
Die US-Regierung hat Russlands Präsidenten Wladimir Putin zum G20-Gipfel im Dezember in Miami eingeladen. US-Außenminister Marco Rubio bestätigte die Einladung am Mittwoch nach einem Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow am Rande der UN-Generalversammlung in New York. Die Putin G20 Einladung stößt international auf unterschiedliche Reaktionen. Während Bundesaußenminister Johann Wadephul darin eine mögliche Chance für ernsthafte Verhandlungen sieht, fordern 14 US-Senatoren aus beiden Parteien Präsident Donald Trump auf, den Schritt rückgängig zu machen.
Rubio erklärte, die Vereinigten Staaten hofften auf eine Teilnahme Putins. Der Gipfel könne dem russischen Präsidenten Gelegenheit geben, sowohl mit Trump als auch mit anderen Staats- und Regierungschefs zu sprechen. Die US-Regierung begründet den Schritt damit, dass zur Lösung internationaler Konflikte auch Gespräche mit politischen Gegnern notwendig seien.
Der Gipfel soll im Dezember in Miami stattfinden. Als Veranstaltungsort ist das Trump National Doral vorgesehen. Russland gehört weiterhin zur G20. Putin selbst nahm allerdings seit 2019 nicht mehr persönlich an einem Gipfeltreffen der Gruppe teil. 2023 war er zeitweise per Video zugeschaltet.
Bereits zuvor hatte Trump öffentlich erklärt, dass er eine Teilnahme Putins am Gipfel begrüßen würde. Nun wurde daraus nach Angaben Rubios eine formelle Einladung der US-Regierung.
Bundesaußenminister Johann Wadephul reagierte grundsätzlich positiv auf den Vorstoß. Bei einem Besuch in Ottawa bezeichnete er die Einladung als einen möglichen Test dafür, ob Putin tatsächlich zu ernsthaften Verhandlungen über ein Ende des Krieges gegen die Ukraine bereit sei. Chancen auf Gespräche müssten genutzt werden, erklärte der CDU-Politiker. Voraussetzung sei allerdings eine ernsthafte und substanzielle Verhandlungsbereitschaft Russlands.
Damit verbindet Wadephul seine Zustimmung ausdrücklich mit Bedingungen. Noch wenige Tage zuvor hatte er Russland im UN-Sicherheitsrat vorgeworfen, den Krieg gegen die Ukraine weiter zu intensivieren und hybride Aktivitäten gegen europäische Staaten auszuweiten.
Deutlich kritischer fällt die Reaktion im US-Senat aus. Eine Gruppe von 14 Senatorinnen und Senatoren aus beiden großen Parteien wandte sich in einem Schreiben an Trump und forderte ihn auf, die Einladung an Putin zurückzunehmen. Zu den Unterzeichnern gehören neben der Demokratin Jeanne Shaheen auch prominente Republikaner wie Mitch McConnell, John Cornyn und Roger Wicker.
Die Senatoren argumentieren, eine Teilnahme Putins an einem G20-Treffen in den Vereinigten Staaten könne Russland eine Form internationaler Normalität verschaffen, obwohl der Krieg gegen die Ukraine andauere. Sie verlangen zudem, dass weitere sanktionierte russische Regierungsvertreter vorerst nicht an G20-Veranstaltungen in den USA teilnehmen. Diese Forderung ist eine politische Position der Senatorengruppe und keine Entscheidung des Kongresses.
Bemerkenswert ist dabei die parteiübergreifende Zusammensetzung. Sieben republikanische Senatoren unterzeichneten den Brief gemeinsam mit sieben Demokraten. Damit richtet sich die Kritik nicht ausschließlich aus der politischen Opposition gegen die Regierung.
Ob Putin tatsächlich nach Miami reisen wird, ist offen. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, Moskau schätze die Einladung und werde sie prüfen. Eine Entscheidung über eine Teilnahme auf höchster Ebene sei noch nicht gefallen. Auch eine russische Vertretung auf niedrigerer Ebene sei möglich.
Ebenso ist bislang nicht entschieden, ob es im Fall einer Teilnahme Putins zu einem eigenen Treffen mit Trump kommen würde. Peskow bezeichnete Gespräche über eine mögliche Tagesordnung dafür als verfrüht.
Trump und Putin waren zuletzt im August 2025 in Anchorage in Alaska persönlich zusammengetroffen. Seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus versucht die US-Regierung, Gespräche über ein Ende des russischen Krieges gegen die Ukraine voranzubringen. Ein umfassender Durchbruch wurde dabei bislang nicht erzielt.
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