Deutschland und Nvidia wollen industrielle KI in die Fabriken bringen

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Grzegorz Walczak

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Die Bundesregierung und der US-Chipkonzern Nvidia haben am Montag, 19. Oktober 2026, eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei Künstlicher Intelligenz unterzeichnet. Die KI-Kooperation mit Nvidia soll insbesondere die Entwicklung intelligenter Roboter, automatisierter Produktionsanlagen und leistungsfähiger KI-Modelle für die Industrie fördern. Die Vereinbarung wurde im Rahmen des Investitionsgipfels in Berlin bekannt gegeben, bei dem Bundeskanzler Friedrich Merz mit Nvidia-Chef Jensen Huang zusammenkommt.

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Bundesregierung und Nvidia setzen auf physische KI

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht die sogenannte physische KI, international als Physical AI bezeichnet. Gemeint sind KI-Systeme, die ihre Umgebung erfassen, Bewegungen planen und mit der realen Welt interagieren können. Solche Technologien werden beispielsweise für Industrieroboter, autonome Fahrzeuge und automatisierte Fabriken entwickelt. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums und des Forschungsministeriums soll die Kooperation dazu beitragen, entsprechende KI-Modelle weiterzuentwickeln und industrielle Anwendungen schneller in die Praxis zu bringen.

Die Initiative soll auf den umfangreichen Produktionsdaten, dem technischen Fachwissen und den industriellen Fähigkeiten deutscher Unternehmen aufbauen. Eine wichtige Rolle übernimmt dabei die bereits bestehende Plattform Industrie 4.0. Sie soll stärker auf industrielle KI ausgerichtet werden und Unternehmen unterschiedlicher Größe zusammenbringen. Nach Informationen des Handelsblatts ist außerdem eine gemeinsame Arbeitsgruppe vorgesehen, die sich mit der benötigten Recheninfrastruktur, der Entwicklung spezialisierter KI-Modelle und der praktischen Nutzung der Technologie beschäftigen soll.

Investitionen in Millionenhöhe noch nicht bestätigt

An der geplanten Zusammenarbeit sollen neben Nvidia auch deutsche Industrieunternehmen und Technologieanbieter beteiligt sein. Als mögliche Partner wurden unter anderem Siemens, die Volkswagen-Tochter Audi und das KI-Unternehmen Black Forest Labs genannt. Insgesamt ist von etwa einem Dutzend Unternehmen die Rede. Nvidia soll seine Zusammenarbeit mit deutschen Partnern ausweiten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf offenen KI-Modellen, die für industrielle Aufgaben entwickelt und von unterschiedlichen Unternehmen eingesetzt werden können.

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Offen blieb zunächst, wie viel Geld der Bund für die neue Initiative bereitstellt. Das Handelsblatt hatte vor dem Gipfel über eine mögliche staatliche Finanzierung im dreistelligen Millionenbereich berichtet. Die Mittel sollen demnach unter anderem für Rechenkapazitäten und das Training von KI-Modellen eingesetzt werden. Auch technische Unterstützung durch Nvidia ist vorgesehen. Eine verbindlich bestätigte Fördersumme lag zunächst jedoch nicht vor. Regierungssprecher Stefan Hille hatte eine entsprechende Nachfrage bereits am Freitag nicht kommentiert. Die unterzeichnete Absichtserklärung legt die Ziele der Zusammenarbeit fest, ist aber nicht mit einem abgeschlossenen Investitionsvertrag gleichzusetzen.

Deutschland will seine Industrie im KI-Wettbewerb stärken

Die neue Vereinbarung knüpft an frühere Aktivitäten von Nvidia in Deutschland an. Bereits im Juni 2025 hatte die Bundesregierung nach einem Treffen zwischen Merz und Huang den geplanten Aufbau einer leistungsfähigen KI-Infrastruktur für industrielle Anwendungen vorgestellt. Auch Siemens arbeitet bereits mit dem amerikanischen Technologiekonzern zusammen. Am Montag präsentierte das Unternehmen neue KI-Anwendungen für seine Elektronikfertigung in Erlangen, die unter anderem Produktionsabläufe mithilfe digitaler Modelle verbessern sollen. Diese industrielle Partnerschaft besteht unabhängig von der neuen Absichtserklärung des Bundes.

Für Deutschland steht hinter der Zusammenarbeit das Ziel, die eigenen Stärken im Maschinenbau, in der Automobilindustrie und in der industriellen Forschung stärker mit moderner KI-Technologie zu verbinden. Gleichzeitig verdeutlicht die Kooperation die Bedeutung amerikanischer Technologieanbieter. Nvidia gehört zu den wichtigsten Lieferanten leistungsfähiger KI-Prozessoren und der dazugehörigen Software. Die Bundesregierung verfolgt parallel das Ziel, Europas technologische Eigenständigkeit zu stärken. Auf dem zweitägigen Investitionsgipfel in Berlin will sie zudem internationale Unternehmen und Kapitalgeber für neue Projekte in Deutschland gewinnen. Am Dienstag sollen die Gespräche mit rund 200 Führungskräften und Investoren fortgesetzt werden.

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