PayPal überzeugt bei Umsatz und Gewinn, doch Anleger schauen auf den schwachen Ausblick

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PayPal Quartalszahlen 2026 fallen auf den ersten Blick stärker aus als erwartet. Der US-Zahlungsdienstleister hat im ersten Quartal mehr Umsatz erzielt und beim bereinigten Gewinn je Aktie besser abgeschnitten als von Analysten prognostiziert. Trotzdem bleibt die Reaktion am Markt gemischt, weil der Ausblick für das zweite Quartal deutlich vorsichtiger ausfällt.

PayPal übertrifft die Erwartungen im ersten Quartal

PayPal meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 8,35 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Schnitt mit 8,05 Milliarden Dollar gerechnet. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie lag das Unternehmen über den Erwartungen. PayPal kam auf 1,34 Dollar, während der Konsens zuvor bei 1,27 Dollar gelegen hatte.

Damit liefert der Bezahldienstleister zunächst ein besseres Zahlenwerk als befürchtet. Besonders wichtig ist dabei, dass nicht nur der Umsatz zulegte, sondern auch das abgewickelte Zahlungsvolumen weiter wuchs. Das gesamte Bezahlvolumen stieg auf rund 464 Milliarden Dollar. Auf ausgewiesener Basis entspricht das einem Plus von elf Prozent, währungsbereinigt einem Zuwachs von acht Prozent.

Mehr Transaktionen, aber kaum Wachstum bei den Nutzerkonten

Im operativen Geschäft zeigen die Zahlen ein gemischtes Bild. Die Zahl der Zahlungstransaktionen stieg im ersten Quartal um sieben Prozent auf rund 6,5 Milliarden. Die aktiven Konten erhöhten sich dagegen nur leicht um ein Prozent auf 439 Millionen. Gegenüber dem Vorquartal blieb die Nutzerbasis nahezu unverändert.

Das ist für die Bewertung der PayPal Aktie wichtig. Das Unternehmen wächst derzeit vor allem über mehr Zahlungsvolumen und höhere Nutzung, nicht über eine deutlich größere Zahl aktiver Accounts. Für Anleger ist daher entscheidend, ob PayPal aus seiner bestehenden Kundenbasis künftig mehr Ertrag ziehen kann und ob neue Produkte wie Venmo, Checkout-Angebote oder weitere Finanzdienste wieder stärkere Dynamik bringen.

Margen geraten unter Druck

Trotz des Umsatzwachstums zeigen die Ergebnisse auch Schwachstellen. Der operative Gewinn nach GAAP sank im Jahresvergleich um drei Prozent auf 1,49 Milliarden Dollar. Die operative Marge ging von 19,6 auf 17,8 Prozent zurück. Auch der Nettogewinn fiel deutlich: PayPal erzielte 1,11 Milliarden Dollar, nach 1,29 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal.

Auf bereinigter Basis sah das Bild etwas besser aus. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg leicht von 1,33 auf 1,34 Dollar. Gleichzeitig sank aber auch der bereinigte operative Gewinn um fünf Prozent auf 1,54 Milliarden Dollar. Damit bleibt die zentrale Herausforderung bestehen: PayPal wächst beim Umsatz, muss aber weiter beweisen, dass dieses Wachstum auch nachhaltig profitabler wird.

Schwacher Ausblick belastet die PayPal Aktie

Der eigentliche Dämpfer liegt im Ausblick. Für das zweite Quartal erwartet PayPal beim bereinigten Gewinn je Aktie einen Rückgang im hohen einstelligen Prozentbereich, konkret etwa minus neun Prozent. Im Vorjahresquartal hatte der bereinigte Gewinn je Aktie bei 1,40 Dollar gelegen.

Für das Gesamtjahr hält PayPal an seiner bisherigen Prognose fest. Das Unternehmen rechnet weiterhin mit einem Rückgang des GAAP-Gewinns je Aktie im mittleren einstelligen Prozentbereich. Beim bereinigten Gewinn je Aktie reicht die Spanne von einem leichten Rückgang bis zu einem leicht positiven Wert. Das ist kein Einbruchsszenario, aber auch kein klares Signal für eine schnelle Rückkehr zu stärkerem Gewinnwachstum.

Neuer Chef, neue Struktur und ein Sparprogramm

Zusätzliche Aufmerksamkeit bekommt PayPal derzeit wegen des Führungswechsels. Enrique Lores hatte im März die Leitung übernommen und stand nun erstmals bei Quartalszahlen im Fokus. Nach Reuters-Angaben will PayPal das Geschäft in drei operative Einheiten neu ordnen, darunter einen Bereich mit stärkerem Fokus auf Venmo.

Parallel plant der Konzern Einsparungen von rund 1,5 Milliarden Dollar über die kommenden zwei bis drei Jahre. Das Geld soll nach Angaben des Unternehmens wieder in Wachstum investiert werden. Außerdem kaufte PayPal im ersten Quartal rund 34 Millionen eigene Aktien für 1,5 Milliarden Dollar zurück. Der Verwaltungsrat beschloss zudem eine Quartalsdividende von 0,14 Dollar je Aktie.

Warum die Zahlen allein noch nicht reichen

Die Quartalszahlen nehmen PayPal kurzfristig Druck von der Bilanzseite. Umsatz, bereinigter Gewinn und Zahlungsvolumen lagen über den Erwartungen. Gleichzeitig zeigen der schwache Ergebnisausblick, die rückläufigen Margen und die stagnierende Nutzerbasis, warum der Markt weiterhin vorsichtig bleibt.

Für einen nachhaltigen Stimmungswechsel bei der PayPal Aktie dürfte deshalb nicht nur das nächste Quartal entscheidend sein. Wichtiger wird, ob die neue Unternehmensstruktur, das Sparprogramm und die geplanten Investitionen tatsächlich wieder zu mehr Wachstum und besserer Profitabilität führen. Bis dahin bleibt PayPal ein Konzern mit soliden operativen Kennziffern, aber noch ohne klaren Befreiungsschlag.

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