
Borussia Dortmund muss nach der Länderspielreise von Julian Ryerson die weitere Entwicklung bei seinem Außenverteidiger beobachten. Der 28 Jahre alte norwegische Nationalspieler konnte die Nations League Partie gegen Portugal am Sonntag nicht beenden. Nach einem erneuten Zusammenprall machten ihm Schmerzen im Bereich der Rippen zu schaffen. Eine genaue Diagnose oder eine konkrete Ausfallzeit waren zunächst nicht bekannt. Ryerson selbst äußerte noch die Hoffnung, bereits im nächsten Länderspiel gegen Wales wieder zur Verfügung zu stehen.
Der norwegische Fußballverband führt Ryerson in seiner offiziellen Spieldokumentation als Mitglied der Startelf beim 1:2 gegen Portugal im Ullevaal Stadion in Oslo. Der Dortmunder spielte auf der rechten Abwehrseite. Nach gut einer Stunde war sein Einsatz beendet.
Die Beschwerden hatten offenbar bereits einige Tage zuvor begonnen. Nach Angaben Ryersons hatte er im vorausgegangenen Nations League Spiel gegen Dänemark einen Schlag im Bereich der Rippen erhalten. Gegen Portugal wurde dieselbe Stelle bei einem weiteren Zweikampf belastet, woraufhin die Schmerzen wieder stärker wurden.
Ryerson erklärte anschließend in der Presszone, er habe schon im vorherigen Spiel einen Schlag abbekommen und nach einem weiteren Kontakt gegen Portugal nicht mehr weitermachen können. Eine medizinische Diagnose war am späten Sonntagabend laut einem Bericht der Nachrichtenagentur NTB noch nicht gestellt worden. Der Außenverteidiger hoffte demnach darauf, für Norwegens Partie gegen Wales am Donnerstag wieder einsatzfähig zu sein.
Damit gibt es bislang auch keine belastbare Angabe darüber, wie lange Ryerson ausfallen könnte. Von einer mehrwöchigen Pause kann ebenso wenig ausgegangen werden wie von einer sicheren Einsatzfähigkeit im nächsten Spiel. Entscheidend ist zunächst, wie sich die Beschwerden entwickeln und zu welchem Ergebnis die medizinische Untersuchung kommt.
Borussia Dortmund veröffentlichte am Montag einen eigenen Überblick über die Einsätze seiner Nationalspieler. Darin bestätigte der Verein, dass Ryerson beim Spiel gegen Portugal sein insgesamt 49. Länderspiel für Norwegen absolvierte und als Rechtsverteidiger eingesetzt wurde. Angaben zu einer Verletzung, einer Diagnose oder einer Ausfallzeit enthielt die BVB Mitteilung nicht.
Für Dortmund wäre ein längerer Ausfall des Norwegers sportlich durchaus relevant. Ryerson gehört seit seinem Wechsel vom 1. FC Union Berlin im Januar 2023 zum festen Bestandteil des Dortmunder Kaders. Der BVB beschreibt ihn als Spieler, der sowohl auf der rechten als auch auf der linken Seite einer Viererkette eingesetzt werden kann und ebenso als Schienenspieler in einer Dreierkettenformation funktioniert.
Ryerson ist am 17. November 1997 geboren und damit 28 Jahre alt. Seine Hauptposition ist die des Außenverteidigers. Gerade seine Verwendbarkeit auf beiden Seiten hat ihm in Dortmund über mehrere Trainer hinweg eine wichtige Rolle verschafft. Der Verein verlängerte seinen Vertrag bereits im Oktober 2024 vorzeitig bis zum 30. Juni 2028. Sportdirektor Sebastian Kehl begründete die Verlängerung damals unter anderem mit Ryersons vielseitigem Profil und den verschiedenen taktischen Möglichkeiten, die er der Mannschaft eröffnet.
Die Bedeutung des Norwegers lässt sich auch an seinen Einsatzdaten ablesen. Bis zum Ende der Saison 2025/26 absolvierte Ryerson nach BVB Angaben insgesamt 143 Pflichtspiele für Dortmund. Besonders auffällig war seine offensive Produktion in der vergangenen Spielzeit. In der Bundesliga kam er 2025/26 auf 31 Einsätze und bereitete 15 Treffer vor. Damit gehörte er laut BVB zu den besten Vorlagengebern der gesamten Liga.
In der laufenden Bundesligasaison 2026/27 stand Ryerson an den ersten vier Spieltagen viermal auf dem Platz. Die Bundesliga weist für ihn bislang weder ein Tor noch eine Torvorlage aus. Wettbewerbsübergreifend wurde er vor der Länderspielpause auch im DFB Pokal, im Supercup und in der Champions League eingesetzt.
Eine mögliche Abwesenheit Ryersons würde besonders deshalb ins Gewicht fallen, weil Dortmund auf seiner angestammten rechten Außenbahn nicht mehr über dieselbe personelle Tiefe wie in der vergangenen Saison verfügt. Yan Couto, der dort ebenfalls eingesetzt werden konnte, wechselte Anfang August auf Leihbasis bis zum Saisonende zu Como 1907 nach Italien.
Daniel Svensson gehört weiterhin zu den etablierten Außenverteidigern im Kader und kam in dieser Bundesligasaison ebenfalls viermal zum Einsatz. Der Schwede wird jedoch überwiegend auf der linken Seite eingesetzt. Durch Ryersons Fähigkeit, beide Außenpositionen zu bekleiden, konnten Trainer Niko Kovac und sein Team bislang flexibel auf unterschiedliche Spielsituationen reagieren.
Zum aktuellen Profikader gehören darüber hinaus mehrere junge Defensivspieler. Der 18 Jahre alte Kaua Prates ist gelernter Linksverteidiger und wechselte im Sommer vom brasilianischen Klub Cruzeiro nach Dortmund. Luca Reggiani ist dagegen in erster Linie Innenverteidiger. Er sammelte bereits in der vergangenen Saison Erfahrungen in Bundesliga und Champions League und gehört auch 2026/27 zum Dortmunder Profikader.
Damit besitzt der BVB zwar mehrere Möglichkeiten, seine Defensive personell oder taktisch umzubauen. Ein positionsgleicher Ersatz mit Ryersons Erfahrung und seinem Profil auf der rechten Seite ist nach der Ausleihe von Couto aber weniger offensichtlich. Auch eine Umstellung innerhalb der Formation wäre deshalb denkbar, falls Ryerson tatsächlich Spiele verpassen sollte.
Für Dortmund ist vor allem entscheidend, ob Ryerson nach Abschluss der Nations League Spiele wieder ohne Beschwerden trainieren kann. Der nächste Bundesligaeinsatz des BVB ist für den 9. Oktober gegen Werder Bremen angesetzt. Bis dahin liegen noch die weiteren Länderspiele Norwegens gegen Wales und anschließend erneut gegen Portugal.
Norwegens Nationaltrainer Ståle Solbakken hatte nach der Niederlage gegen Portugal neben Ryerson auch bei weiteren Spielern gesundheitliche Probleme zu berücksichtigen. Eine konkrete Prognose für den Dortmunder gab er zunächst nicht ab. Ryersons eigene Hoffnung auf einen schnellen Einsatz gegen Wales deutet zumindest darauf hin, dass unmittelbar nach dem Spiel keine längere Pause feststand. Eine gesicherte Aussage über die tatsächliche Schwere der Beschwerden lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Für Borussia Dortmund bleibt damit zunächst offen, ob die Länderspielreise Auswirkungen auf die weitere Saisonplanung hat. Sicher ist bislang lediglich, dass Ryerson gegen Portugal aufgrund der erneut aufgetretenen Rippenschmerzen nicht bis zum Ende spielen konnte. Eine vom BVB oder vom norwegischen Verband veröffentlichte konkrete Ausfallzeit lag zunächst nicht vor.






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