
Der 1. FC Köln muss in seiner Offensive vorerst ohne einen seiner wichtigsten Spieler auskommen. Said El Mala fällt aus, nachdem der 20-Jährige bereits mehrere Trainingseinheiten krankheitsbedingt verpasst hatte. Der Verein bestätigte am Freitag, dass der Offensivspieler nicht rechtzeitig fit geworden war und deshalb nicht zum Kader gehörte. Eine konkrete Ausfalldauer nannte der FC bislang nicht. Damit bleibt offen, wann El Mala wieder vollständig ins Mannschaftstraining einsteigen kann.
Über den endgültigen Ausfall von Said El Mala berichtete am Freitag unter anderem der Kölner Express. Das Medium schrieb, der Offensivspieler habe wegen einer Erkältung nicht mit der Mannschaft trainieren und auch nicht mit dem Team reisen können. Auch der GEISSBLOG berichtete zuvor, El Mala habe eine Erkältung. Der 1. FC Köln selbst machte zur genauen Art der Erkrankung keine entsprechenden Angaben. Offiziell bestätigt ist deshalb lediglich der krankheitsbedingte Ausfall. Eine Muskelverletzung als Ursache der aktuellen Pause ist nicht bestätigt.
Bereits am Mittwoch hatte Trainer René Wagner öffentlich erklärt, dass El Mala ebenso wie Stürmer Thijs Dallinga krankheitsbedingt im Training fehlte. Zur möglichen Rückkehr sagte Wagner: Da müssen wir von Tag zu Tag schauen, ob es für den Kader reicht. Zwei Tage später stand fest, dass es bei El Mala nicht rechtzeitig gereicht hatte.
Eine Prognose über mehrere Tage oder Wochen gab der Verein nicht ab. Auch eine medizinische Diagnose veröffentlichte der FC nicht. Angaben darüber, wann die Erkrankung von Said El Mala vollständig überstanden sein wird, wären deshalb derzeit spekulativ.
Die Situation ist auch deshalb bemerkenswert, weil El Mala unmittelbar vor seiner Erkrankung beim Bundesligaauftakt körperlich nicht bis zum Ende durchgespielt hatte. Berichte über Krämpfe oder muskuläre Beschwerden nach diesem Einsatz sind jedoch von der aktuellen Erkrankung zu unterscheiden. Der Verein führt den jetzigen Ausfall ausdrücklich auf Krankheit zurück.
Der Stellenwert von Said El Mala beim 1. FC Köln ist innerhalb kurzer Zeit erheblich gestiegen. Der am 26. August 2006 geborene Offensivspieler ist 20 Jahre alt. Der FC führt ihn offiziell als Mittelfeldspieler, eingesetzt wird der schnelle Rechtsfuß vor allem in offensiven Rollen und über die Außenbahn.
Seine erste Bundesligasaison 2025/26 verlief außergewöhnlich erfolgreich. El Mala bestritt nach Vereinsangaben alle 34 Ligaspiele, erzielte 13 Tore und bereitete fünf weitere Treffer vor. Einschließlich des DFB-Pokals kam er auf 36 Pflichtspiele. Damit war er sowohl bester Torschütze als auch bester Scorer der Kölner. Die Fans wählten ihn anschließend mit 44 Prozent der Stimmen zum FC-Spieler der Saison.
Auch in die neue Spielzeit startete er als Stammspieler. El Mala stand sowohl in der ersten Runde des DFB-Pokals bei den Würzburger Kickers als auch beim Bundesligaauftakt in der Anfangsformation. In seinem bislang einzigen Bundesligaeinsatz der Saison 2026/27 erzielte er ein Tor. Damit stehen in der laufenden Spielzeit bislang zwei Pflichtspiele und ein Treffer zu Buche.
Dass die Kölner langfristig mit ihrem Offensivtalent planen, wurde erst wenige Tage vor dem Saisonstart noch einmal deutlich. Der Vertrag von Said El Mala wurde am 20. August vorzeitig bis 2031 verlängert. Gleichzeitig übernahm der 20-Jährige die Rückennummer 10. Nach Vereinsangaben ist er der erste FC-Spieler seit Lukas Podolski, der diese Nummer trägt.
Geschäftsführer Sport Thomas Kessler bezeichnete El Mala bei der Vertragsverlängerung als wichtigen Bestandteil der Mannschaft und verwies auf dessen Entwicklung in der vergangenen Saison. Der Klub sieht in ihm damit nicht mehr lediglich ein Perspektivtalent, sondern einen Spieler, um den die Offensive langfristig mit aufgebaut werden soll.
El Mala war bereits im Sommer 2024 gemeinsam mit seinem Bruder Malek von Viktoria Köln verpflichtet worden. Beide wurden für die Saison 2024/25 zunächst wieder an Viktoria ausgeliehen. Seit Sommer 2025 gehört Said El Mala dauerhaft zum Profikader des Bundesligisten.
Für die Offensive des 1. FC Köln stellt El Malas Fehlen dennoch keine Position dar, die sich eins zu eins ersetzen lässt. Seine Geschwindigkeit, seine Dribblings und seine Torgefahr hatten ihn bereits in der vergangenen Saison zu einem der entscheidenden Spieler gemacht.
Die unmittelbar gewählte Lösung war Linton Maina. Der FC bestätigte, dass Maina nach El Malas Ausfall in die Anfangsformation rückte. Damit verfügt Wagner über einen erfahrenen Flügelspieler, der Tempo über die Außenbahn einbringen kann.
Hinzu kommt Mikey Moore. Der 19 Jahre alte Engländer wurde erst Ende August für eine Saison von Tottenham Hotspur ausgeliehen. Der FC begründete den Transfer ausdrücklich mit Moores technischen Fähigkeiten, seiner Kreativität, seinem Eins gegen eins und der zusätzlichen Variabilität im letzten Drittel. Wagner bezeichnete ihn anschließend als den Spieler, den Köln für dieses Profil gesucht habe.
Weitere Optionen bietet der Kader mit Marius Bülter und Reigan Heskey. Der erst 18-jährige Heskey wurde im Sommer von Manchester City verpflichtet und kann nach Vereinsangaben mehrere Offensivpositionen übernehmen. Für zentrale Rollen stehen unter anderem Ragnar Ache und Thijs Dallinga zur Verfügung, wobei Dallinga zuletzt ebenfalls krankheitsbedingt fehlte. Gerade das gleichzeitige Fehlen mehrerer Angreifer reduziert die kurzfristigen Möglichkeiten des Trainers.
Der FC hatte nach Abschluss der Transferperiode seinen Kader ausdrücklich als komplett bezeichnet. Ein länger dauernder Ausfall El Malas würde deshalb zunächst über die vorhandenen Spieler aufgefangen werden müssen. Besonders Moore gewinnt durch die Situation früh zusätzliche Bedeutung, weil sein Profil dem Klub gerade auf den offensiven Außenpositionen weitere Möglichkeiten eröffnen soll.
Eine längere verletzungsbedingte Pause hatte El Mala in seiner ersten Bundesligasaison beim FC nicht. Dass er 2025/26 sämtliche 34 Ligaspiele bestritt, zeigt, dass kleinere körperliche Probleme keinen Bundesligaeinsatz kosteten. Anfang April 2026 hatte er Beschwerden am rechten Sprunggelenk. Nach einer Untersuchung sei damals keine strukturelle Verletzung festgestellt worden, berichteten unter anderem Bundesliga.com und Kölner Medien. Wenige Tage später kehrte er zurück.
Einen längeren Ausfall gab es dagegen während seiner Leihsaison bei Viktoria Köln. Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete im Februar 2025, El Mala habe sich einen Muskelfaserriss im hinteren rechten Oberschenkel zugezogen und solle mindestens vier Wochen fehlen. Liga3-online berichtete später, der damalige 18-Jährige habe vier Drittligapartien verpasst, bevor er wieder zur Verfügung gestanden habe.
Die aktuelle Situation unterscheidet sich davon deutlich. Diesmal ist keine strukturelle Verletzung bestätigt. El Mala fehlt dem 1. FC Köln nach Vereinsangaben krankheitsbedingt. Wie lange die Pause dauern wird, hat der Klub bislang nicht festgelegt. Für die Kaderplanung bedeutet das vorerst, dass Maina und insbesondere Neuzugang Moore auf den offensiven Außenpositionen stärker gefragt sind.
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