
Rentnerinnen und Rentner in Deutschland erhalten ihre gesetzliche Altersrente im Durchschnitt fast 22 Jahre lang. Nach den neuesten Daten der Deutschen Rentenversicherung lag die durchschnittliche Bezugsdauer bei den im Jahr 2025 weggefallenen Altersrenten bei 21,93 Jahren. Frauen kamen dabei auf deutlich längere Bezugszeiten als Männer.
Die aktuellen Zahlen zeigen zugleich, wie stark sich die Alterssicherung über die vergangenen Jahrzehnte verändert hat. Eine höhere Lebenserwartung sorgt dafür, dass Renten länger gezahlt werden. Zugleich bremsen spätere Renteneintritte und die schrittweise steigende Regelaltersgrenze den Anstieg der Bezugsdauer.
Bei Männern lag die durchschnittliche Bezugsdauer einer Altersrente 2025 bei 20,30 Jahren. Bei Frauen waren es 23,47 Jahre. Der Abstand lag damit bei 3,17 Jahren.
Im Jahr zuvor waren es bei den Altersrenten durchschnittlich 21,72 Jahre gewesen. Männer kamen 2024 auf 20,14 Jahre, Frauen auf 23,23 Jahre. Damit erhöhte sich die durchschnittliche Rentenbezugsdauer in Deutschland innerhalb eines Jahres erneut leicht.
Die Werte beziehen sich auf Altersrenten nach dem Sozialgesetzbuch VI, die im jeweiligen Jahr weggefallen sind. In der weit überwiegenden Zahl der Fälle endet eine Altersrente mit dem Tod des Rentenbeziehers. Die Statistik kann bei einzelnen Fällen auch Zeiten aus einer zuvor bezogenen Versichertenrente berücksichtigen.
Die Zahlen bedeuten deshalb nicht, dass jemand, der 2025 neu in Rente gegangen ist, statistisch exakt 21,93 weitere Lebensjahre erwarten kann. Es handelt sich um eine rückblickende Auswertung der Renten, die im Berichtsjahr beendet wurden.
Auch zwischen den einzelnen Rentenarten gibt es Unterschiede. Für Regelaltersrenten weist die Deutsche Rentenversicherung 2025 eine durchschnittliche Bezugsdauer von 21,62 Jahren aus.
Bei Altersrenten für langjährig Versicherte lag der Durchschnitt bei 19,20 Jahren, bei Altersrenten für schwerbehinderte Menschen bei 20,95 Jahren. Für frühere Rentenarten, die heute für neue Jahrgänge kaum oder gar nicht mehr zugänglich sind, fallen teilweise deutlich längere Bezugszeiten an.
Solche Unterschiede hängen unter anderem damit zusammen, wann die jeweilige Rentenart begonnen hat und welche Jahrgänge in der Statistik enthalten sind. Ein direkter Vergleich einzelner Rentenarten ist deshalb nur eingeschränkt aussagekräftig.
Besonders deutlich wird die Entwicklung beim Blick zurück. Für ihre langfristige Zeitreihe betrachtet die Deutsche Rentenversicherung die breitere Gruppe der Versichertenrenten, also Renten wegen Alters und wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Diese Reihe ist deshalb nicht vollständig mit der aktuellen Statistik der reinen Altersrenten vergleichbar, zeigt aber den langfristigen Trend.
1974 lag die durchschnittliche Bezugsdauer in den damaligen alten Bundesländern bei Männern bei 10,6 Jahren und bei Frauen bei 13,4 Jahren. 1984 waren es 11,7 beziehungsweise 14,6 Jahre.
Bis 1999 war der Wert auf 13,6 Jahre bei Männern und 18,7 Jahre bei Frauen gestiegen. 2009 kamen Männer bereits auf 15,8 Jahre, Frauen auf 20,6 Jahre. Für 2024 nennt die entsprechende DRV-Zeitreihe 18,9 Jahre bei Männern und 22,1 Jahre bei Frauen.
Damit hat sich die Zeit, über die eine gesetzliche Rente ausgezahlt wird, seit den 1970er-Jahren erheblich verlängert. Ein wesentlicher Grund ist die gestiegene Lebenserwartung.
Die Entwicklung verläuft allerdings nicht einfach immer schneller nach oben. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung hat sich der Anstieg der Bezugsdauer in den vergangenen Jahren abgeschwächt.
Dafür gibt es mehrere Gründe. Frühere Rentenarten mit besonders frühem Zugang laufen schrittweise aus. Gleichzeitig steigt die Regelaltersgrenze für jüngere Jahrgänge weiter an. Sie wird bis 2031 schrittweise auf 67 Jahre angehoben.
Ein späterer Rentenbeginn kann die durchschnittliche Dauer des Leistungsbezugs verkürzen oder zumindest deren weiteren Anstieg bremsen. Gleichzeitig hängt die tatsächliche Entwicklung davon ab, wie sich die Lebenserwartung künftiger Rentnergenerationen verändert.
Für die gesetzliche Rentenversicherung ist nicht allein entscheidend, wie hoch eine Monatsrente ausfällt. Ebenso wichtig ist, wie viele Menschen Leistungen erhalten und über welchen Zeitraum diese gezahlt werden.
2025 lagen die Rentenausgaben der Deutschen Rentenversicherung bei rund 379,4 Milliarden Euro. Die gesamten Beitragseinnahmen beliefen sich auf rund 321,6 Milliarden Euro. Hinzu kamen unter anderem Bundeszuschüsse und weitere Einnahmen.
Die längere Rentenbezugsdauer ist dabei nur ein Teil der finanziellen Herausforderung. In den kommenden Jahren erreicht zusätzlich die geburtenstarke Babyboomer-Generation das Rentenalter. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts werden bis 2040 rund 13,3 Millionen der heutigen Erwerbspersonen das gesetzliche Rentenalter von 67 Jahren überschritten haben.
Zugleich wächst die Zahl älterer Menschen. Nach der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung könnte die Zahl der Menschen ab 67 Jahren bis 2038 auf 20,5 bis 21,3 Millionen steigen. 2024 gehörte etwa jeder fünfte Einwohner zu dieser Altersgruppe. Mitte der 2030er-Jahre dürfte es etwa jeder vierte sein.
Trotz des zunehmenden demografischen Drucks liegt der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung 2026 weiterhin bei 18,6 Prozent. Nach den Modellrechnungen der Bundesregierung soll er zunächst bis 2027 auf diesem Niveau bleiben.
Langfristig hängt die Finanzierung jedoch von mehreren Faktoren gleichzeitig ab. Dazu gehören Beschäftigung und Lohnentwicklung, die Zahl der Beitragszahler, die Höhe der Renten, Bundesmittel, Renteneintrittsalter und Lebenserwartung.
Die inzwischen fast 22 Jahre lange durchschnittliche Bezugsdauer einer Altersrente zeigt deshalb nur einen Teil des Gesamtbildes. Sie macht aber deutlich, wie grundlegend sich die gesetzliche Alterssicherung seit den 1970er-Jahren verändert hat. Renten werden heute im Durchschnitt wesentlich länger gezahlt als vor mehreren Jahrzehnten.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu