
Der Online-Apothekenkonzern Redcare Pharmacy hat im dritten Quartal 2026 seinen Umsatz deutlich gesteigert und die Profitabilität verbessert. Besonders das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten in Deutschland legte kräftig zu. Der Konzern erwirtschaftete erneut einen Nettogewinn und bestätigte seine bereits angehobene Jahresprognose.
Die am Donnerstag, 29. Oktober 2026, veröffentlichten Redcare Pharmacy Quartalszahlen zeigen einen Konzernumsatz von 847 Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, als die Erlöse bei 719 Millionen Euro lagen.
Noch stärker entwickelte sich das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Es stieg um 68 Prozent auf 28,7 Millionen Euro. Die entsprechende Ergebnismarge lag bei 3,4 Prozent, nachdem sie ein Jahr zuvor 2,4 Prozent erreicht hatte.
Auch unter dem Strich schrieb Redcare schwarze Zahlen. Der Nettogewinn lag bei einer Million Euro. Damit erzielte der Konzern zum zweiten Mal hintereinander einen positiven Quartalsüberschuss. Der freie Cashflow lag bei 15 Millionen Euro.
Der wichtigste Wachstumstreiber blieb der Verkauf verschreibungspflichtiger Medikamente. In Deutschland stiegen die entsprechenden Umsätze im dritten Quartal um 56 Prozent auf 197 Millionen Euro.
Im gesamten Konzern wuchs das Geschäft mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln um 31 Prozent auf 358 Millionen Euro. Dazu trug auch die Schweizer Tochter MediService bei, deren Umsatz in diesem Bereich um zehn Prozent auf 161 Millionen Euro zulegte.
Weniger dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit rezeptfreien Produkten und weiteren Gesundheitsartikeln. Hier verzeichnete Redcare einen Umsatzanstieg von neun Prozent auf 489 Millionen Euro.
Die Entwicklung verdeutlicht die wachsende Bedeutung des elektronischen Rezepts für den Arzneimittelversand in Deutschland. Die digitale Einlösung ärztlicher Verordnungen ermöglicht es Online-Apotheken, verstärkt am Markt für verschreibungspflichtige Medikamente teilzunehmen.
Neben dem Umsatzwachstum profitierte Redcare von einem geringeren Kostenanteil im Vertrieb. Die bereinigten Vertriebs- und Distributionskosten lagen bei 132 Millionen Euro und entsprachen damit rund 16 Prozent des Umsatzes. Im Vorjahresquartal waren es noch 17 Prozent gewesen.
Nach Unternehmensangaben waren dafür vor allem niedrigere Marketingausgaben und geringere Kosten je Bestellung verantwortlich.
Die Bruttomarge ging dagegen leicht zurück. Sie lag bei 21,8 Prozent nach 22,1 Prozent im Vorjahr. Dennoch konnte Redcare seine operative Profitabilität deutlich steigern.
Besonders sichtbar wurde diese Entwicklung in der Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Dort verbesserte sich die bereinigte EBITDA-Marge von 3,0 auf 4,2 Prozent. Das internationale Geschäft außerhalb dieser Region verzeichnete weiterhin ein bereinigtes EBITDA von minus einer Million Euro.
Parallel zum Geschäftswachstum gewann Redcare weitere Kunden. Ende September lag die Zahl der aktiven Kunden bei 15,2 Millionen. Gegenüber dem zweiten Quartal entspricht das einem Zuwachs um rund 500.000.
Im Jahresvergleich erhöhte sich die Kundenbasis um 1,5 Millionen beziehungsweise elf Prozent.
Für den seit Oktober amtierenden Vorstandsvorsitzenden Peter Schmid von Linstow steht neben dem Ausbau des Rezeptgeschäfts die weitere Verbesserung der Wirtschaftlichkeit im Mittelpunkt. Das Unternehmen will nach seinen Angaben insbesondere die Marketingausgaben effizienter einsetzen und Größenvorteile im operativen Geschäft nutzen.
Für das Gesamtjahr hält Redcare an seinen Ende September erhöhten Zielen fest. Der Konzern erwartet weiterhin ein Umsatzwachstum zwischen 16 und 18 Prozent.
Im deutschen Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten rechnet das Management mit Erlösen zwischen 730 und 760 Millionen Euro. Das würde einem Wachstum zwischen 45 und 51 Prozent entsprechen.
Für das Geschäft mit rezeptfreien Produkten stellt Redcare unverändert ein Umsatzplus von zehn bis zwölf Prozent in Aussicht. Die bereinigte EBITDA-Marge soll im Gesamtjahr zwischen 2,5 und 3,0 Prozent liegen.
Die Quartalszahlen lagen insgesamt nahe an den zuvor veröffentlichten Analystenerwartungen. Während der Umsatz die durchschnittliche Schätzung leicht übertraf, blieb das bereinigte EBITDA geringfügig darunter.
In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 erreichte Redcare einen Konzernumsatz von 2,55 Milliarden Euro. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Anstieg um 19 Prozent.
Das bereinigte EBITDA lag nach neun Monaten bei 73 Millionen Euro, die entsprechende Marge bei 2,9 Prozent.
Redcare Pharmacy, früher unter dem Unternehmensnamen Shop Apotheke Europe bekannt, hat seinen Sitz in den Niederlanden und ist in sieben europäischen Ländern tätig. Neben Deutschland und Österreich gehören dazu unter anderem Frankreich, Belgien, Italien und die Schweiz.
Für die weitere Geschäftsentwicklung bleibt der deutsche Rezeptmarkt von besonderer Bedeutung. Das starke Wachstum in diesem Bereich zeigt, welchen Stellenwert der digitale Arzneimittelversand inzwischen für das Unternehmen erreicht hat.
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