dokumentation nichts geändert. Ein neues fünftes Bandmitglied gibt es nicht. Die frühere Sängerin Vanessa Petruo gehört weiterhin nicht zur aktuellen Formation.
Der Rückblick auf diese unterschiedlichen Phasen bildet einen wesentlichen Bestandteil der neuen Dokumentationsreihe.
Neben den vier aktuellen Mitgliedern kommen in der Dokumentation weitere Personen zu Wort, die die Karriere der No Angels begleitet haben. Dazu gehört Simone Angel, die als Jurorin an der ersten Staffel von „Popstars“ beteiligt war.
Auch Choreograf und früherer Juror Detlef D! Soost sowie der ehemalige BRAVO-Chefredakteur Alex Gernandt steuern Erinnerungen bei. Ihre Perspektiven ergänzen die Aussagen der Sängerinnen und geben Einblicke in die damalige Musikindustrie und die öffentliche Wahrnehmung der Band.
Für die neue Produktion wurden die vier Sängerinnen über einen Zeitraum von rund einem Jahr begleitet. Das Filmteam war unter anderem bei Proben, gemeinsamen Treffen und persönlichen Gesprächen dabei.
Die Dokumentation verzichtet damit auf eine ausschließlich chronologische Darstellung der Karriere. Stattdessen werden historische Aufnahmen und aktuelle Begegnungen miteinander verbunden.
„No Angels – Das sind WIR!“ besteht aus drei Episoden, die jeweils ungefähr 45 Minuten dauern. Die erste Folge trägt den Titel „Wie alles begann“ und beschäftigt sich mit der Entstehung der Gruppe sowie den ersten Jahren ihres Erfolgs.
Die zweite Episode heißt „Die gefallenen Engel“. Sie behandelt den zunehmenden beruflichen Druck, die erste Trennung im Jahr 2003 und die Wiedervereinigung vier Jahre später.
Die dritte Folge trägt den Titel „Immer noch Daylight“. Darin stehen die Schwierigkeiten der späteren Karrierephase, die erneute Trennung und das Zusammenfinden der vier heutigen Bandmitglieder ab 2020 im Mittelpunkt.
Neben den musikalischen Entwicklungen beschäftigt sich die Reihe mit Freundschaft, Familie, Identität, psychischer Gesundheit und der Frage, wie die Sängerinnen im Laufe ihrer Karriere mehr Kontrolle über ihre Entscheidungen gewinnen konnten.
Für Buch und Regie zeichnen Björn Tanneberger und Miray Atli-Westermann verantwortlich. Produziert wurde die Dokumentation von Warner Bros. ITVP Deutschland im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks. An der Koproduktion sind außerdem NDR, ARD Kultur, hr, SWR und rbb beteiligt.
Die Fernsehpremiere der ersten Folge findet am Samstag, 17. Oktober 2026, um 23:55 Uhr im Ersten statt. Die Ausstrahlung endet in der Nacht zum Sonntag um 00:40 Uhr. Damit beträgt die vorgesehene Sendezeit 45 Minuten.
Bereits am Sonntag, 18. Oktober 2026, zeigt das MDR Fernsehen sämtliche Episoden hintereinander. Den Anfang macht um 22:25 Uhr noch einmal „Wie alles begann“. Um 23:10 Uhr folgt „Die gefallenen Engel“. Den Abschluss bildet um 23:55 Uhr die dritte Folge „Immer noch Daylight“, die bis 00:40 Uhr läuft.
Wer die Dokumentation unabhängig vom Fernsehprogramm sehen möchte, kann seit Mittwoch, 14. Oktober 2026, alle drei Teile in der ARD Mediathek abrufen. Nach den Angaben der ARD sind sie dort bis zum 14. Oktober 2031 verfügbar. Die Onlinefassungen haben Laufzeiten von rund 44 bis 46 Minuten. Untertitel und Audiodeskription stehen ebenfalls zur Verfügung.
Die neue Reihe erzählt damit nicht nur die Geschichte einer erfolgreichen deutschen Popgruppe. Sie dokumentiert auch, wie sich die Beziehungen zwischen den Musikerinnen über ein Vierteljahrhundert verändert haben und weshalb die No Angels nach mehreren Unterbrechungen wieder gemeinsam auftreten.
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