
Stuttgart. Der Sportwagenhersteller Porsche hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 sein operatives Ergebnis deutlich gesteigert, obwohl Umsatz und Fahrzeugauslieferungen zurückgegangen sind. Wie die Porsche AG am Dienstag, 27. Oktober, mitteilte, lag der operative Konzerngewinn bei 1,74 Milliarden Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es lediglich 40 Millionen Euro gewesen. Die operative Umsatzrendite verbesserte sich von 0,2 auf 6,9 Prozent. Der Konzern bestätigte zugleich seine Prognose für das Gesamtjahr.
Der Umsatz der Porsche AG lag zwischen Januar und September 2026 bei 25,28 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der Sportwagenhersteller noch 26,86 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einem Rückgang um 5,9 Prozent.
Trotz der geringeren Erlöse verbesserte sich das operative Ergebnis erheblich. Allerdings ist der Vergleich mit 2025 von außergewöhnlichen Belastungen geprägt. Damals hatte die strategische Neuausrichtung das Ergebnis in den ersten neun Monaten mit rund 2,7 Milliarden Euro belastet. Im laufenden Jahr lagen die entsprechenden Aufwendungen bis Ende September bei rund 500 Millionen Euro.
Neben den niedrigeren Sonderkosten wirkten sich nach Unternehmensangaben auch Veränderungen im Produktangebot und bei den Verkaufspreisen positiv aus. Insbesondere der höhere Anteil besonders hochwertiger Fahrzeugvarianten unterstützte die Ertragsentwicklung.
Die operative Umsatzrendite von 6,9 Prozent liegt damit deutlich über dem Vorjahreswert. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2026, als Porsche noch eine Rendite von 7,8 Prozent erreicht hatte, fiel sie allerdings niedriger aus.
Die schwächere Absatzentwicklung bleibt eine wesentliche Herausforderung für Porsche. Weltweit lieferte der Hersteller in den ersten neun Monaten 178.532 Fahrzeuge aus. Im entsprechenden Zeitraum 2025 waren es noch 212.509 gewesen. Damit gingen die Auslieferungen um 16 Prozent zurück.
Besonders deutlich fiel der Rückgang in China aus. Dort sank die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge um 33 Prozent auf 21.493. Nordamerika blieb mit 56.088 Auslieferungen der größte Absatzmarkt, verzeichnete allerdings ebenfalls einen Rückgang um 13 Prozent.
Die einzelnen Modellreihen entwickelten sich unterschiedlich. Während die Auslieferungen des Porsche 911 um zwölf Prozent auf 42.217 Fahrzeuge zulegten, gingen die Verkäufe anderer Baureihen zurück. Der Cayenne blieb mit 59.586 ausgelieferten Fahrzeugen das volumenstärkste Modell.
Eine Rolle spielen neben der schwächeren Nachfrage auch Veränderungen im Modellprogramm. So hat Porsche die Produktion der Baureihe 718 bereits eingestellt. Zudem wird der Macan mit Verbrennungsmotor seit Sommer 2026 nicht mehr produziert.
Deutlich verbessert hat sich auch der Mittelzufluss im Automobilgeschäft. Der Netto-Cashflow Automobile erreichte in den ersten neun Monaten 2,50 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum lag er bei 1,34 Milliarden Euro.
Die entsprechende Marge erhöhte sich von 5,6 auf 11,3 Prozent. Allerdings profitierte die Entwicklung erheblich vom Verkauf der Beteiligungen an Bugatti Rimac und der Rimac Group.
Die im September abgeschlossene Veräußerung führte nach Unternehmensangaben zu einem Zahlungsmittelzufluss von insgesamt 984 Millionen Euro. Zusätzlich entstand ein Veräußerungsgewinn von 593 Millionen Euro, der sich hauptsächlich im Finanzergebnis niederschlug.
Gleichzeitig belasteten die strategische Neuausrichtung, zusätzliche Einzahlungen zur Finanzierung von Pensionsverpflichtungen und US-Importzölle den Mittelzufluss.
Die Nettoliquidität im Automobilbereich erhöhte sich zum 30. September auf 8,23 Milliarden Euro.
Trotz der rückläufigen Auslieferungen hält Porsche an seinen finanziellen Erwartungen für das Gesamtjahr 2026 fest. Der Konzern rechnet weiterhin mit einem Umsatz zwischen 35 und 36 Milliarden Euro.
Für die operative Konzernumsatzrendite erwartet das Unternehmen einen Wert zwischen 5,5 und 7,5 Prozent. Auch für die EBITDA-Marge im Automobilgeschäft bleibt die Prognose von 15 bis 17 Prozent bestehen.
Bei der Netto-Cashflow-Marge Automobile geht Porsche von 5,5 bis 7,5 Prozent aus. Diese Erwartung war bereits im September im Zusammenhang mit dem Verkauf der Beteiligungen an Bugatti Rimac und der Rimac Group angehoben worden.
Der Anteil rein batterieelektrischer Fahrzeuge soll nach der aktuellen Unternehmensprognose im Gesamtjahr zwischen 24 und 26 Prozent liegen. In den ersten neun Monaten erreichte Porsche einen Anteil von 21,7 Prozent.
Die aktuellen Geschäftszahlen stehen im Zusammenhang mit der umfassenden Neuausrichtung des Sportwagenherstellers. Unter Vorstandschef Michael Leiters verfolgt Porsche die Strategie „Sportwagenschmiede 35“, die Anfang Oktober vorgestellt wurde.
Im Mittelpunkt stehen eine stärkere Konzentration auf profitable Fahrzeugmodelle, zusätzliche Individualisierungsmöglichkeiten und eine schlankere Unternehmensstruktur. Porsche will damit seine Abhängigkeit von hohen Verkaufszahlen reduzieren und die Wirtschaftlichkeit des Geschäfts verbessern.
Mittelfristig strebt der Konzern eine operative Umsatzrendite zwischen zehn und 15 Prozent an. Langfristig soll sie nach den strategischen Zielsetzungen bei 15 Prozent liegen. Das sind Unternehmensziele und keine gesicherten künftigen Ergebnisse.
Mit den Geschäftszahlen für die ersten neun Monate 2026 zeigt Porsche eine deutliche Verbesserung gegenüber dem besonders schwachen Vorjahreszeitraum. Die rückläufigen Umsätze und Auslieferungen verdeutlichen zugleich, dass die Neuausrichtung weiterhin unter schwierigen Marktbedingungen erfolgt.
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