
Norwegens Staatsfonds hat das dritte Quartal 2026 mit einem Verlust abgeschlossen. Der weltweit größte Staatsfonds verzeichnete nach Angaben seiner Verwaltungsgesellschaft Norges Bank Investment Management ein negatives Anlageergebnis von 278 Milliarden norwegischen Kronen. Das entspricht rund 30 Milliarden US-Dollar. Vor allem steigende Zinsen setzten den Anleiheinvestitionen zu. Zugleich ging der Gesamtwert des Fonds deutlich stärker zurück.
Der norwegische Staatsfonds erzielte zwischen Juli und September 2026 eine Rendite von minus 0,5 Prozent. Damit blieb die Wertentwicklung um 0,18 Prozentpunkte hinter dem Vergleichsindex zurück. Die Zahlen veröffentlichte Norges Bank Investment Management am Donnerstag, 22. Oktober.
Besonders schwach entwickelten sich die festverzinslichen Wertpapiere. Bei Anleihen verzeichnete der Fonds eine Rendite von minus 3,5 Prozent. Steigende Marktzinsen führten zu Kursverlusten bei diesen Anlagen.
Die Aktieninvestitionen hielten sich dagegen leicht im Plus und erreichten eine Rendite von 0,5 Prozent. Innerhalb des Aktienportfolios gab es allerdings deutliche Unterschiede. Während Energieunternehmen besonders stark zulegten, entwickelten sich unter anderem Versorger und Immobilienunternehmen schwächer.
Deutlich größer als der eigentliche Anlageverlust fiel der Rückgang des gesamten Fondsvermögens aus. Zwischen Ende Juni und Ende September verringerte sich der Wert um rund 670 Milliarden norwegische Kronen.
Dafür waren neben den Verlusten aus den Investitionen vor allem Wechselkurse verantwortlich. Die norwegische Krone gewann gegenüber anderen Währungen an Wert. Dadurch sank der in Kronen umgerechnete Wert der internationalen Anlagen um 472 Milliarden Kronen.
Dem standen neue Mittelzuflüsse in Höhe von 80 Milliarden Kronen nach Verwaltungskosten gegenüber. Zum 30. September 2026 verfügte der Fonds damit noch über ein Vermögen von 22.014 Milliarden norwegischen Kronen, umgerechnet rund 22 Billionen Kronen.
Der Rückgang des Fondsvermögens ist somit nicht mit dem Anlageverlust gleichzusetzen. Ein erheblicher Teil entstand durch die veränderte Bewertung ausländischer Vermögenswerte in norwegischer Währung.
Trotz des schwächeren Quartals bilden Aktien weiterhin den mit Abstand größten Teil des Portfolios. Ende September waren 72,1 Prozent des Vermögens in Unternehmensbeteiligungen angelegt.
Auf festverzinsliche Wertpapiere entfielen 25,8 Prozent. Weitere 1,6 Prozent steckten in nicht börsennotierten Immobilien und 0,5 Prozent in nicht börsennotierter Infrastruktur für erneuerbare Energien.
Die beiden kleineren Anlageklassen entwickelten sich im dritten Quartal positiv. Immobilieninvestitionen erzielten eine Rendite von 0,4 Prozent. Bei Infrastrukturinvestitionen im Bereich erneuerbarer Energien erreichte der Fonds ein Plus von 7,5 Prozent. Aufgrund ihres geringen Anteils konnten diese Gewinne die Verluste bei den Anleihen jedoch nicht ausgleichen.
Das negative Quartalsergebnis folgt auf ein außergewöhnlich ertragreiches erstes Halbjahr. Von Januar bis Juni 2026 hatte der Staatsfonds noch eine Rendite von 9,4 Prozent erzielt. Der damalige Anlagegewinn belief sich auf 1.753 Milliarden norwegische Kronen. Besonders Aktieninvestitionen hatten zu diesem Ergebnis beigetragen.
Die schwächere Entwicklung im dritten Quartal verdeutlicht, wie stark auch ein breit gestreutes Portfolio von Zinsbewegungen und Wechselkursen beeinflusst wird. Während die Aktienanlagen insgesamt stabil blieben, belastete der Anleihemarkt die Gesamtrendite.
Norwegens Staatsfonds trägt den offiziellen Namen Government Pension Fund Global. Er wurde geschaffen, um Einnahmen aus der Öl- und Gasförderung langfristig anzulegen und damit auch künftigen Generationen zugutekommen zu lassen.
Der Fonds investiert ausschließlich außerhalb Norwegens und hält Beteiligungen an Tausenden börsennotierten Unternehmen. Hinzu kommen Staats- und Unternehmensanleihen, Immobilien und Infrastrukturprojekte. Mit seinen umfangreichen Beteiligungen gehört er zu den bedeutendsten institutionellen Investoren der internationalen Finanzmärkte.
Die langfristige Anlagestrategie soll dazu beitragen, Schwankungen einzelner Märkte auszugleichen. Trotz des Verlustquartals blieb der Staatsfonds Ende September 2026 mit einem Vermögen von mehr als 22 Billionen norwegischen Kronen einer der wichtigsten Kapitalanleger weltweit.
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