ProSiebenSat.1 erwartet 2026 auch bereinigt weniger Umsatz

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Unterföhring. Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 stellt sich für das Geschäftsjahr 2026 auf eine schwächere Umsatzentwicklung ein. Nach den am Donnerstag (29. Oktober 2026) bekannt gewordenen Unternehmensangaben soll der Umsatz nun auch auf organischer Basis leicht zurückgehen. Bislang hatte der Konzern in dieser Berechnung noch ein geringes Wachstum erwartet. An seiner Prognose für eine deutliche Verbesserung des operativen Ergebnisses hält ProSiebenSat.1 dagegen fest.

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ProSiebenSat.1 korrigiert seine Umsatzprognose für 2026

Die Umsatzprognose für 2026 fällt damit schwächer aus als zuletzt erwartet. Nach Angaben des Konzerns soll der ausgewiesene Jahresumsatz moderat unter dem Vorjahreswert liegen. 2025 hatte ProSiebenSat.1 Erlöse von 3,675 Milliarden Euro erzielt.

Dieser Rückgang war grundsätzlich bereits in der bisherigen Jahresplanung berücksichtigt. Die entscheidende Veränderung betrifft die organische Entwicklung. Dabei werden Veränderungen im Unternehmensportfolio sowie Währungseinflüsse herausgerechnet, um die Entwicklung des fortgeführten Geschäfts vergleichbar zu machen.

Noch bei der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen Anfang August hatte ProSiebenSat.1 mit einem leichten organischen Umsatzplus gerechnet. Nach der aktuellen Anpassung wird nun ein geringer Rückgang erwartet. Damit verschlechtert sich die Perspektive für die Erlösentwicklung auch unabhängig von Unternehmensverkäufen.

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Schwacher TV-Werbemarkt belastet ProSiebenSat.1

Ein wesentlicher Hintergrund ist das schwierige Umfeld für klassische Fernsehwerbung. ProSiebenSat.1 ist mit seinen Sendern und digitalen Angeboten stark vom deutschen Werbemarkt abhängig. Unternehmen reagieren bei schwacher Konjunktur häufig zurückhaltender auf Werbeinvestitionen.

Bereits im ersten Halbjahr 2026 hatte sich diese Entwicklung deutlich gezeigt. Der Konzernumsatz sank von 1,695 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 1,544 Milliarden Euro. Dies entsprach einem Rückgang um neun Prozent. Bereinigt um Portfolioveränderungen und Währungseffekte gingen die Erlöse um zwei Prozent zurück.

Besonders betroffen war das Entertainment-Geschäft. Dort verringerten sich die Werbeumsätze im ersten Halbjahr um neun Prozent. Neben der schwachen Konjunktur belastete die strukturelle Verlagerung von Werbebudgets vom klassischen Fernsehen zu digitalen Angeboten das Geschäft.

Wachstum bei digitalen Werbeprodukten, der Streamingplattform Joyn und dem Onlinehändler flaconi konnte einen Teil dieser Entwicklung ausgleichen, den Rückgang im TV-Werbegeschäft jedoch nicht vollständig kompensieren.

Ergebnisprognose bleibt trotz Umsatzschwäche bestehen

Beim operativen Ergebnis hält ProSiebenSat.1 nach den aktuellen Unternehmensangaben an seiner bisherigen Planung fest. Das EBITDA soll 2026 deutlich über dem Vorjahreswert liegen.

Das EBITDA bezeichnet das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Der Konzern hatte 2025 ein EBITDA von 241 Millionen Euro ausgewiesen. Dieser Wert war auch durch Sonderaufwendungen belastet.

Bereits im ersten Halbjahr 2026 zeigte sich eine deutliche Verbesserung. Das EBITDA stieg um 152 Millionen Euro auf 124 Millionen Euro. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte noch ein Verlust von 28 Millionen Euro gestanden.

Zur Ergebnisverbesserung trugen geringere Programmaufwendungen, niedrigere Personalkosten und weitere Maßnahmen zur Kostensenkung bei. Ein erheblicher Teil des Rückgangs der Programmaufwendungen ergab sich zudem aus einer geänderten Abschreibungsmethode für Lizenzrechte.

Die unveränderte Ergebnisprognose bedeutet damit nicht, dass sich das operative Geschäft beim Umsatz erholt. Sie zeigt vielmehr, dass der Konzern weiterhin mit positiven Effekten seiner Kostenmaßnahmen rechnet.

ProSiebenSat.1 Aktie vor Bekanntwerden der Meldung im Plus

An der Börse hatte sich die ProSiebenSat.1 Aktie am Donnerstag zunächst leicht erholt. Im Xetra-Handel notierte das Papier am 29. Oktober 2026 um 11.48 Uhr bei 3,18 Euro. Das entsprach einem Kursanstieg von rund einem Prozent gegenüber dem Vortag. Quelle ist die Kursberichterstattung von finanzen.net.

Die neue Umsatzperspektive wurde allerdings erst am Abend öffentlich bekannt. Deshalb lässt sich aus der positiven Kursentwicklung während des regulären Handelstags keine Reaktion auf die aktualisierte Prognose ableiten.

Eine gesicherte nachbörsliche Kursreaktion auf die Ankündigung lag zunächst nicht vor.

Konzernumbau und Streaming bleiben wichtige Faktoren

Parallel zur angespannten Umsatzentwicklung richtet ProSiebenSat.1 sein Geschäft stärker auf Unterhaltung und digitale Plattformen aus.

Seit September 2025 gehört der Konzern mehrheitlich zur europäischen Mediengruppe MFE-MEDIAFOREUROPE, die rund 75,6 Prozent der Anteile übernommen hatte. Die Unternehmen arbeiten unter anderem an einer gemeinsamen technologischen Grundlage für ihre Streamingangebote.

ProSiebenSat.1 setzt außerdem auf eine stärkere Verwertung von Inhalten über unterschiedliche Plattformen sowie auf eine schlankere Kostenstruktur.

Die nächste reguläre Veröffentlichung der Quartalszahlen ist für den 12. November 2026 vorgesehen. Dann dürfte insbesondere die Entwicklung des Werbegeschäfts im dritten Quartal zusätzliche Hinweise auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns liefern.

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