Ölpreis steigt weiter: DAX und EZB geraten in den Fokus

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die erneute militärische Eskalation am Persischen Golf prägt zum Wochenbeginn die internationalen Finanzmärkte. Ein Ölpreis nahe 100 US-Dollar je Barrel verstärkt die Sorge vor länger anhaltend hohen Energiekosten und damit vor zusätzlichem Inflationsdruck. Für den deutschen Aktienmarkt beginnt die Woche zugleich mit dem Blick auf die Europäische Zentralbank. Am Donnerstag entscheidet die EZB über ihre Leitzinsen.

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Die Nordseesorte Brent kostete am Montag um 05.12 Uhr GMT, entsprechend 07.12 Uhr deutscher Zeit, 97,07 US-Dollar je Barrel. Das waren 0,82 Prozent mehr als zuvor. US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate lag zu diesem Zeitpunkt bei 92,28 US-Dollar und damit 0,87 Prozent im Plus. In der vergangenen Woche war Brent bereits um 7,8 Prozent gestiegen, WTI um knapp zehn Prozent.

Angriffe auf Tanker verschärfen die Lage am Persischen Golf

Hinter dem erneuten Preisanstieg stehen vor allem die Risiken für den Schiffsverkehr rund um die Straße von Hormus. Das US-Zentralkommando CENTCOM bestätigte für den 5. September Angriffe amerikanischer Streitkräfte auf drei mit dem Iran verbundene Öltanker. Nach Darstellung der USA waren zuvor zwei Schiffe der US-Marine durch iranische Kräfte angegriffen worden.

Auch das von der britischen UKMTO unterstützte Joint Maritime Information Center führt drei betroffene Tanker in seinem aktuellen Lagebericht auf. Demnach wurden die Schiffe Stark 1 und Downy außer Gefecht gesetzt. Der Tanker Kylo, auch unter dem Namen Noxen bekannt, wurde nach diesen Angaben ebenfalls getroffen und sank. Für die Straße von Hormus stufte das Zentrum die Gefährdungslage weiterhin als schwer ein.

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Die iranischen Revolutionsgarden erklärten ihrerseits, drei Öltanker auf aus ihrer Sicht nicht genehmigten Routen in der Straße von Hormus sowie drei weitere amerikanische Schiffe angegriffen zu haben. Diese Angaben stammen von der iranischen Seite. Die einzelnen behaupteten Treffer sind damit nicht sämtlich unabhängig bestätigt.

Die Auswirkungen auf den Verkehr sind bereits sichtbar. Daten des Analyseunternehmens Kpler zufolge passierten in den vergangenen zehn Tagen durchschnittlich zehn Frachtschiffe pro Tag die Straße von Hormus. Das war der niedrigste Wert seit Mai. Am Samstag wurden demnach nur zwei Durchfahrten registriert, am Sonntag sechs.

Die Meerenge ist für den internationalen Energiemarkt von erheblicher Bedeutung. Vor dem aktuellen Konflikt wurde nach Reuters-Angaben etwa ein Fünftel des weltweiten Ölangebots durch die Straße von Hormus transportiert. Einschränkungen oder Verzögerungen im Schiffsverkehr können deshalb die Preise auch dann bewegen, wenn die eigentliche Fördermenge zunächst nicht entsprechend stark sinkt.

DAX startet von mehr als 26.000 Punkten in die Woche

Der DAX Start am Montag erfolgt nach einer vergleichsweise stabilen Sitzung zum Ende der vergangenen Woche. Der deutsche Leitindex hatte den Freitag mit 26.046,40 Punkten beendet. Das Tagesplus lag bei 0,17 Prozent. Damit hielt sich der DAX oberhalb der Marke von 26.000 Punkten.

Am Montagmorgen war der reguläre Xetra-Handel noch nicht eröffnet. Vorbörsliche Indikationen signalisierten zeitweise leichte Verluste, ohne einen größeren Kursrückgang erkennen zu lassen. Gegen 07.36 Uhr wurde Brent zugleich mit 97,41 US-Dollar und WTI mit 92,64 US-Dollar angegeben.

Steigende Ölpreise wirken auf Aktienmärkte in unterschiedliche Richtungen. Energieunternehmen können von höheren Rohstoffpreisen profitieren. Für Fluggesellschaften, Transportunternehmen und energieintensive Industrieunternehmen bedeuten höhere Öl- und Treibstoffkosten dagegen potenziell höhere Ausgaben. Hinzu kommt die Wirkung über die Geldpolitik: Bleibt Energie teuer, kann sich der Spielraum der Zentralbanken für niedrigere Zinsen verringern.

Inflation im Euroraum steigt auf 3,3 Prozent

Diese Verbindung zwischen Energiepreisen und Geldpolitik ist in Europa bereits deutlich sichtbar. Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag nach der Schnellschätzung von Eurostat im August bei 3,3 Prozent. Im Juli hatte sie noch bei 2,9 Prozent gelegen.

Besonders auffällig war die Entwicklung bei Energie. Die jährliche Teuerungsrate dieser Komponente lag im August laut Eurostat bei 14,3 Prozent, nach 10,3 Prozent im Juli. Die Inflation ohne Energie lag dagegen bei 2,2 Prozent. Dienstleistungen verteuerten sich auf Jahressicht um 3,0 Prozent.

Damit trifft der erneute Anstieg der Ölpreise auf eine Inflationsentwicklung, die bereits vor der jüngsten Eskalation deutlich über dem mittelfristigen Ziel der EZB von zwei Prozent lag.

EZB Zinsentscheid September 2026 steht am Donnerstag an

Der EZB Zinsentscheid September 2026 ist deshalb eines der zentralen Ereignisse dieser Handelswoche. Der EZB-Rat tagt am Mittwoch und Donnerstag in Berlin. Die geldpolitischen Beschlüsse sollen am Donnerstag, 10. September, um 14.15 Uhr veröffentlicht werden. Die Pressekonferenz mit EZB-Präsidentin Christine Lagarde beginnt um 14.45 Uhr.

Aktuell liegt der Einlagensatz der EZB bei 2,25 Prozent. Der Hauptrefinanzierungssatz liegt bei 2,40 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent. Diese Sätze gelten seit dem 17. Juni. Bei ihrer Sitzung im Juli hatte die Zentralbank die Zinsen unverändert gelassen und ausdrücklich auf die Unsicherheit über die weiteren Folgen des Energiepreisschocks hingewiesen.

An den Finanzmärkten wird inzwischen weitgehend mit einer Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte gerechnet. Reuters zufolge war ein solcher Schritt am Montag vollständig in den Marktpreisen berücksichtigt. Eine Reuters-Umfrage unter Ökonomen deutete zugleich darauf hin, dass viele Fachleute nach einer möglichen September-Anhebung zunächst keine weitere Straffung erwarten.

Eine Zinserhöhung ist dennoch nicht beschlossen. Die EZB betont, dass sie ihre Entscheidungen von Sitzung zu Sitzung anhand der Inflationsaussichten, der zugrunde liegenden Preisentwicklung und der wirtschaftlichen Daten trifft.

Energiepreise verbinden Golfkonflikt, Börse und Geldpolitik

Damit greifen in dieser Woche mehrere Entwicklungen unmittelbar ineinander. Die Ölpreise am Persischen Golf reagieren auf die verschärften Risiken für Tanker und Transportwege. Die DAX Entwicklung September 2026 wird unter anderem davon beeinflusst, wie Unternehmen und Anleihemärkte auf höhere Energiekosten reagieren. Gleichzeitig erhöhen diese Preise den Druck auf die Inflation und verändern damit die EZB Zinserwartungen.

Zusätzliche Fördermengen dürften kurzfristig nicht automatisch für Entlastung sorgen. Die OPEC+ ließ ihre Produktionspolitik für Oktober am Sonntag unverändert. Entscheidend für die Preisentwicklung bleibt deshalb auch, wie viel Öl tatsächlich auf dem Weltmarkt verfügbar ist und wie störungsfrei die Transportwege funktionieren.

Für die Finanzmärkte bleibt die Straße von Hormus damit in den kommenden Tagen ein wichtiger Faktor. Bewegungen beim Ölpreis können unmittelbar auf Inflationserwartungen, Anleiherenditen und Aktienbewertungen wirken. Der konkrete geldpolitische Kurs der EZB wird jedoch erst mit ihrem Beschluss am Donnerstag feststehen.

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