Television-Mitgründer Richard Lloyd ist mit 75 Jahren gestorben

12-Jähriger stirbt nach schwerem Unfall in Bünde
Symbolfoto

Teilen:

Der amerikanische Gitarrist Richard Lloyd ist tot. Der Mitbegründer der New Yorker Rockband Television starb am Samstag, 7. November 2026, im Alter von 75 Jahren in seinem Haus in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee. Seine Familie bestätigte den Tod. Nach ihren Angaben war ein Cholangiokarzinom, eine Form von Gallengangkrebs, die Ursache. Die Erkrankung war im März diagnostiziert worden. Auch über einen öffentlichen Beitrag der Band Television wurde sein Tod bekannt gegeben.

Anzeige

Lloyd gehörte zu den Musikern, die den Klang der New Yorker Rockszene in den 1970er-Jahren veränderten. Besonders seine Zusammenarbeit mit Sänger und Gitarrist Tom Verlaine machte Television zu einer einflussreichen Band zwischen Punk, Artrock und späterem Post-Punk.

Television entstand in der New Yorker Musikszene

Richard Lloyd wurde am 25. Oktober 1951 in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania geboren und wuchs überwiegend in New York auf. Er interessierte sich früh für Instrumente, begann zunächst mit dem Schlagzeug und widmete sich anschließend der Gitarre. 1973 wurde er gemeinsam mit Tom Verlaine, Bassist Richard Hell und Schlagzeuger Billy Ficca Teil der ursprünglichen Television-Besetzung.

In den folgenden Jahren trat die Gruppe regelmäßig im New Yorker Club CBGB auf. Der Veranstaltungsort wurde zu einem wichtigen Treffpunkt einer neuen Rockszene, zu der auch die Ramones, Blondie und Talking Heads gehörten. Television teilten mit diesen Gruppen die Nähe zur damaligen Punkbewegung, entwickelten aber eine deutlich andere musikalische Sprache.

Anzeige

Verlaine sang und spielte Gitarre. Lloyd übernahm ebenfalls Gitarrenparts, die weit über eine reine Begleitfunktion hinausgingen. Ihre Melodielinien griffen ineinander, trennten sich und führten wieder zusammen. Anstelle einfacher Akkordfolgen entstanden Stücke mit wechselnden Rhythmen, längeren Instrumentalpassagen und Einflüssen aus Jazz und experimentellem Rock.

Marquee Moon machte Television bekannt

Noch vor dem ersten Album veröffentlichte Television 1975 die Single Little Johnny Jewel. Nach dem Ausstieg von Richard Hell übernahm Fred Smith den Bass. In dieser Besetzung entstanden die ersten beiden Studioalben der Gruppe.

1977 erschien Marquee Moon beim Label Elektra. Das Album enthielt unter anderem See No Evil, Venus, Friction und das mehr als zehn Minuten lange Titelstück. Gerade dort wurde das Zusammenspiel der beiden Gitarristen zu einem wesentlichen Bestandteil der Komposition. Verlaine und Lloyd teilten die musikalischen Aufgaben nicht einfach in Solo- und Rhythmusgitarre auf, sondern entwickelten ein vielschichtiges Geflecht aus einzelnen Stimmen.

Das Album wurde zunächst kein großer kommerzieller Erfolg. Im Laufe der Jahrzehnte gewann es jedoch erheblich an Ansehen und gilt heute als ein wegweisendes Werk des gitarrenorientierten Rock. Sein Einfluss reicht über die unmittelbare New Yorker Punkbewegung hinaus und wird unter anderem mit späteren Bands wie Sonic Youth und den Pixies in Verbindung gebracht.

1978 folgte Adventure. Noch im selben Jahr trennte sich Television. Anfang der 1990er-Jahre kam es zur Wiedervereinigung. 1992 erschien mit Television das dritte und letzte Studioalbum der Band. Lloyd wirkte an sämtlichen drei regulären Studioalben mit. Nach weiteren gemeinsamen Auftritten und Phasen unterschiedlicher Aktivität verließ er die Gruppe 2007.

Solokarriere und Arbeit mit anderen Musikern

Richard Lloyd blieb nach der ersten Auflösung von Television als Musiker aktiv. Bereits 1979 erschien sein Solodebüt Alchemy. 1986 folgte Field of Fire, ein Jahr später die Liveveröffentlichung Real Time. Mit späteren Werken wie The Radiant Monkey aus dem Jahr 2007, Rosedale von 2016 und The Countdown von 2018 setzte er seine Laufbahn als eigenständiger Gitarrist und Songwriter fort.

Neben seinen eigenen Aufnahmen arbeitete Lloyd als Studiomusiker. Zu seinen bekanntesten Beiträgen gehören Gitarrenaufnahmen für Matthew Sweet, insbesondere auf den Alben Girlfriend von 1991, Altered Beast von 1993 und 100% Fun von 1995. Auch mit Musikern wie John Doe und Stephan Eicher arbeitete er zusammen. Außerdem trat er weiterhin live auf und unterrichtete Gitarre.

2017 veröffentlichte Lloyd das Erinnerungsbuch Everything Is Combustible: Television, CBGB’s and Five Decades of Rock and Roll. Darin beschäftigte er sich mit seiner musikalischen Laufbahn und der Entwicklung der New Yorker Rockszene, deren Geschichte er über Jahrzehnte begleitet hatte.

Musikalischer Einfluss über die Punkära hinaus

Lloyds Bedeutung beruhte nicht allein auf seinem Anteil an den drei Television-Alben. Sein Gitarrenstil zeigte, wie sich die Energie des Punk mit komplexen Arrangements und improvisatorischen Elementen verbinden ließ. Die beiden Gitarristen der Band wurden damit zu Bezugspunkten für spätere Musiker, die jenseits klassischer Rockmuster nach neuen Klangformen suchten.

Nach der Todesnachricht würdigte unter anderem der frühere Smiths-Gitarrist Johnny Marr den Musiker öffentlich. Auch der britische Sänger Lloyd Cole erinnerte an die Gitarrenfiguren, mit denen Lloyd die Musik von Television geprägt hatte.

Tom Verlaine war bereits im Januar 2023 im Alter von 73 Jahren gestorben. Mit Richard Lloyd ist nun auch der zweite Gitarrist verstorben, dessen Zusammenspiel die bekanntesten Aufnahmen von Television auszeichnete. Besonders Marquee Moon bleibt ein zentraler Teil ihres musikalischen Vermächtnisses.

Mit MS-Aktuell immer ohne Paywall lesen
Bei Google bevorzugen

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu