
Vor dem DFB-Pokalspiel zwischen Rot-Weiss Essen und RB Leipzig haben Unbekannte einen Zugang zum Gästebereich im Stadion an der Hafenstraße mit Beton versperrt. Die Blockade wurde am Dienstagmorgen, 27. Oktober 2026, entdeckt und noch vor dem Einlass der Zuschauer beseitigt. Der Drittligist bestätigte den Vorfall. Wegen der Aktion wurde nach Informationen des Lokalsenders Radio Essen Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. Wer hinter der Blockade steckt, ist bislang unbekannt.
Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) hatte am Dienstagmorgen zuerst über den zubetonierten Gästeeingang in Essen berichtet. Die Begegnung zwischen dem Essener Drittligisten und dem Bundesligisten aus Sachsen war für 18 Uhr angesetzt. Nach Angaben von Rot-Weiss Essen sollte der Vorfall keine Auswirkungen auf den regulären Einlass oder die Austragung der Partie haben.
Die Blockade entstand offenbar in der Nacht von Montag auf Dienstag. Nach Angaben des Vereins hatten Unbekannte eine Holzkonstruktion zwischen zwei Eingangstoren angebracht und anschließend mit Beton ausgefüllt. Dadurch wurden die beiden Tore miteinander verbunden und konnten nicht mehr geöffnet werden.
Die Konstruktion versperrte einen Zugang, der für die Anreise und den Einlass der Leipziger Gästefans vorgesehen war. Mitarbeiter entdeckten das Hindernis am Dienstagmorgen bei den Vorbereitungen auf das Pokalspiel.
An dem blockierten Tor war zudem eine gegen RB Leipzig gerichtete Botschaft angebracht. Nach Angaben des Westdeutschen Rundfunks stand dort der Satz „Bullen müssen heute draußen bleiben“. Die Formulierung bezog sich auf den Spitznamen des Leipziger Bundesligisten.
Ob einzelne Personen oder mehrere Beteiligte die Konstruktion errichteten, blieb zunächst ungeklärt. Auch zum genauen Zeitpunkt der Arbeiten gab es keine gesicherten Angaben.
Nach der Entdeckung begannen Mitarbeiter des Stadionbetreibers und von Rot-Weiss Essen damit, die Betonfüllung zu entfernen. Dabei mussten sie die verhärtete Masse mit Werkzeugen aus der Holzeinfassung lösen.
RWE-Pressesprecher Henrik Lerch bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur den Vorfall und erklärte: „Es war ein Ärgernis von kurzer Dauer.“ Innerhalb von rund zwei Stunden sei das Problem behoben worden.
Nach Angaben von Radio Essen waren die Arbeiten gegen 10 Uhr abgeschlossen. Der zuvor versperrte Zugang konnte anschließend wieder regulär genutzt werden.
Für die erwarteten Anhänger von RB Leipzig hatte die nächtliche Blockade damit nach Angaben des Essener Vereins keine Auswirkungen auf den Einlass. Auch eine Beeinträchtigung der Durchführung des Pokalspiels wurde von RWE nicht erwartet.
Der Vorfall verursachte allerdings zusätzlichen Aufwand am Spieltag. Beschäftigte des Vereins und des Stadionbetreibers mussten sich bereits am Vormittag mit der Entfernung der Konstruktion befassen.
Wegen der Blockade wurde nach Informationen von Radio Essen Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. Die Identität der verantwortlichen Personen war am Dienstag zunächst nicht bekannt.
Eine gesonderte öffentliche Mitteilung der Polizei Essen mit Angaben zum Ermittlungsstand lag zunächst nicht vor. Ebenso gab es keine amtlich bestätigte Bezifferung des entstandenen Sachschadens.
Das Fußballportal RBlive berichtete von Kosten im vierstelligen Bereich für die Entfernung der Betonbarriere. Eine unabhängige Bestätigung dieser Summe lag zunächst nicht vor.
Eine offizielle Zuordnung der Aktion zu einer bestimmten Fangruppierung gab es ebenfalls nicht. Auch wenn die am Eingang angebrachte Botschaft gegen RB Leipzig gerichtet war, ließ sich daraus nicht feststellen, wer die Blockade errichtet hatte.
Von RB Leipzig und den Fanvertretungen der beteiligten Vereine war zunächst keine gesonderte öffentliche Stellungnahme zu dem konkreten Vorfall bekannt.
Für die zweite Runde des DFB-Pokals wurden rund 550 Anhänger von RB Leipzig in Essen erwartet. Das Stadion an der Hafenstraße bietet nach offiziellen Vereinsangaben insgesamt 19.962 Zuschauern Platz.
Bereits am Montag hatte Rot-Weiss Essen ausführliche Hinweise zur Anreise, zum Ticketverkauf und zur Aufteilung der Zuschauerbereiche veröffentlicht. Demnach sollte das Stadion um 16.30 Uhr öffnen, also 90 Minuten vor dem geplanten Anpfiff.
Für das Pokalspiel war außerdem eine besondere Aufteilung der Zuschauerbereiche vorgesehen. Der üblicherweise für Gästefans genutzte Block G3 wurde für Essener Anhänger freigegeben. Diese sollten ihren Bereich ausschließlich über den Heimbereich hinter der Rahn-Tribüne erreichen können.
RB Leipzig hatte seine mitreisenden Fans dagegen darüber informiert, dass für sie der Stehplatzblock G2 vorgesehen sei. Der Gästeeingang befand sich an der Straße Sulterkamp. Für die Anreise empfahl der Verein die Autobahn A42 mit der Anschlussstelle Bottrop-Süd.
Damit waren die Wege für Essener und Leipziger Zuschauer bereits vor dem Spiel organisatorisch getrennt. Auch die Zutrittskontrollen für die jeweiligen Bereiche waren entsprechend vorgesehen.
Rot-Weiss Essen hatte zudem darauf hingewiesen, dass Gästefans auch mit einer gültigen Eintrittskarte keinen Zugang zu den ausgewiesenen Heimbereichen erhalten sollten.
Die Begegnung fand vor dem Hintergrund einer seit Jahren bestehenden Kontroverse um RB Leipzig statt. Der Verein wurde 2009 mit Unterstützung des österreichischen Getränkeherstellers Red Bull aufgebaut und entwickelte sich anschließend zu einem etablierten Bundesligisten.
In Teilen der deutschen Fußballfanszene wird dieses Vereinsmodell kritisch betrachtet. Dabei geht es insbesondere um die wirtschaftliche Unterstützung durch Red Bull, den Einfluss des Unternehmens und die Frage, welche Bedeutung Mitglieder und traditionelle Vereinsstrukturen im Profifußball haben.
Kritik an RB Leipzig wird regelmäßig auch bei Spielen gegen Vereine aus unteren Ligen sichtbar. Bereits vor dem Pokalspiel der Leipziger gegen Eintracht Trier im August 2026 hatten Anhänger des Regionalligisten einen Protestmarsch angekündigt. Nach Angaben des Südwestrundfunks richtete sich dieser gegen den Einfluss von Investoren im Profifußball und die Rolle von Red Bull beim Leipziger Verein.
Die grundsätzliche Kritik am Leipziger Vereinsmodell besteht damit unabhängig von dem aktuellen Vorfall in Essen. Ob die unbekannten Verantwortlichen des zubetonierten Eingangs einer organisierten Fangruppe angehören oder in deren Auftrag handelten, war zunächst nicht geklärt.
Rot-Weiss Essen und RB Leipzig trafen am 27. Oktober 2026 in der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals aufeinander. Der Deutsche Fußball-Bund hatte die Begegnung für 18 Uhr im Stadion an der Hafenstraße angesetzt.
Bereits im August 2024 hatten beide Mannschaften an gleicher Stelle im DFB-Pokal gegeneinander gespielt. Damals fand die Begegnung in der ersten Hauptrunde statt.
Für Essen bedeutete das erneute Pokalduell den Besuch eines Bundesligisten im eigenen Stadion. Die reguläre Spielorganisation umfasste neben den getrennten Fanbereichen auch die vorgesehenen Sicherheits- und Zugangskontrollen.
Die vorübergehende Sperrung des Gästeeingangs machte zusätzliche Arbeiten erforderlich. Noch am Vormittag konnte Rot-Weiss Essen jedoch bestätigen, dass die Betonbarriere entfernt worden war. Der Zugang für die Leipziger Zuschauer stand damit wieder zur Verfügung.
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