
Der traditionsreiche deutsche Rasenmäherhersteller SABO steht vor einem erneuten Eigentümerwechsel. Das chinesische Technologieunternehmen LDROBOT aus Shenzhen will sämtliche Anteile an der SABO Maschinenfabrik GmbH übernehmen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde am 7. Oktober 2026 unterzeichnet. Aus den veröffentlichten Vertragsdetails geht hervor, dass der eigentliche Kaufpreis bei einer Million Euro liegt. Darüber hinaus sind Investitionen zur finanziellen Stärkung des Unternehmens vorgesehen. Die Übernahme soll SABO neue Möglichkeiten bei der Entwicklung intelligenter Mähroboter eröffnen.
Die geplante Übernahme von SABO umfasst 100 Prozent der Geschäftsanteile des Unternehmens. Verkäufer ist die SABO Holding GmbH, die den Rasenmäherhersteller seit September 2023 besitzt. Als Käufer tritt LDROBOT über seine hundertprozentige Tochtergesellschaft ANTHBOT (SG) PTE. LTD. mit Sitz in Singapur auf.
Die Transaktion ist bereits vertraglich vereinbart, allerdings noch nicht abgeschlossen. Nach dem vorgesehenen Vollzug würde SABO vollständig zum chinesischen Technologiekonzern gehören.
Das 1932 gegründete Unternehmen entwickelt und produziert in Gummersbach Rasenmäher und Geräte für die professionelle und private Grünflächenpflege. Zum Sortiment gehören neben klassischen Benzinrasenmähern auch akkubetriebene Geräte, Vertikutierer, Rasentraktoren und Spezialmaschinen.
Die finanziellen Einzelheiten sind besonders bemerkenswert. Laut der am 7. Oktober veröffentlichten Börsenmitteilung von LDROBOT beträgt der Kaufpreis für sämtliche Unternehmensanteile eine Million Euro.
Zusätzlich hat der Käufer zugesagt, SABO durch eine Kapitalzuführung von bis zu fünf Millionen Euro finanziell zu unterstützen. Der gesamte Transaktionsumfang liegt damit bei maximal sechs Millionen Euro. Die fünf Millionen Euro fließen nicht an die bisherigen Eigentümer, sondern sind zur Verbesserung der finanziellen Ausstattung von SABO vorgesehen.
Die Finanzierung soll zu etwa 75 Prozent aus Mitteln des Börsengangs von LDROBOT erfolgen. Die übrigen 25 Prozent sollen aus eigenen Unternehmensmitteln stammen. Auch eine gestaffelte Bereitstellung der Liquidität ist vereinbart.
Die Geschäftszahlen verdeutlichen, vor welchem wirtschaftlichen Hintergrund der Eigentümerwechsel stattfindet. Im Jahr 2024 erzielte SABO nach den von LDROBOT veröffentlichten, ungeprüften Finanzdaten einen Umsatz von rund 22,6 Millionen Euro. Im darauffolgenden Jahr waren es noch etwa 18,2 Millionen Euro.
Der Umsatz ging damit innerhalb eines Jahres um rund 4,4 Millionen Euro beziehungsweise knapp ein Fünftel zurück.
Bei der Ertragslage zeigte sich dagegen eine Verbesserung. Während SABO 2024 einen Verlust nach Steuern von rund 947.000 Euro verzeichnete, wies das Unternehmen für 2025 einen Gewinn nach Steuern von etwa 1,14 Millionen Euro aus.
LDROBOT verweist dennoch auf die bestehende Verschuldung und eine angespannte operative Liquidität. Mit dem zusätzlichen Kapital soll die finanzielle Handlungsfähigkeit des Herstellers gestärkt werden.
LDROBOT wurde 2017 gegründet und ist auf Robotik, Sensorik und Technologien zur automatisierten Umgebungserkennung spezialisiert. Das Unternehmen ist an der Börse in Hongkong notiert und entwickelt unter anderem intelligente Systeme für Haushaltsroboter.
Mit der Marke ANTHBOT ist LDROBOT bereits im Geschäft mit autonomen Rasenmähern vertreten. Die Geräte nutzen Technologien zur Erkennung ihrer Umgebung und zur selbstständigen Navigation.
Für SABO eröffnet die geplante Zusammenarbeit die Möglichkeit, diese technischen Entwicklungen stärker in das eigene Sortiment einzubinden. Vorgesehen ist, künftig auch intelligente Mähroboter unter der Marke SABO anzubieten.
Die bisherige Produktpalette soll dabei nicht aufgegeben werden. Vielmehr sollen autonome Geräte das bestehende Angebot an Benzinrasenmähern, Akkumaschinen und professioneller Gartentechnik ergänzen.
Neben der Marke selbst spielt das bestehende Vertriebsnetz eine wesentliche Rolle. SABO verfügt nach Angaben von LDROBOT über mehr als 1.400 Fachhandelspartner in Europa.
Das Netz eröffnet dem chinesischen Hersteller Zugang zu etablierten Verkaufswegen, technischen Serviceleistungen und bestehenden Kundenbeziehungen. Gerade bei hochwertigen Gartengeräten spielen Beratung, Wartung und die Versorgung mit Ersatzteilen eine wichtige Rolle.
LDROBOT will diese Infrastruktur künftig auch für die Vermarktung intelligenter Rasenmähroboter einsetzen.
Zugleich sieht das Unternehmen Möglichkeiten, Entwicklung, Beschaffung, Produktion und Kundenservice stärker miteinander zu verbinden. Damit verfolgt LDROBOT das Ziel, seine Position auf dem europäischen Markt auszubauen, ohne sämtliche Vertriebsstrukturen selbst neu aufbauen zu müssen.
Für SABO wäre es bereits der dritte Eigentümerwechsel innerhalb weniger Jahre. Der amerikanische Landmaschinenkonzern John Deere hatte das Unternehmen 1991 übernommen und hielt die Beteiligung fast drei Jahrzehnte.
Im September 2020 ging SABO an die Münchner Beteiligungsgesellschaft Mutares. Diese entwickelte den Hersteller weiter und setzte unter anderem auf die Erweiterung des internationalen Geschäfts sowie auf batteriebetriebene Gartengeräte.
Im September 2023 verkaufte Mutares das Unternehmen schließlich an die SABO Holding GmbH. Hinter dieser Gesellschaft stehen der SABO-Geschäftsführer Lars Daniel und der Investor Christoph Schindler.
Mit LDROBOT würde nun erstmals ein chinesischer Technologiekonzern die vollständige Kontrolle über den traditionsreichen deutschen Rasenmäherhersteller erhalten.
Nach den Plänen der beteiligten Unternehmen soll SABO auch unter einem neuen Eigentümer als eigenständige Marke am Markt auftreten. Die Geschäftsführung unter Lars Daniel soll weiterhin für die Entwicklung des Unternehmens verantwortlich bleiben.
Auch das bisherige Sortiment sowie die Zusammenarbeit mit den Fachhandelspartnern sollen fortgeführt werden. Der chinesische Konzern sieht SABO als Grundlage für den Ausbau seines europäischen Geschäfts mit hochwertiger und zunehmend automatisierter Gartentechnik.
Welche konkreten Veränderungen sich durch den Eigentümerwechsel für die Beschäftigten und den Produktionsstandort Gummersbach ergeben, ist bislang nicht im Einzelnen bekannt. Konkrete Angaben zur künftigen Personalstärke oder zu möglichen Änderungen der Produktionskapazitäten wurden zunächst nicht veröffentlicht.
Bis zum endgültigen Abschluss müssen noch vertraglich festgelegte Voraussetzungen erfüllt werden. Dazu gehört insbesondere die erforderliche Freigabe für die Auslandsinvestition des chinesischen Käufers. Außerdem muss SABO die Zustimmung eines nicht näher bezeichneten Dritten zum Kontrollwechsel erhalten.
Der Vertrag sieht vor, dass beide Seiten unter bestimmten Bedingungen zurücktreten können, wenn die Voraussetzungen nicht innerhalb von 180 Tagen nach der Unterzeichnung erfüllt werden. Der Vollzug soll grundsätzlich am fünften Bankarbeitstag nach Erfüllung beziehungsweise wirksamem Verzicht auf die betreffenden Bedingungen erfolgen, sofern kein anderer Termin vereinbart wird.
Ein verbindlicher Abschlusstermin steht damit noch nicht fest. Die Vereinbarung schafft zunächst die Grundlage für den Wechsel von SABO zu LDROBOT und für den geplanten Ausbau des Geschäfts mit autonomer Rasenpflegetechnik.
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