Nordex verdreifacht Quartalsgewinn nahezu und bestätigt höhere Jahresprognose

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Hamburger Windkraftanlagenhersteller Nordex hat im dritten Quartal 2026 deutlich mehr verdient als ein Jahr zuvor. Das Konzernergebnis stieg auf 147,1 Millionen Euro und hat sich damit nahezu verdreifacht. Auch beim Umsatz und operativen Ergebnis legte das im MDAX notierte Unternehmen kräftig zu. Gleichzeitig verfügt Nordex über einen Auftragsbestand von mehr als 19 Milliarden Euro. Die bereits Mitte Oktober angehobene Gewinnmargenprognose für das Gesamtjahr wurde bestätigt.

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Nordex steigert Umsatz um mehr als 28 Prozent

Die am Donnerstag, 5. November 2026, veröffentlichten Nordex Quartalszahlen zeigen einen deutlichen Anstieg von Umsatz und Ertrag. Von Juli bis September erzielte der Konzern einen Umsatz von 2,19 Milliarden Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 1,71 Milliarden Euro gewesen. Das entspricht einem Wachstum von 28,2 Prozent.

Noch stärker entwickelte sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, kurz EBITDA. Es erhöhte sich von 135,9 auf 278,2 Millionen Euro und hat sich damit mehr als verdoppelt. Die EBITDA-Marge verbesserte sich von 8,0 auf 12,7 Prozent. Damit blieb von jedem umgesetzten Euro ein deutlich größerer Anteil als operatives Ergebnis vor Abschreibungen übrig.

Unter dem Strich erzielte Nordex einen Konzerngewinn von 147,1 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte das Ergebnis bei 51,7 Millionen Euro gelegen. Der Gewinn stieg damit um rund 184 Prozent.

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Auftragsbestand wächst auf 19,3 Milliarden Euro

Neben der verbesserten Ertragslage meldete Nordex einen kräftigen Auftragseingang. Im dritten Quartal erhielt das Unternehmen im Projektgeschäft neue Bestellungen für Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 2.810 Megawatt. Gegenüber den 2.170 Megawatt des Vorjahresquartals entspricht das einem Zuwachs von 29,5 Prozent.

Die neuen Aufträge kamen aus zehn Ländern. Ihr Wert lag bei rund 2,5 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahresquartal etwa 2,0 Milliarden Euro erreicht worden waren.

Zum 30. September 2026 verfügte der Konzern über einen gesamten Auftragsbestand von rund 19,3 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 14,9 Milliarden Euro. Davon entfielen 12,2 Milliarden Euro auf die Lieferung und Errichtung von Windkraftanlagen. Weitere 7,1 Milliarden Euro betrafen das Servicegeschäft.

Der hohe Auftragsbestand gibt dem Unternehmen einen Überblick über bereits vertraglich vereinbarte Geschäfte in den kommenden Jahren. Wann diese Umsätze und die damit verbundenen Erträge tatsächlich anfallen, hängt unter anderem von der Umsetzung der einzelnen Projekte ab.

Nordex bestätigt höhere Gewinnmargenprognose für 2026

Bereits am 15. Oktober hatte Nordex seine Erwartungen für die Profitabilität im laufenden Geschäftsjahr deutlich angehoben. Mit der Veröffentlichung der vollständigen Quartalszahlen bestätigte das Unternehmen diese Prognose.

Für 2026 erwartet der Windkraftanlagenhersteller eine EBITDA-Marge zwischen 11,5 und 12,5 Prozent. Zuvor hatte die Zielspanne bei 8,0 bis 11,0 Prozent gelegen.

Die Umsatzprognose bleibt unverändert. Nordex rechnet weiterhin mit Erlösen zwischen 8,2 und 9,0 Milliarden Euro. Die geplanten Investitionen liegen bei rund 200 Millionen Euro.

Als wesentliche Gründe für die verbesserte Profitabilität nannte das Unternehmen höhere Margen im Servicegeschäft und die erfolgreiche Abwicklung von Windkraftprojekten. Zudem seien bestimmte Risiken im Projektgeschäft weniger stark eingetreten als ursprünglich einkalkuliert.

Servicegeschäft entwickelt sich profitabel

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei den Gewinnmargen der beiden Geschäftsbereiche. Im Projektgeschäft verbesserte sich die EBIT-Marge auf 13,1 Prozent. Das entspricht einem Anstieg um 2,0 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahresquartal.

Im Servicegeschäft erreichte die EBIT-Marge 20,6 Prozent und lag damit über der Zielmarke von 20 Prozent. Der Umsatz dieses Geschäftsbereichs erhöhte sich um 8,1 Prozent auf 237 Millionen Euro.

Allerdings verlief nicht jede operative Kennzahl positiv. Nordex installierte im dritten Quartal 331 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 2.021 Megawatt. Im Vorjahresquartal waren es 420 Anlagen mit 2.576 Megawatt gewesen.

Nach Unternehmensangaben waren dafür vor allem Verzögerungen auf Kundenseite, Schwierigkeiten bei Transportgenehmigungen und Verzögerungen bei der Rotorblattproduktion in der Türkei verantwortlich.

Gewinn auch nach neun Monaten deutlich gestiegen

Die positive Ergebnisentwicklung zeigt sich ebenfalls in den Zahlen für die ersten neun Monate des Jahres 2026. Zwischen Januar und September erwirtschaftete Nordex einen Umsatz von 5,95 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Anstieg von 18,7 Prozent.

Das EBITDA erhöhte sich von 323,6 auf 632,7 Millionen Euro. Die entsprechende Marge stieg von 6,5 auf 10,6 Prozent. Das Konzernergebnis erreichte 312,3 Millionen Euro, nachdem es ein Jahr zuvor bei 90,5 Millionen Euro gelegen hatte.

Auch die Finanzlage verbesserte sich. Zum Ende des dritten Quartals verfügte Nordex über liquide Mittel von rund 2,33 Milliarden Euro. Die Nettoliquidität lag bei 2,03 Milliarden Euro. Der freie Cashflow erreichte allein zwischen Juli und September 379,1 Millionen Euro.

Weltweiter Windkraftausbau eröffnet weitere Absatzmärkte

Nordex gehört zu den international tätigen Herstellern von Windenergieanlagen an Land. Das Unternehmen produziert unter anderem in Deutschland, Spanien, Brasilien, Indien, der Türkei und den USA. Die Anlagen werden weltweit für neue Windparks und die Modernisierung bestehender Standorte eingesetzt.

Der internationale Windkraftmarkt wächst weiterhin. Nach Angaben des Branchenverbands Global Wind Energy Council wurden im Jahr 2025 weltweit rund 165 Gigawatt neue Windkraftleistung installiert. Das waren etwa 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders stark entwickelte sich der Ausbau in China, während auch die USA, Indien und mehrere europäische Länder zu den wichtigen Märkten gehörten.

Gleichzeitig bestehen regionale Unterschiede beim Ausbau der Windenergie. Genehmigungsverfahren, der Zustand der Stromnetze und die Finanzierung neuer Projekte beeinflussen, wie schnell geplante Windparks tatsächlich entstehen können.

Nordex setzt neben seinem europäischen Geschäft zunehmend auf internationale Aufträge. Das Unternehmen verwies bei der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen unter anderem auf neue Bestellungen aus den USA und einen Auftrag aus Neuseeland im Oktober 2026.

Mit dem gestiegenen Auftragsbestand und der verbesserten Profitabilität geht Nordex mit einer höheren Ergebniserwartung in die letzten Monate des Geschäftsjahres 2026.

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