
Bei Microsoft Outlook und weiteren Diensten von Microsoft 365 hat eine größere technische Störung den E-Mail-Verkehr beeinträchtigt. Auch Nutzer in Deutschland meldeten seit Montagabend Probleme beim Zugriff auf ihre Postfächer. Betroffen waren unter anderem das Anmelden bei Exchange Online sowie das Versenden und Empfangen von E-Mails. Microsoft bestätigte den Vorfall und leitete Gegenmaßnahmen ein. Am frühen Dienstagmorgen, 1. September 2026, meldete der Konzern schrittweise Verbesserungen, Einschränkungen konnten zu diesem Zeitpunkt aber noch auftreten.
Die Störung begann bereits am Montag, 31. August. Im Laufe des Nachmittags und Abends nahm die Zahl der Fehlermeldungen international deutlich zu. Auch aus mehreren deutschen Städten wurden Probleme mit Outlook gemeldet. Nutzer berichteten unter anderem über Verbindungsfehler, fehlgeschlagene Anmeldungen sowie Schwierigkeiten beim Senden und Empfangen von Nachrichten.
Microsoft führt die vor allem Exchange Online betreffende Störung unter der Kennung EX1464935. Der Konzern bestätigte außerdem, dass die technische Ursache nicht allein Auswirkungen auf den E-Mail-Dienst hatte.
Nach Angaben von Microsoft hängt die Störung mit einer zentralen Authentifizierungskomponente zusammen. Diese ist dafür mitverantwortlich, dass Nutzer und Anwendungen ordnungsgemäß auf Microsofts Cloud-Dienste zugreifen können.
Bei Exchange Online zeigten sich die Probleme auf unterschiedliche Weise. Nachrichten konnten verspätet oder gar nicht versendet und empfangen werden. Außerdem traten Fehler bei der Anmeldung auf. Auch die Suche innerhalb von Postfächern konnte verzögert sein oder unvollständige Ergebnisse liefern. Teilweise waren zudem Funktionen der Exchange-Verwaltung beeinträchtigt.
Microsoft untersuchte dafür Telemetrie- und Diagnosedaten seiner Infrastruktur. Anschließend begann das Unternehmen damit, die betroffene Authentifizierungskomponente gezielt erneut einzuspielen. Teile der Infrastruktur wurden zusätzlich neu gestartet, damit die Änderungen wirksam werden konnten.
Eine abschließende technische Ursache für das Versagen der Komponente hatte Microsoft zunächst nicht veröffentlicht. Im Internet kursierten Hinweise auf ein möglicherweise abgelaufenes internes Zertifikat. Diese Darstellung war jedoch zunächst nicht von Microsoft als Ursache bestätigt. Gesichert war lediglich, dass eine Authentifizierungskomponente nicht wie vorgesehen funktionierte beziehungsweise bereitgestellt wurde.
Im Verlauf der Störung stellte Microsoft fest, dass sich das Problem über Exchange Online hinaus auswirkte. Dafür richtete das Unternehmen mit MO1465074 eine zusätzliche Meldung für Microsoft 365 ein.
Zu den betroffenen Bereichen gehörten neben Exchange Online auch Szenarien bei Microsoft Teams, OneDrive for Business und SharePoint Online. Zudem wurden Auswirkungen auf Microsoft Purview und Microsoft Defender XDR festgestellt. Exchange Online blieb nach Angaben des Unternehmens jedoch der am stärksten betroffene Dienst.
Damit handelte es sich nicht lediglich um einen Fehler innerhalb einer einzelnen Outlook-App. Die Ursache lag in Microsofts Cloud-Infrastruktur. Entsprechend konnten Nutzer je nach Konto, verwendeter Anwendung und betroffener Infrastruktur unterschiedliche Fehler feststellen. Nicht jeder Microsoft-365-Kunde war zwangsläufig im gleichen Umfang betroffen.
Auch deshalb konnte Outlook bei einzelnen Nutzern noch funktionieren, während andere keine Verbindung zu ihrem Postfach herstellen konnten. Die Störung konnte zudem Funktionen betreffen, die im Hintergrund auf Exchange Online oder auf Microsofts Authentifizierungsdienste zugreifen.
In Deutschland wurden am Montagabend aus verschiedenen Regionen Schwierigkeiten gemeldet. Auf Störungsplattformen tauchten unter anderem Meldungen aus Berlin, Hamburg und Nürnberg auf. Genannt wurden dort Probleme mit dem Login, Verbindungsabbrüche sowie Schwierigkeiten beim Senden und Empfangen von E-Mails.
Solche Nutzerangaben zeigen, dass die Störung auch Deutschland erreichte. Sie erlauben allerdings keine verlässliche Aussage darüber, wie viele Menschen tatsächlich betroffen waren. Microsoft veröffentlichte zunächst weder für Deutschland noch weltweit eine konkrete Zahl betroffener Konten.
International stiegen die Meldungen auf Störungsplattformen ebenfalls deutlich an. Microsoft selbst sprach von Beeinträchtigungen bei Exchange Online und weiteren Microsoft-365-Diensten, nannte jedoch keine Gesamtzahl betroffener Nutzer.
Die Störung hatte damit vor allem für Unternehmen erhebliche praktische Bedeutung. Exchange Online bildet bei zahlreichen Organisationen die technische Grundlage für E-Mail-Kommunikation, Kalender und weitere Funktionen innerhalb von Microsoft 365.
Im Laufe der Nacht weitete Microsoft seine Gegenmaßnahmen auf zusätzliche Teile der betroffenen Infrastruktur aus. Das Unternehmen meldete anschließend eine allmähliche Erholung des E-Mail-Verkehrs.
Dabei konnten noch Nachwirkungen auftreten. Microsoft wies darauf hin, dass sich aufgestaute Nachrichten verzögert zustellen können und einzelne nachgelagerte Funktionen weiterhin beeinträchtigt sein können. Auch bei der Suche innerhalb von Postfächern waren Restprobleme möglich.
Am Dienstagmorgen zeigte Microsofts öffentlich zugängliche Statusseite die dort aufgeführten Produkte wieder als betriebsbereit an. Gleichzeitig hatte Microsoft in seinen detaillierteren Meldungen für Microsoft 365 noch auf mögliche Restbeeinträchtigungen und verzögerte E-Mail-Zustellungen hingewiesen. Für Geschäftskunden können detaillierte Informationen zusätzlich im Microsoft-365-Admin-Center erscheinen.
Damit deutete sich am Morgen eine weitgehende Normalisierung an. Eine konkrete Zahl der betroffenen Nutzer oder eine abschließende technische Ursachenanalyse hatte Microsoft zunächst nicht veröffentlicht. Bestätigt war, dass ein Problem mit einer Authentifizierungskomponente die Störung ausgelöst beziehungsweise wesentlich zu ihr beigetragen hatte und Microsoft Teile seiner Infrastruktur neu konfigurierte und neu startete, um den regulären Betrieb wiederherzustellen.
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