
Der VfB Stuttgart muss in einer sportlich schwierigen Phase auf zwei weitere Spieler verzichten. Mittelfeldspieler Angelo Stiller und Offensivtalent Leo Sauer stehen Trainer Sebastian Hoeneß aufgrund muskulärer Verletzungen vorerst nicht zur Verfügung. Das bestätigte der Bundesligist am Donnerstag, 29. Oktober 2026. Während sich Stiller im DFB-Pokal verletzte, zog sich Sauer seine Beschwerden im Training zu. Für beide Profis ist zunächst offen, wann sie wieder einsatzfähig sein werden. Besonders der Ausfall von Stiller verändert die personellen Möglichkeiten im zentralen Mittelfeld.
Der 25-jährige Angelo Stiller hatte sich beim Pokalspiel gegen den SC Paderborn am Mittwoch verletzt. Bereits zur Halbzeit musste der deutsche Nationalspieler ausgewechselt werden. Eine anschließende medizinische Untersuchung in Stuttgart ergab nach Angaben des Vereins eine Verletzung im Adduktorenbereich.
Der VfB bestätigte ausdrücklich, dass Stiller vorerst weder am Trainingsbetrieb noch an Pflichtspielen teilnehmen könne. Eine genauere medizinische Diagnose, etwa ein Muskelfaserriss oder eine Zerrung, veröffentlichte der Verein nicht. Auch zur voraussichtlichen Dauer der Pause machte Stuttgart keine Angaben.
Trainer Sebastian Hoeneß hatte bereits unmittelbar nach der Begegnung in Paderborn wenig Hoffnung auf einen schnellen Einsatz seines Mittelfeldspielers gemacht. Nach übereinstimmenden Berichten unter anderem der Deutschen Presse-Agentur und von Absolut Fussball ging der Trainer schon vor der abschließenden Untersuchung eher davon aus, dass Stiller für das folgende Bundesligaspiel nicht zur Verfügung stehen werde.
Mit der offiziellen Diagnose vom Donnerstag ist der Ausfall nun bestätigt. Für den VfB bedeutet das den vorläufigen Verlust eines Spielers, der in dieser Saison durchgehend zum festen Personal der Startelf gehörte.
Die Zahlen verdeutlichen die Rolle des deutschen Nationalspielers. Nach offiziellen Vereinsangaben stand Stiller in allen zwölf bisherigen Pflichtspielen der Saison 2026/27 von Beginn an auf dem Platz. Dabei war er unmittelbar an vier Treffern seiner Mannschaft beteiligt.
Stiller gehört zu den wichtigsten Spielern für den Stuttgarter Spielaufbau. Als zentraler Mittelfeldspieler übernimmt er Aufgaben bei der Ballverteilung, beim Übergang von der Defensive in die Offensive und bei der Organisation des Positionsspiels.
Der gebürtige Münchner wurde am 4. April 2001 geboren. Seine fußballerische Ausbildung führte ihn vom TSV Milbertshofen zum FC Bayern München. Anschließend wechselte er zur TSG Hoffenheim, wo er 2021 sein Bundesligadebüt gab. Seit August 2023 steht er beim VfB Stuttgart unter Vertrag.
Seine Rolle im Stuttgarter Mittelfeld entwickelte sich unter Sebastian Hoeneß kontinuierlich weiter. Dass er in der laufenden Saison bislang jede Pflichtpartie begonnen hatte, unterstreicht seinen Stellenwert innerhalb der Mannschaft.
Neben Stiller muss Stuttgart auf Leo Sauer verzichten. Der 20 Jahre alte slowakische Nationalspieler erlitt nach Angaben des Vereins eine Verletzung im Gesäßmuskel. Die Beschwerden entstanden während des Trainings und nicht beim Pokalspiel gegen Paderborn.
Bereits vor der Begegnung hatte der VfB mitgeteilt, dass Sauer wegen muskulärer Probleme nicht zum Einsatz kommen könne. Am Donnerstag konkretisierte der Club die betroffene Muskelregion.
Auch bei Sauer blieb zunächst offen, wie lange er ausfallen wird. Der VfB machte weder Angaben zu einem möglichen Rückkehrtermin noch zu einer genaueren Diagnose.
Der Offensivspieler kam im bisherigen Saisonverlauf auf neun Pflichtspieleinsätze für Stuttgart. Der im Dezember 2005 in Bratislava geborene Sauer war erst Ende Juli 2026 von Feyenoord Rotterdam zum Bundesligisten gewechselt und unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2031.
Seine Karriere begann in der Slowakei bei FK Rača, Slovan Bratislava und MŠK Žilina. Anschließend wechselte er in die Niederlande, wo er bei Feyenoord Rotterdam spielte und zwischenzeitlich an NAC Breda ausgeliehen wurde.
Sauer wird vor allem auf den offensiven Außenpositionen eingesetzt. Sein Spiel zeichnet sich durch Tempo, Dribblings und direkte Aktionen gegen gegnerische Verteidiger aus.
Die Verletzung unterbricht eine Phase, in der Sauer schrittweise mehr Spielpraxis beim VfB sammeln sollte.
Noch am 13. Oktober hatte Sebastian Hoeneß vor der Champions-League-Begegnung bei Slovan Bratislava über die Entwicklung des Slowaken gesprochen. Der Trainer erklärte damals, dass Sauer nach einer vorherigen Verletzung vorsichtig aufgebaut worden sei und inzwischen wieder für längere Einsätze zur Verfügung stehe.
Hoeneß hob insbesondere die technischen Fähigkeiten, die Torgefahr und das Verhalten des jungen Offensivspielers in direkten Duellen hervor.
Auch Sportvorstand Fabian Wohlgemuth hatte bei Sauers Verpflichtung im Juli dessen langfristige Bedeutung für die Kaderentwicklung betont. Der Slowake sollte zusätzliche Möglichkeiten für das offensive Spiel schaffen und sich beim Bundesligisten weiterentwickeln.
Mit der nun bestätigten Verletzung fällt diese zusätzliche Option vorerst weg. Ob Sauer nach seiner Genesung unmittelbar wieder um regelmäßige Einsatzzeiten konkurrieren kann, hängt von seinem körperlichen Zustand und der weiteren sportlichen Planung ab.
Stiller und Sauer sind nicht die einzigen Profis, die dem Trainerteam aktuell Sorgen bereiten.
Bereits vor dem Pokalspiel hatte der VfB mehrere Ausfälle bestätigt. Innenverteidiger Dan-Axel Zagadou sowie die Offensivspieler Justin Diehl und Tiago Tomás befanden sich nach Verletzungen im Aufbautraining.
Auch Außenverteidiger Josha Vagnoman steht zunächst nicht zur Verfügung. Er hatte sich beim Champions-League-Spiel gegen Atlético Madrid eine Muskelverletzung zugezogen. Hoeneß erklärte bereits am 27. Oktober, dass Vagnoman bis zur nächsten Länderspielpause Mitte November ausfallen werde.
Zeitweise hatte außerdem Nikolas Nartey wegen muskulärer Probleme gefehlt. Der dänische Mittelfeldspieler gehörte am Mittwoch gegen Paderborn allerdings wieder zum Stuttgarter Spieltagskader.
Damit ist die Personalsituation in mehreren Mannschaftsteilen angespannt. Während Stiller im Zentrum fehlt, verringern die Verletzungen von Sauer, Diehl und Tomás zugleich die Möglichkeiten zur Rotation in der Offensive.
Im zentralen Mittelfeld verfügt Stuttgart trotz Stillers Ausfall über mehrere Optionen.
Atakan Karazor ist einer der naheliegenden Kandidaten. Der erfahrene Mittelfeldspieler übernahm bereits im Pokalspiel gegen Paderborn zur zweiten Halbzeit Stillers Position im Mannschaftsgefüge.
Auch Grischa Prömel kommt für eine Rolle im Zentrum infrage. Der ehemalige Hoffenheimer gehört seit Sommer 2026 zum Stuttgarter Kader und stand gegen Paderborn in der Startelf.
Darüber hinaus können je nach taktischer Ausrichtung weitere Spieler eingebunden werden. Nachwuchsspieler Yanik Spalt gehörte zuletzt ebenfalls zum Aufgebot.
Eine direkte personelle Entscheidung für das kommende Bundesligaspiel hatte Hoeneß zunächst nicht bekannt gegeben.
Die Herausforderung besteht deshalb nicht allein darin, einen freien Platz in der Startelf zu besetzen. Stuttgart muss auch entscheiden, wie die Aufgaben im Spielaufbau und die Balance zwischen defensiver Absicherung und offensiver Gestaltung ohne Stiller verteilt werden.
Der Ausfall von Sauer betrifft vor allem die Breite des Offensivkaders. Mit Chris Führich und Jamie Leweling stehen dem Trainer weiterhin Spieler zur Verfügung, die auf den Außenpositionen eingesetzt werden können.
Bilal El Khannouss bietet zusätzliche Möglichkeiten im offensiven Mittelfeld. Auch unterschiedliche taktische Anordnungen mit Deniz Undav und Ermedin Demirović bleiben denkbar.
Welche Lösung Hoeneß bevorzugt, ist zunächst offen. Die zahlreichen Spiele in unterschiedlichen Wettbewerben machen eine flexible Kaderplanung notwendig.
Am Samstag, 31. Oktober, tritt Stuttgart in der Bundesliga bei Bayer Leverkusen an. Anschließend stehen weitere Aufgaben in der Liga und der Champions League auf dem Programm.
Gerade mit Blick auf diese Belastung sind die Verletzungen von Stiller und Sauer relevant. Beide stehen vorerst nicht zur Verfügung, während das Trainerteam die vorhandenen Alternativen auf mehreren Positionen neu verteilen muss.
Eine konkrete Prognose für die Rückkehr der beiden Nationalspieler gibt es bislang nicht.
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