Pfizer hebt Jahresziele an und übertrifft Gewinnerwartungen

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der US-Pharmakonzern Pfizer hat nach einem besser als erwarteten dritten Quartal seine Prognosen für das Geschäftsjahr 2026 erhöht. Das Unternehmen rechnet nun mit einem Jahresumsatz von bis zu 64 Milliarden US-Dollar und einem höheren bereinigten Gewinn je Aktie. Ausschlaggebend waren vor allem steigende Erlöse mit Medikamenten außerhalb des Corona-Geschäfts. Die Quartalszahlen veröffentlichte Pfizer am Dienstag, 3. November 2026.

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Pfizer erhöht Umsatzprognose um 1,5 Milliarden Dollar

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Pfizer nun einen Umsatz zwischen 62 und 64 Milliarden US-Dollar. Bislang hatte das Unternehmen mit 60,5 bis 62,5 Milliarden Dollar gerechnet. Damit wurden beide Grenzen der Umsatzprognose um jeweils 1,5 Milliarden Dollar angehoben.

Auch die Gewinnerwartungen fallen höher aus. Beim bereinigten verwässerten Gewinn je Aktie rechnet Pfizer jetzt mit 2,95 bis 3,05 Dollar. Die bisherige Prognose hatte zwischen 2,80 und 3,00 Dollar gelegen.

Das Unternehmen begründete die Anpassung mit der Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten und den Fortschritten bei seinen Kostensenkungsmaßnahmen. Zugleich berücksichtigt die Prognose eine einmalige Belastung von 650 Millionen Dollar im Zusammenhang mit einer Lizenzvereinbarung mit dem chinesischen Arzneimittelentwickler Innovent Biologics. Nach Unternehmensangaben schmälert diese den bereinigten Jahresgewinn je Aktie um rund zehn Cent.

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Quartalsumsatz übertrifft Erwartungen der Analysten

Im dritten Quartal erzielte Pfizer einen Umsatz von 16,58 Milliarden Dollar. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 16,65 Milliarden Dollar gewesen. Damit blieb der Konzernumsatz nahezu unverändert.

Dennoch übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Finanzmärkte. Analysten hatten laut Daten des Finanzdienstleisters LSEG durchschnittlich mit einem Umsatz von 15,87 Milliarden Dollar gerechnet.

Beim bereinigten Gewinn je Aktie meldete Pfizer 87 US-Cent. Das entsprach dem Vorjahreswert, lag aber deutlich über der Analystenschätzung von 73 Cent.

Der nach US-Rechnungslegungsstandards ausgewiesene Nettogewinn entwickelte sich dagegen rückläufig. Er sank von 3,54 Milliarden auf 3,24 Milliarden Dollar. Der entsprechende Gewinn je Aktie verringerte sich von 62 auf 56 Cent. Der Unterschied zwischen ausgewiesenem und bereinigtem Ergebnis ergibt sich unter anderem aus der unterschiedlichen Behandlung bestimmter Übernahmeaufwendungen und weiterer Sonderposten.

In den ersten neun Monaten des Jahres erreichte Pfizer einen Gesamtumsatz von 46,07 Milliarden Dollar. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum entspricht das einem Anstieg von rund zwei Prozent.

Medikamente gegen Krebs und andere Erkrankungen treiben das Geschäft

Besonders deutlich zeigte sich die Entwicklung bei Arzneimitteln außerhalb des Corona-Geschäfts. Ohne die Umsätze mit dem Covid-Impfstoff Comirnaty und dem Corona-Medikament Paxlovid legten die Erlöse im dritten Quartal währungsbereinigt um sieben Prozent zu.

Zu den wichtigsten Wachstumstreibern gehörte der Gerinnungshemmer Eliquis. Dessen Umsatz stieg um rund 25 Prozent auf 2,52 Milliarden Dollar. Pfizer verwies dabei unter anderem auf eine höhere Nachfrage sowie günstigere Preis- und Rabattbedingungen in den USA.

Auch das Geschäft mit Krebsmedikamenten entwickelte sich positiv. Der Umsatz mit Padcev, einem Medikament zur Behandlung bestimmter Formen von Blasenkrebs, erhöhte sich währungsbereinigt um 55 Prozent auf rund 720 Millionen Dollar. Das Lungenkrebsmedikament Lorbrena verzeichnete ein Wachstum von 43 Prozent.

Bei den Medikamenten gegen bestimmte Herzerkrankungen aus der Vyndaqel-Produktfamilie stiegen die Umsätze ebenfalls. Die Erlöse mit dem Migränemittel Nurtec ODT beziehungsweise Vydura legten um rund ein Drittel zu.

Insgesamt erzielte Pfizer mit seiner Gruppe ausgewählter neu eingeführter und übernommener Produkte ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 32 Prozent.

Corona-Geschäft verliert weiter an Bedeutung

Dem Wachstum in anderen Geschäftsbereichen standen deutliche Einbußen bei den Covid-Produkten gegenüber.

Der Umsatz mit dem Corona-Medikament Paxlovid ging im dritten Quartal währungsbereinigt um 63 Prozent zurück. Pfizer erzielte damit noch rund 449 Millionen Dollar nach etwa 1,23 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Das Unternehmen führte den Rückgang vor allem auf niedrigere Infektionszahlen in mehreren Märkten zurück.

Auch beim gemeinsam mit BioNTech entwickelten Covid-Impfstoff Comirnaty gingen die Erlöse zurück. Der Umsatz sank währungsbereinigt um 29 Prozent auf rund 808 Millionen Dollar. Pfizer verwies unter anderem auf eine geringere Impfstoffnutzung in den USA und eingeschränkte Impfempfehlungen.

Zusammengerechnet erreichten Paxlovid und Comirnaty im Quartal rund 1,26 Milliarden Dollar Umsatz. Ein Jahr zuvor waren es noch rund 2,38 Milliarden Dollar gewesen. Damit machten die beiden Produkte zuletzt weniger als acht Prozent des gesamten Quartalsumsatzes aus.

Die Zahlen verdeutlichen, wie stark sich die Umsatzstruktur des Konzerns nach dem Ende der besonders umsatzstarken Pandemiephase verändert hat.

Pfizer setzt auf neue Wirkstoffe und weitere Einsparungen

Neben dem aktuellen Geschäft bleibt die Entwicklung neuer Medikamente ein Schwerpunkt des Konzerns. Besonders in der Krebsbehandlung und bei Medikamenten gegen Adipositas investiert Pfizer in die Erweiterung seines Produktportfolios.

Dazu gehören Unternehmensübernahmen und Kooperationen mit anderen Arzneimittelentwicklern. Bereits 2025 hatte Pfizer den auf Medikamente zur Gewichtsreduktion spezialisierten Entwickler Metsera übernommen. Die Vereinbarung mit Innovent Biologics soll die Entwicklung weiterer Krebsmedikamente ermöglichen.

Ein wesentlicher wirtschaftlicher Hintergrund sind auslaufende Patente und Schutzrechte für etablierte Medikamente. Pfizer berücksichtigt für 2026 bereits einen erwarteten Umsatzverlust von rund 1,1 Milliarden Dollar durch den Wettbewerb mit Generika und Biosimilars.

Gleichzeitig erhöhte der Konzern seine geplanten bereinigten Forschungs- und Entwicklungsausgaben für 2026. Die neue Spanne liegt bei 10,8 bis 11,8 Milliarden Dollar. Zuvor waren 10,5 bis 11,5 Milliarden Dollar vorgesehen.

Pfizer-Aktie reagiert vorbörslich verhalten

An der Börse führte die angehobene Jahresprognose zunächst nicht zu einer ausgeprägten Aufwärtsbewegung.

Im vorbörslichen US-Handel notierte die Pfizer-Aktie am 3. November 2026 laut Yahoo Finance um 13:24 Uhr mitteleuropäischer Zeit bei 30,46 US-Dollar. Der reguläre Schlusskurs vom 2. November hatte bei 30,67 Dollar gelegen. Damit lag der vorbörsliche Kurs zu diesem Zeitpunkt rund 0,7 Prozent unter dem Vortagesschluss. Der reguläre US-Aktienhandel hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht begonnen.

Die angehobenen Jahresziele treffen damit auf eine weiterhin anspruchsvolle Ausgangslage. Während Pfizer mit zahlreichen Medikamenten außerhalb des Corona-Geschäfts höhere Umsätze erzielt, muss der Konzern den Rückgang früherer Umsatzträger und den zunehmenden Wettbewerb durch patentfreie Nachahmerprodukte ausgleichen.

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