
In Rostock steht eine langfristige Verkehrssperrung bevor. Wegen des Abrisses und Neubaus der Rennbahnalleebrücke wird ein Abschnitt der Rennbahnallee ab dem 5. November 2026 vollständig gesperrt. Die Einschränkungen betreffen Autofahrer ebenso wie Fußgänger und Radfahrer. Auch im öffentlichen Nahverkehr stehen Veränderungen an. Besonders weitreichend ist die Entscheidung, die Straßenbahnverbindung zum Neuen Friedhof dauerhaft einzustellen. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich im ersten Halbjahr 2028 abgeschlossen werden.
Die Bauarbeiten beginnen bereits am Montag, 26. Oktober 2026. Zunächst sind vorbereitende Maßnahmen im Umfeld der Brücke vorgesehen. Ab Donnerstag, 5. November, wird die Rennbahnallee zwischen der Kreuzung Barnstorfer Ring/Trotzenburger Weg und dem Tannenweg für den Verkehr gesperrt. Das bestätigte die Stadt Rostock am 15. Oktober.
Die Vollsperrung umfasst damit einen wichtigen Straßenabschnitt in der Rostocker Gartenstadt. Auch Fußgänger und Radfahrer können die Baustelle nicht unmittelbar passieren. Nach Angaben des städtischen Tiefbauamtes sind die Platzverhältnisse rund um die Brücke zu beengt, um provisorische Verbindungen oder eine Behelfsbrücke einzurichten.
Die Arbeiten sollen voraussichtlich im ersten Halbjahr 2028 abgeschlossen sein. Ein genauer Termin für die Wiederfreigabe der Straße wurde zunächst nicht genannt. Damit müssen sich Verkehrsteilnehmer auf erhebliche Einschränkungen über einen längeren Zeitraum einstellen.
Hintergrund der Sperrung ist der Zustand der bestehenden Rennbahnalleebrücke. Das Bauwerk wurde 1930 errichtet und führt die Straße sowie die bisherige Straßenbahntrasse über Eisenbahngleise.
Bereits im April 2025 hatte die Stadt Rostock den geplanten Ersatzneubau in einem Bericht über den Zustand ihrer Brücken angekündigt. Nach früheren Angaben des Tiefbauamtes ist die bestehende Brücke nicht mehr für den Schwerlastverkehr geeignet. Statt einer weiteren Nutzung des alten Bauwerks ist deshalb ein Neubau vorgesehen.
Die Ausführung ist aufwendig, weil die Bauarbeiten unmittelbar über einer Bahnstrecke stattfinden. Die Deutsche Bahn muss dafür Zeitfenster bereitstellen, in denen die darunterliegenden Gleise gesperrt werden können. Diese sogenannten Sperrpausen werden von der DB InfraGO AG vorgegeben und beeinflussen die zeitliche Planung.
Konkrete Termine für die erforderlichen Unterbrechungen des Eisenbahnverkehrs wurden zunächst nicht veröffentlicht. Auch zu möglichen Zugausfällen oder einem Schienenersatzverkehr unterhalb der Brücke lagen zunächst keine gesicherten Angaben vor.
Für den Autoverkehr hat die Stadt Rostock großräumige Umleitungen vorgesehen. Die ausgeschilderten Strecken führen vorrangig über die Satower Straße, Parkstraße, Dethardingstraße, Schillingallee und Kopernikusstraße sowie über den Trotzenburger Weg.
Als weitere Ausweichmöglichkeit nennt die Stadt die Hamburger Straße. Die entsprechenden Umleitungsschilder sollen in den Tagen vor Beginn der Vollsperrung aufgestellt werden.
Die Verkehrsführung betrifft damit nicht nur das unmittelbare Umfeld der Rennbahnalleebrücke. Auch auf Straßen im Hansaviertel und in angrenzenden Bereichen verändert sich der Verkehrsfluss durch die Umleitungsstrecken.
Die Stadt bittet Verkehrsteilnehmer ausdrücklich, die ausgeschilderten Routen zu beachten. Eine Freigabe provisorischer Fahrwege durch den Baustellenbereich ist nicht vorgesehen.
Auch für Menschen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, wird die bisherige Verbindung über die Rennbahnalleebrücke unterbrochen. Die Stadt hat dafür zwei Ausweichmöglichkeiten vorgesehen.
Westlich der Baustelle verläuft die Umleitung über den Tannenweg, den Westfriedhof und den Barnstorfer Ring. Eine weitere Verbindung führt östlich über die Tiergartenallee und den Dr.-Lorenz-Weg in Richtung Innenstadt.
Damit müssen auch Radfahrer und Fußgänger auf andere Wege ausweichen. Eine direkte Querung der Bahngleise im Bereich der bisherigen Brücke wird während der Bauarbeiten nicht angeboten.
Die Umleitungen sollen vor Ort beschildert werden. An den betroffenen Verbindungen müssen sich Verkehrsteilnehmer deshalb auf geänderte Wegeführungen einstellen.
Besonders weitreichende Folgen hat der Brückenneubau für den Rostocker Nahverkehr. Mit Beginn der Baumaßnahme wird die Straßenbahnverbindung zwischen den Haltestellen Zoo und Neuer Friedhof dauerhaft eingestellt. Anders als die Straßenbrücke soll die bisherige Straßenbahnverbindung nicht wiederhergestellt werden.
Nach dem am 15. Oktober veröffentlichten Bericht von Rostock-Heute sind ab dem 26. Oktober Änderungen an mehreren RSAG-Linien vorgesehen. Die Straßenbahnlinie 3 soll künftig am Platz der Jugend enden, die Linie 6 am Zoo.
Auch zwei Buslinien sind betroffen. Die Linie 28 soll vom Holbeinplatz nur noch bis zum Zoo verkehren und nicht mehr bis zum Campus Südstadt fahren. Für die Linie 29 ist dagegen eine Verlängerung vorgesehen. Sie soll von Wüsteney über den Neuen Friedhof und den Campus Südstadt weiter über Parkstraße, Dethardingstraße, Schillingallee und Kopernikusstraße bis zum Zoo fahren. Tagsüber ist dafür ein 20-Minuten-Takt vorgesehen.
Für Fahrgäste zum Neuen Friedhof bedeutet dies eine grundlegende Veränderung. Die bisherige direkte Straßenbahnanbindung entfällt dauerhaft. Künftig übernehmen Busverbindungen die Erreichbarkeit des Bereichs.
Parallel zum Brückenprojekt wird das Angebot der Regionalbuslinie 102 ausgebaut. Die Stadt Rostock bestätigte am 15. Oktober, dass die rebus Regionalbus Rostock GmbH den Fahrplan ab dem 26. Oktober deutlich erweitert.
Zwischen Stadtweide und Campus Südstadt entsteht montags bis freitags gemeinsam mit dem Angebot der RSAG ein 10-Minuten-Takt. Von Kritzmow und Stäbelow zum Campus Südstadt sollen Busse künftig alle 20 Minuten fahren. Zwischen Groß Schwaß und Campus Südstadt ist ein Stundentakt vorgesehen.
Auch die Verbindung zwischen Satow und dem Rostocker Zentralen Omnibusbahnhof wird angepasst. Hier soll künftig ebenfalls ein verlässlicher Stundentakt angeboten werden.
Vom Campus Südstadt führt die Linie 102 über die Joachim-Jungius-Straße und Beim Pulverturm weiter zum Zentralen Omnibusbahnhof. Am Campus besteht eine Umsteigemöglichkeit zu den Straßenbahnlinien 4 und 6.
Die neuen Verbindungen sollen insbesondere Fahrgästen aus den westlich von Rostock gelegenen Gemeinden sowie Pendlern und Schülern zusätzliche Fahrtmöglichkeiten bieten.
Mit dem Ersatzneubau der Rennbahnalleebrücke verändert sich die Verkehrssituation im westlichen Rostock langfristig. Während der Autoverkehr nach Abschluss der Bauarbeiten wieder über die neue Brücke geführt werden soll, bleibt die Einstellung der Straßenbahnverbindung zum Neuen Friedhof dauerhaft bestehen.
Für die Dauer der Bauarbeiten gelten die angekündigten Umleitungen für Kraftfahrzeuge, Fußgänger und Radfahrer. Im öffentlichen Nahverkehr werden Busverbindungen angepasst und ausgebaut.
Der Abschluss des Brückenprojekts ist nach dem aktuellen Zeitplan für das erste Halbjahr 2028 vorgesehen. Wann der gesperrte Straßenabschnitt wieder vollständig genutzt werden kann, stand am 15. Oktober 2026 noch nicht fest.
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