
Werder Bremen muss den nächsten langfristigen Ausfall verkraften. Stürmer Salim Musah hat sich während seiner Abstellung zur deutschen U20-Nationalmannschaft schwer am linken Oberschenkel verletzt und wird mehrere Monate fehlen. Nach Angaben des Vereins kann der 20-Jährige frühestens im neuen Jahr wieder zur Verfügung stehen. Damit wächst die Liste der längerfristig verletzten Bremer Profis erneut.
Die Deutsche Presse-Agentur verbreitete die Nachricht am Dienstag, 29. September 2026. Unter anderem veröffentlichten die Goslarsche Zeitung und WELT die Meldung. Auch die auf Werder spezialisierte DeichStube berichtete über die Vereinsmitteilung. Damit ist der Ausfall nicht lediglich eine Medieninformation: Werder Bremen hat die Verletzung und die langfristige Pause selbst bestätigt.
Musah zog sich die Verletzung während seiner Abstellung zur deutschen U20-Nationalmannschaft zu. Nach Vereinsangaben betrifft die Blessur den linken Oberschenkel. Eine genauere medizinische Diagnose veröffentlichte Werder zunächst nicht. Trainer Daniel Thioune erklärte, die Vereinsärzte stünden wegen der weiteren Behandlung mit der medizinischen Abteilung des Deutschen Fußball-Bundes im Austausch.
Thioune sagte in der Vereinsmitteilung: „Das ist unglaublich bitter für Salim und tut mir wahnsinnig leid für ihn.“ Für die Mannschaft sei der Ausfall ebenfalls ein „herber Rückschlag“, weil sich Musah zuletzt sehr gut entwickelt habe. Zur Dauer der Pause wurde der Trainer ebenfalls konkret: „Wir unterstützen Salim bestmöglich auf seinem Weg zurück. Allerdings wird er erst im neuen Jahr wieder zur Verfügung stehen können.“
Damit ist ein Comeback im Kalenderjahr 2026 ausgeschlossen. Einen konkreten Termin für die Rückkehr ins Mannschaftstraining oder in den Spielbetrieb nannte Werder nicht.
Salim Musah wurde am 22. Februar 2006 in Oldenburg geboren und ist 20 Jahre alt. Werder führt den 1,98 Meter großen Rechtsfuß als Angreifer. Seine bevorzugte Position ist das Sturmzentrum. Der deutsch-ghanaische Spieler gehört bereits seit 2017 zum Verein. Zuvor spielte er in der Jugend des VfL Oldenburg.
Musah ist damit weder Neuzugang noch Leihspieler. Er durchlief über viele Jahre die Nachwuchsmannschaften der Bremer und arbeitete sich über die U23 bis in den Bundesligakader vor. Im Juli 2025 verlängerte Werder seinen Vertrag. Eine konkrete Vertragslaufzeit veröffentlichte der Club bei der Bekanntgabe damals nicht.
Bei der Vertragsverlängerung hob der damalige sportliche Leiter des Leistungszentrums, Marc Dommer, Musahs körperliche Präsenz, seine technischen Fähigkeiten und seine Abschlussstärke hervor. In der Saison zuvor hatte der Mittelstürmer im Nachwuchsbereich bei 24 Pflichtspieleinsätzen 20 Tore erzielt.
Den Durchbruch in den Profibereich schaffte Musah in der vergangenen Saison 2025/26. Nach Angaben des DFB-Datencenters absolvierte er acht Bundesliga-Spiele und erzielte dabei ein Tor. Hinzu kamen neun Einsätze für Werder Bremen II in der Regionalliga Nord, in denen er fünf Treffer erzielte.
Sein erstes Bundesliga-Tor gelang ihm im April 2026. Werder setzte den jungen Angreifer in der Schlussphase der vergangenen Saison zunehmend bei den Profis ein. Im Mai stand Musah erstmals bei einem Bundesligaspiel in der Startelf.
In der laufenden Bundesliga-Saison 2026/27 kam Musah bislang dreimal zum Einsatz. Ein Treffer gelang ihm dabei nicht. Hinzu kommt ein Einsatz im DFB-Pokal. Auch für die U23 lief er in dieser Saison bereits wieder auf. Das DFB-Datencenter weist dort einen Regionalliga-Einsatz mit einem Treffer aus.
Musah gehörte damit zwar noch nicht zur Stammelf, war für Thioune aber eine regelmäßig verfügbare Alternative im Sturm. Bereits vor dem Saisonstart hatte der Trainer erklärt, dass Musahs gute Vorbereitung bei der Besetzung des Angriffs berücksichtigt werde.
Der Ausfall verschärft die personelle Situation bei Werder. Besonders schwer wiegen weiterhin die Verletzungen von Jens Stage und Justin Njinmah.
Stage zog sich unmittelbar vor dem Bundesliga-Start eine schwere Muskelverletzung im Oberschenkel zu. Werder erklärte Ende August, dass der dänische Mittelfeldspieler mehrere Monate ausfallen werde. Auch in der aktuellen dpa-Meldung wird Stage weiterhin zu den langfristig fehlenden Spielern gezählt.
Justin Njinmah erlitt beim Bundesliga-Auftakt Ende August ebenfalls eine Muskelverletzung im Oberschenkel. Eine MRT-Untersuchung bestätigte die Diagnose. Werder teilte am 1. September mit, dass der Offensivspieler für mehrere Monate fehlen werde.
Hinzu kommt Keke Topp. Der Mittelstürmer arbeitet nach einem Kreuzbandriss weiterhin an seinem Comeback. Noch Anfang September führte Werder ihn offiziell unter den verletzten Spielern.
Mitchell Weiser gehört dagegen nicht mehr zu den Langzeitverletzten. Der Außenbahnspieler war Anfang September nach seinem Kreuzbandriss wieder vollständig ins Mannschaftstraining eingestiegen und feierte inzwischen sein Comeback.
Auch Felix Agu hatte sich im September schrittweise wieder dem Mannschaftstraining angenähert. Deshalb wäre es nicht zutreffend, die umfangreiche Ausfallliste aus der Vorbereitung unverändert auf den aktuellen Stand Ende September zu übertragen.
Im Sturm verfügt Werder trotz Musahs Ausfall weiterhin über erfahrene Alternativen. Im Sommer verpflichteten die Bremer Cedric Itten ablösefrei von Fortuna Düsseldorf. Der Schweizer soll als körperlich robuster Mittelstürmer eine zentrale Option für Thioune sein.
Hinzu kam im August die Rückkehr von Niclas Füllkrug. Der deutsche Nationalstürmer wechselte für eine Saison auf Leihbasis von West Ham United nach Bremen. Der Verein bezeichnete ihn bei der Verpflichtung ausdrücklich als Soforthilfe für die Offensive.
Gerade diese beiden Verpflichtungen sorgen dafür, dass Musahs Ausfall im Sturm quantitativ besser aufgefangen werden kann als die langfristigen Verletzungen von Stage im zentralen Mittelfeld oder Njinmah auf den offensiven Außenpositionen. Gleichzeitig verliert Thioune mit Musah einen jungen Angreifer, der sowohl in der Vorbereitung als auch am Ende der vergangenen Saison weitere Schritte in Richtung eines festen Platzes im Profikader gemacht hatte.
Für Musah selbst unterbricht die Verletzung eine Phase, in der er sich dauerhaft im Bundesliga-Aufgebot etablieren wollte. Noch im August hatte der 20-Jährige im Vereinsinterview erklärt, dass er in dieser Saison sein Bestes geben, gut spielen und Tore erzielen wolle. Dabei hatte er ausdrücklich die Hoffnung geäußert, verletzungsfrei zu bleiben.
Die personellen Probleme beeinflussten Werders Kaderplanung bereits während der Sommer-Transferperiode. Nach der Verletzung von Jens Stage verpflichteten die Bremer beispielsweise Youri Regeer auf Leihbasis von Ajax Amsterdam. Geschäftsführer Fußball Clemens Fritz bezeichnete Regeer Anfang September ausdrücklich als Nachbesetzung für Stage.
Fritz sagte damals zur Kaderstruktur, Werder sei auf jeder Position mindestens doppelt besetzt und verfüge zusätzlich über junge Spieler, die entwickelt werden sollen. Der erneute langfristige Ausfall von Musah reduziert nun allerdings gerade diese Nachwuchsreserve im Sturmzentrum.
Da das reguläre Sommer-Transferfenster bereits geschlossen ist, lässt sich die Situation kurzfristig nicht mehr über einen normalen Transfer korrigieren. Mit Füllkrug und Itten verfügt Thioune jedoch weiterhin über zwei etablierte Mittelstürmer. Gleichzeitig fehlt mit Topp eine weitere Alternative langfristig. Musahs Verletzung nimmt Werder damit vor allem zusätzliche Flexibilität und eine Entwicklungsoption für die kommenden Monate.






Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu