AB InBev unter Kostendruck

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der weltgrößte Brauereikonzern AB InBev hat im dritten Quartal 2026 seinen Umsatz und Gewinn gesteigert. Gleichzeitig belasten höhere Rohstoffkosten und steigende Ausgaben für Vertrieb und Werbung die Rentabilität. Besonders schwierig entwickelt sich weiterhin das Geschäft in China, wo der Absatz deutlich zurückging.

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Umsatz steigt auf 16,5 Milliarden Dollar

Anheuser-Busch InBev hat am Donnerstag, 29. Oktober 2026, seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Der Konzernumsatz lag bei 16,51 Milliarden US-Dollar und damit 9,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Bereinigt um Wechselkurseffekte und Veränderungen im Geschäftsumfang erreichte das organische Umsatzwachstum 4,9 Prozent.

Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag bei 5,96 Milliarden Dollar. Das entspricht einem organischen Anstieg um 3,9 Prozent. Die dazugehörige Marge sank jedoch um 34 Basispunkte auf 36,1 Prozent.

Der auf die Aktionäre entfallende Konzerngewinn erhöhte sich von 1,05 Milliarden auf 1,60 Milliarden Dollar. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn lag bei 2,40 Milliarden Dollar, nach 1,97 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal.

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Die AB InBev Quartalszahlen 2026 zeigen damit ein gemischtes Bild. Der Brauereikonzern erzielt höhere Erlöse und Gewinne, kann seine operative Profitabilität gemessen am Umsatz aber nicht vollständig gegen den gestiegenen Kostendruck absichern.

Höhere Kosten belasten das operative Geschäft

Ein wesentlicher Grund für die rückläufige operative Marge sind höhere Kosten für Rohstoffe, Produktion und Warenverteilung. Die Umsatzkosten lagen im dritten Quartal bei 7,21 Milliarden Dollar, nach 6,60 Milliarden Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Zusätzlich erhöhte AB InBev seine Ausgaben für Werbung und Marketing. Besonders in den USA, Europa und Südafrika belasteten diese Investitionen gemeinsam mit gestiegenen Material- und Transportkosten die Ergebnisentwicklung.

In den Vereinigten Staaten ging das bereinigte EBITDA organisch um 4,0 Prozent zurück. Auch in Europa verzeichnete der Konzern einen Rückgang des operativen Ergebnisses im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Der Konzern steht damit vor der Herausforderung, seine höheren Kosten durch Preisgestaltung, effizientere Abläufe und den Verkauf höherwertiger Produkte auszugleichen.

Bierabsatz entwickelt sich verhalten

Beim Absatz verzeichnete AB InBev weltweit nur eine geringe Veränderung. Insgesamt setzte der Konzern rund 142,3 Millionen Hektoliter Getränke ab. Organisch entspricht das einem Wachstum von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Der reine Bierabsatz ging organisch um 0,1 Prozent zurück. Bei alkoholfreien Getränken außerhalb der Bierkategorie stieg das Volumen dagegen um 4,0 Prozent.

Dass die Umsätze dennoch stärker zulegten, erklärt sich auch durch höhere Erlöse je verkauftem Hektoliter. Diese stiegen organisch um 4,2 Prozent. Der Konzern profitierte unter anderem davon, dass Kunden verstärkt zu höherpreisigen Marken griffen.

Die internationalen Marken entwickelten sich unterschiedlich stark, insgesamt aber positiv. Corona verzeichnete außerhalb seines Heimatmarktes ein Umsatzwachstum von 20 Prozent. Besonders dynamisch wuchs das Geschäft mit alkoholfreiem Bier, dessen Umsatz konzernweit um 35 Prozent zulegte.

China bleibt größter Schwachpunkt

Besonders deutlich ging das Geschäft in China zurück. Dort sanken sowohl das Absatzvolumen als auch der Umsatz im dritten Quartal um 16,8 Prozent. Das bereinigte EBITDA brach organisch um 30,5 Prozent ein.

Nach Angaben von AB InBev belasteten ungewöhnliche Wetterbedingungen und eine schwache Nachfrage in der Gastronomie den chinesischen Biermarkt. Hinzu kamen Anpassungen der Lagerbestände. Der Konzern entwickelte sich nach eigener Einschätzung schwächer als der Gesamtmarkt in seinen chinesischen Vertriebsregionen.

Andere Märkte konnten einen Teil dieser Einbußen auffangen. In Brasilien stieg der Umsatz organisch um 5,3 Prozent, das bereinigte EBITDA legte um 6,1 Prozent zu. Auch Mexiko und Kolumbien entwickelten sich positiv.

AB InBev meldete für insgesamt 15 Märkte neue Absatzrekorde für ein drittes Quartal. Dazu gehörten unter anderem Kolumbien, Peru, Ecuador, Südafrika und Indien.

AB InBev bestätigt Prognose für 2026

Trotz der gestiegenen Kosten hält AB InBev an seinem bisherigen Ausblick für das Gesamtjahr fest. Das Unternehmen erwartet weiterhin ein organisches Wachstum des bereinigten EBITDA zwischen 4 und 8 Prozent.

Diese Erwartung beruht auf der aktuellen Einschätzung der Inflation und der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Weitere Veränderungen bei Rohstoffpreisen, Wechselkursen und Konsumnachfrage können die tatsächlichen Ergebnisse beeinflussen.

Für die ersten neun Monate 2026 meldete der Konzern einen Umsatz von 48,44 Milliarden Dollar. Das organische Umsatzwachstum lag bei 5,4 Prozent. Das bereinigte EBITDA stieg organisch um 5,0 Prozent auf 17,33 Milliarden Dollar.

Zugleich beschloss der Verwaltungsrat eine höhere Zwischendividende. Für das Geschäftsjahr 2026 sollen zunächst 0,40 Euro je Aktie ausgeschüttet werden, nach 0,15 Euro im Vorjahr.

Damit setzt AB InBev trotz der schwächeren Margenentwicklung auf eine höhere Ausschüttung an seine Anteilseigner. Für den weiteren Jahresverlauf bleiben die Kostenentwicklung und die Nachfrage in China wesentliche Einflussfaktoren.

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