Trotz sinkender Gesamtausfuhren: Russland bezieht mehr deutsche Arzneimittel

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Während die deutschen Exporte nach Russland insgesamt zurückgehen, wächst der Handel mit medizinischen Produkten deutlich. Die Pharmaexporte nach Russland erreichten im ersten Halbjahr 2026 einen Wert von rund 1,5 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg um etwa 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch bei Prothesen verzeichneten deutsche Unternehmen deutlich höhere Ausfuhrwerte.

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Deutsche Pharmaexporte erreichen neuen Höchstwert

Grundlage der Zahlen ist eine Auswertung von Außenhandelsdaten des Statistischen Bundesamtes durch WELT AM SONNTAG. Demnach erreichten die Ausfuhren pharmazeutischer Produkte nach Russland zwischen Januar und Juni 2026 einen neuen Höchstwert für ein erstes Halbjahr.

Die Entwicklung steht im Gegensatz zum gesamten deutschen Warenhandel mit Russland. Dieser ging auf der Exportseite im selben Zeitraum um 2,9 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 zurück. Der Rückgang betrifft die Ausfuhren nach Russland und nicht die deutschen Exporte weltweit.

Prothesen und Landmaschinen ebenfalls stärker gefragt

Neben Arzneimitteln legten auch die deutschen Prothesenexporte zu. Ihr Wert stieg im ersten Halbjahr 2026 um knapp 19 Prozent auf rund 112 Millionen Euro. Nach der Auswertung wurde damit der höchste Wert für ein erstes Halbjahr seit mindestens 2020 erreicht.

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Zuwächse gab es ebenfalls bei landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten. Deutschland exportierte entsprechende Produkte im Wert von rund 89 Millionen Euro nach Russland. Ein Jahr zuvor waren es rund 61 Millionen Euro gewesen.

Die Angaben beziehen sich jeweils auf den Wert der ausgeführten Waren. Da es sich um nicht preisbereinigte Außenhandelsdaten handelt, lässt sich daraus nicht unmittelbar ableiten, in welchem Umfang die tatsächlich gelieferten Stückzahlen gestiegen sind.

EU-Sanktionen erlauben weiterhin medizinische Lieferungen

Dass deutsche Unternehmen trotz der umfangreichen europäischen Wirtschaftssanktionen Arzneimittel und Medizintechnik nach Russland verkaufen, ist grundsätzlich rechtlich möglich. Die Europäische Union sieht für die medizinische Versorgung der Zivilbevölkerung weitreichende Ausnahmen vor.

Nach Angaben der Europäischen Kommission sollen die Sanktionen die Versorgung der allgemeinen Bevölkerung mit Medikamenten und medizinischen Geräten nicht verhindern. Allerdings gelten auch für diese Geschäfte rechtliche Vorgaben. Abhängig von der Art der Waren, ihrem Verwendungszweck und den beteiligten Empfängern können zusätzliche Beschränkungen oder Genehmigungspflichten bestehen.

Bayer verweist auf humanitäre Verantwortung

Der Pharma- und Agrarkonzern Bayer hält nach eigenen Angaben an der Lieferung unverzichtbarer Gesundheits- und Landwirtschaftsprodukte nach Russland fest. Das Unternehmen begründet dies mit seiner Verantwortung für die Versorgung der Zivilbevölkerung.

Gleichzeitig erklärt Bayer, seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022 nicht notwendige Geschäfte in Russland und Belarus eingestellt zu haben. Dazu gehören nach Unternehmensangaben Werbeaktivitäten, neue Geschäftsmöglichkeiten und Investitionsprojekte.

Die Fortsetzung medizinischer Lieferungen ist damit Teil einer ausdrücklich vorgesehenen Ausnahme innerhalb der europäischen Sanktionspolitik.

Russlandhandel bleibt weit unter dem Vorkriegsniveau

Ungeachtet der Zuwächse in einzelnen Branchen ist der gesamte Warenhandel zwischen Deutschland und Russland seit Beginn des Ukraine-Krieges stark geschrumpft.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes exportierte Deutschland im Jahr 2021 noch Waren im Wert von 26,6 Milliarden Euro nach Russland. Im Jahr 2024 waren es lediglich 7,6 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang um 71,6 Prozent.

Die neuen Halbjahreszahlen für 2026 zeigen somit eine unterschiedliche Entwicklung: Während der Handel mit Russland insgesamt weiterhin rückläufig ist, erreichen einzelne Produktgruppen neue Höchstwerte. Aus der Außenhandelsstatistik geht allerdings nicht hervor, welche konkreten Einrichtungen oder Endverbraucher in Russland die gelieferten medizinischen Produkte nutzen.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu