Nudelhersteller Sassella insolvent: Gläubiger beraten über Zukunft

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Die Pasta Sassella Tartero GmbH aus Rheinbach bei Bonn ist insolvent. Das Amtsgericht Bonn eröffnete am 1. Oktober 2026 das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Nudelherstellers. Als Gründe nennt der gerichtliche Beschluss Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. Mitte November steht nun eine wichtige Gläubigerversammlung an, bei der über den weiteren Verlauf des Verfahrens entschieden werden soll. Das Unternehmen produziert seit Jahrzehnten italienische Pastaspezialitäten und beliefert nach eigenen Angaben Kunden in Deutschland und im angrenzenden Ausland.

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Insolvenzverfahren bereits im Juli beantragt

Der Insolvenzantrag der Pasta Sassella Tartero GmbH ging laut Amtsgericht Bonn am 28. Juli 2026 ein. Einen Tag später wurde Rechtsanwältin Caroline Stevens zur vorläufigen Insolvenzverwalterin bestellt. Seit der Verfahrenseröffnung Anfang Oktober ist sie als Insolvenzverwalterin eingesetzt. Das Verfahren wird unter dem Aktenzeichen 99 IN 175/26 geführt.

Die Gläubiger können ihre Forderungen bis zum 11. November 2026 bei der Insolvenzverwalterin anmelden. Für Dienstag, den 17. November, um 10 Uhr hat das Amtsgericht Bonn eine Gläubigerversammlung angesetzt. Dabei stehen der Bericht der Insolvenzverwalterin und Beschlüsse über den Fortgang des Verfahrens auf der Tagesordnung. Auch eine mögliche Veräußerung des Unternehmens oder seiner Vermögenswerte gehört zu den vorgesehenen Beratungsgegenständen. Die Prüfung der angemeldeten Forderungen erfolgt anschließend schriftlich. Als Stichtag ist der 29. Dezember 2026 festgesetzt.

Insolvenzverwalterin suchte Käufer für die Nudelfabrik

Bereits während des vorläufigen Insolvenzverfahrens bemühte sich die Insolvenzverwaltung um eine Fortführung der Produktion. Caroline Stevens erklärte in einem öffentlichen Beitrag aus der Anfangsphase des Verfahrens, der operative Geschäftsbetrieb sei stabilisiert worden. Zugleich suchte sie nach einem Interessenten, der den Geschäftsbetrieb und insbesondere die Produktion am Standort Rheinbach übernehmen könnte.

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Als eine erhebliche wirtschaftliche Belastung beschrieb Stevens die Finanzierungskosten eines Neubauprojekts. Diese seien durch einen Wasserschaden deutlich höher ausgefallen als ursprünglich vorgesehen. Gleichzeitig habe sich der Umsatz in den vorausgegangenen Jahren positiv entwickelt. In welchem Umfang weitere Faktoren zu den finanziellen Schwierigkeiten beitrugen, blieb offen.

Nach damaligen Angaben der Insolvenzverwalterin beschäftigte das Unternehmen 31 Menschen. Für sie wurde Ende Juli eine Insolvenzgeldvorfinanzierung organisiert, sodass erste Zahlungen bereits kurz nach Beginn des vorläufigen Verfahrens erfolgen konnten. Ob weiterhin alle damaligen Arbeitsplätze bestehen und wie weit die Suche nach einem Übernehmer inzwischen fortgeschritten ist, war zunächst nicht bekannt.

Von einem italienischen Restaurant zum bundesweiten Lieferanten

Die Geschichte des Unternehmens reicht bis in die 1980er-Jahre zurück. Die aus der italienischen Lombardei stammenden Brüder Giorgio und Francesco Tartero eröffneten 1983 ein Restaurant in Bonn-Kessenich. Mit ihren selbst hergestellten Nudeln bauten sie sich einen Kundenkreis auf, der schließlich über die eigene Gastronomie hinausging. Im Jahr 1997 entstand daraus die Pastaproduktion in Rheinbach.

Die Firma spezialisierte sich auf frische italienische Nudeln und verwendet nach eigenen Angaben unter anderem eine eigens angefertigte Bronzepresse. Diese verleiht der Pasta eine raue Oberfläche, an der Saucen besser haften können. Zum Kundenkreis gehören nach Unternehmensangaben Gastronomiebetriebe, Feinkosthändler und weitere Abnehmer im Lebensmittelhandel. Die Produkte werden bundesweit und in angrenzende Länder geliefert.

Restaurant in Bonn nicht von Insolvenz betroffen

Von der Insolvenz der Nudelfabrik ist das bekannte Restaurant Sassella in Bonn-Kessenich zu unterscheiden. Die Gastronomie wird inzwischen von einem Familienmitglied weitergeführt. Bereits bei der Einleitung des vorläufigen Insolvenzverfahrens hatte Caroline Stevens ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Restaurantbetrieb nicht betroffen sei.

Für die Produktionsgesellschaft steht dagegen ein wichtiger Termin bevor. Am 17. November sollen die Gläubiger auf Grundlage des Berichts der Insolvenzverwalterin über den weiteren Verlauf beraten und die vorgesehenen Beschlüsse fassen. Ob die Nudelfabrik langfristig fortgeführt, von einem Investor übernommen oder anders verwertet wird, war bis zum 23. Oktober nicht abschließend geklärt.

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