Pedersen spricht über Bruch mit Ex-Trainer Sandro Wagner

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Hertha-Profi Mads Pedersen hat ausführlich über sein Verhältnis zu seinem früheren Trainer Sandro Wagner beim FC Augsburg gesprochen. Der 30 Jahre alte dänische Linksverteidiger schilderte dem dänischen Fußballportal Bold einen Konflikt, der sich während der Saison 2025/26 immer weiter zugespitzt habe. Mehrere zentrale Punkte seiner Darstellung betreffen interne Vorgänge beim Bundesligisten und sind bislang nicht unabhängig bestätigt.

Pedersen spielt inzwischen für Hertha BSC in der 2. Bundesliga. Wagner ist seit dem Wochenende neuer Cheftrainer von Hannover 96 und soll an diesem Montag erstmals das Training des Zweitligisten leiten. Hannover stattete den 38-Jährigen mit einem Vertrag bis zum 30. Juni 2028 aus.

Pedersen schildert zunehmende Spannungen mit Wagner

Ausgangspunkt der aktuellen Berichte ist ein am Samstag, 19. September, veröffentlichtes Interview von Bold. Deutsche Medien wie Sport1 und t-online griffen die Aussagen anschließend auf.

Pedersen sagte demnach, sein Verhältnis zu Wagner habe sich von Woche zu Woche verschlechtert. Nach seiner Darstellung habe es bereits während der Saisonvorbereitung 2025 einen Konflikt gegeben. Augsburg bestritt damals zwei Testspiele innerhalb von 24 Stunden gegen Pisa und Sunderland. Pedersen erklärte, er habe nach längerer Verletzungspause im ersten Spiel erstmals wieder 90 Minuten absolviert und sich am folgenden Tag nicht zu einem weiteren Einsatz in der Lage gesehen. Wagner habe ihn dennoch einwechseln wollen.

Wie Pedersen weiter schilderte, sei es anschließend auch bei der sportlichen Behandlung zu Spannungen gekommen. Obwohl auf seiner Position Bedarf bestanden habe, sei er teilweise nicht eingesetzt oder nicht mehr für den Spieltagskader berücksichtigt worden. Mehrere Mannschaftskollegen hätten Wagner deshalb angesprochen. Auch diese Darstellung stammt von Pedersen und wurde vom FC Augsburg bislang nicht öffentlich bestätigt.

Aussage über Ratten in der Kabine bleibt unbestätigt

Besonders schwer wiegt Pedersens Darstellung zu internen Mannschaftsbesprechungen. Wagner habe damals von Ratten in der Kabine gesprochen und damit nach Pedersens Verständnis ihn und einen weiteren Spieler gemeint. Pedersen bestritt in dem Interview, Informationen an Medien weitergegeben zu haben.

Pedersen sagte außerdem, er habe Wagner anschließend direkt auf die Aussagen angesprochen. Wagner habe ihm erklärt, dass sich die Bemerkungen nicht auf ihn bezögen. Wenige Tage später seien Pedersen und ein weiterer Profi dennoch vollständig aus dem Profikader genommen worden. Er habe seine Sachen aus der Kabine holen müssen und anschließend bei der zweiten Mannschaft trainiert.

Belegt ist zumindest, dass Pedersen im November 2025 einmal für den FC Augsburg II in der Regionalliga Bayern eingesetzt wurde. Das DFB-Datencenter führt für ihn dort einen Einsatz auf. In der Bundesliga kam er in der gesamten Saison 2025/26 nur siebenmal zum Einsatz. Auch in der Vorsaison 2024/25 waren es sieben Bundesliga-Partien gewesen.

Nicht unabhängig bestätigt ist dagegen Pedersens Schilderung, dass er vom Trainingsgelände der Profis ausgeschlossen worden sei und Anwälte eingeschaltet worden seien. Ebenso liegt bislang keine öffentliche Bestätigung des FC Augsburg für seine Aussage vor, der Verein habe Wagner später zu einer Entschuldigung bewegen müssen.

Eine Anfrage blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Sandro Wagner, Hannover 96 und der FC Augsburg äußerten sich zunächst nicht zu den Darstellungen Pedersens.

Wagners Trennung vom FC Augsburg ist offiziell dokumentiert

Unabhängig von Pedersens Darstellung endete Wagners Zeit in Augsburg tatsächlich wenige Wochen später. Der FC Augsburg und Wagner lösten ihren Vertrag am 1. Dezember 2025 im gegenseitigen Einvernehmen auf. Der Verein begründete die Entscheidung damals damit, dass nach Gesprächen die Überzeugung gefehlt habe, in der damaligen Konstellation die sportliche Wende zu schaffen.

Wagners Vertrag hatte ursprünglich bis zum 30. Juni 2028 laufen sollen. In der Bundesliga gewann Augsburg unter ihm drei von zwölf Spielen. Nach dem 0:3 bei der TSG Hoffenheim endete die Zusammenarbeit. Der Verein nannte bei der Trennung keine internen Konflikte mit Pedersen oder anderen Spielern als Grund.

Pedersens weitergehende Aussage, Wagner habe damals die Kontrolle über die Umkleidekabine verloren, ist damit eine persönliche Bewertung des Spielers und keine offiziell bestätigte Begründung für die Trennung.

Hertha besetzte mit Pedersen eine offene Planstelle

Pedersen verließ Augsburg Ende August 2026 nach sieben Jahren und wechselte zu Hertha BSC. Der Linksverteidiger unterschrieb einen Vertrag bis Sommer 2027 mit Option auf eine weitere Saison. Über die Ablösesumme vereinbarten beide Vereine offiziell Stillschweigen. Eine belastbar bestätigte Transfersumme wurde deshalb nicht veröffentlicht.

Herthas Sportdirektor Benjamin Weber erklärte bei der Verpflichtung, mit Pedersen sei eine wichtige Planstelle unseres Kaders besetzt worden. Der Däne solle dem Zweitligisten mit seiner Erfahrung und Mentalität helfen.

Für Augsburg hatte Pedersen seit 2019 insgesamt 120 Pflichtspiele absolviert. In den beiden letzten Spielzeiten kam er verletzungsbedingt und aus sportlichen Gründen allerdings nur noch auf jeweils sieben Bundesligapartien und rund 200 Einsatzminuten pro Saison. FCA-Sportdirektor Benni Weber erklärte beim Wechsel, Pedersen habe sich sportlich verändern wollen, um wieder mehr Spielzeit zu erhalten.

Bei Hertha hat sich seine Situation deutlich verändert. Pedersen stand seit seinem Wechsel viermal in Folge in der Startelf. Beim 2:1-Auswärtssieg bei Dynamo Dresden am Samstag bereitete er den entscheidenden Treffer von Jón Dagur Thorsteinsson in der 80. Minute vor. Zuvor hatte er bereits beim Sieg gegen Osnabrück eine Torvorlage beigesteuert.

Wagner startet ausgerechnet als Hertha-Konkurrent neu

Wagner kehrt nun in derselben Liga in den Profifußball zurück. Hannover 96 verpflichtete ihn als Nachfolger von Christian Titz. Der Klub bezeichnete Wagners Spielidee bei seiner Vorstellung als offensiv, intensiv und von aggressivem Pressing geprägt. Sportdirektor Ralf Becker verwies zudem auf dessen Erfahrung in der Entwicklung junger Spieler.

Wagner selbst erklärte zu seinem neuen Verein, Hannover habe große Tradition, eine lebendige Fankultur und ein ambitioniertes Umfeld. Seine erste Trainingseinheit mit der Mannschaft ist für Montag angesetzt.

Damit treffen Pedersen und Wagner künftig als Konkurrenten in der 2. Bundesliga aufeinander. Pedersens Aussagen werfen rückblickend ein neues Licht auf seine letzten Monate beim FC Augsburg. Die sportlichen Eckdaten und sein vorübergehender Einsatz für die zweite Mannschaft sind dokumentiert. Die von ihm geschilderten Gespräche, Bezeichnungen und internen Maßnahmen bleiben dagegen seine persönliche Darstellung, solange dazu keine Bestätigung der beteiligten Vereine oder Wagners vorliegt.

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