Salzgitter hebt Gewinnziele

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Stahlkonzern Salzgitter hat seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2026 erneut erhöht. Nach deutlich verbesserten Ergebnissen in den ersten neun Monaten rechnet das Unternehmen mit einem höheren operativen Ergebnis und einem größeren Vorsteuergewinn als bisher. Vor allem die Beteiligung am Kupferkonzern Aurubis und eine günstigere Geschäftsentwicklung in der Stahlerzeugung und im Handel trugen dazu bei. Die neuen Ziele veröffentlichte Salzgitter am Mittwochabend, 28. Oktober 2026.

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Salzgitter erhöht Ergebnisprognose deutlich

Die Salzgitter AG erwartet für das Gesamtjahr 2026 nun ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA VX) zwischen 800 und 875 Millionen Euro. Zuvor hatte der Vorstand eine Spanne von 725 bis 825 Millionen Euro angesetzt.

Auch die Prognose für das bereinigte Ergebnis vor Steuern (EBT VX) wurde angehoben. Der Konzern rechnet jetzt mit 400 bis 475 Millionen Euro. Die bisherige Erwartung hatte zwischen 325 und 425 Millionen Euro gelegen.

Damit verschieben sich die mittleren Werte beider Ergebnisspannen um jeweils 62,5 Millionen Euro nach oben. Die Umsatzprognose bleibt dagegen unverändert. Salzgitter erwartet weiterhin einen Jahresumsatz von rund zehn Milliarden Euro.

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Neunmonatsgewinn steigt deutlich

In den ersten neun Monaten 2026 lag der Außenumsatz nach vorläufigen Berechnungen bei 7,3 Milliarden Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 6,9 Milliarden Euro gewesen. Das entspricht einem Anstieg um rund sechs Prozent.

Noch deutlicher entwickelte sich das Ergebnis. Das bereinigte EBITDA VX lag bei 659 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das damals ausgewiesene EBITDA bei 224 Millionen Euro gelegen.

Beim Ergebnis vor Steuern meldete Salzgitter einen deutlichen Umschwung. Das EBT VX lag nach neun Monaten bei 353 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das ausgewiesene EBT noch bei minus 72,7 Millionen Euro gelegen.

Die Vergleichswerte beziehen sich allerdings auf unterschiedliche Ergebnisdefinitionen, da Salzgitter seit 2026 bereinigte Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung verwendet. Die Zahlen sind deshalb nicht vollständig gleichzusetzen.

Aurubis und Stahlgeschäft treiben Ergebnis

Einen wesentlichen Anteil an der Verbesserung hat die Beteiligung am Hamburger Kupferkonzern Aurubis. Deren Ergebnisbeitrag lag in den ersten neun Monaten bei 252 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 83,5 Millionen Euro gewesen. Der Beitrag erhöhte sich damit um 168,5 Millionen Euro.

Auch im dritten Quartal entwickelte sich die Beteiligung nach Angaben von Salzgitter positiv. Zusätzlich schnitten die Geschäftsbereiche Stahlerzeugung und Handel besser ab als zuletzt erwartet.

Das Unternehmen erklärte, dass die bereinigten Ergebnisse des dritten Quartals über den Erwartungen des Kapitalmarktes gelegen hätten. Die Verbesserung beruht damit nicht ausschließlich auf der Aurubis-Beteiligung, sondern auch auf einer günstigeren Entwicklung wichtiger eigener Geschäftsfelder.

HKM-Übernahme stärkt die Jahresprognose

Ein weiterer Faktor ist die vollständige Einbeziehung der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) in den Konzernabschluss. Nach Einschätzung von Salzgitter könnte die Konsolidierung das bereinigte Jahresergebnis zusätzlich um einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag erhöhen.

Beim Außenumsatz erwartet der Konzern aus diesem Schritt einen zusätzlichen Beitrag im mittleren dreistelligen Millionenbereich. Beide Effekte sind in der neuen Jahresprognose bereits berücksichtigt.

Die tatsächliche Ergebniswirkung hängt unter anderem von möglichen Einmaleffekten aus der Kaufpreisverteilung ab. Salzgitter weist deshalb ausdrücklich auf entsprechende Unsicherheiten hin.

Konzern berücksichtigt finanzielle Bewertungseffekte

Bei seinen Gewinnzielen verwendet Salzgitter seit Beginn des Geschäftsjahres 2026 angepasste Kennzahlen. Hintergrund ist eine im Oktober 2025 ausgegebene Umtauschanleihe, deren Bewertung zu teilweise erheblichen Schwankungen im ausgewiesenen Ergebnis führen kann.

Die Kennzahlen EBITDA VX und EBT VX schließen die entsprechenden Bewertungseffekte aus. Dadurch soll die operative und wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns deutlicher erkennbar werden.

Zugleich verweist das Unternehmen auf geopolitische Unsicherheiten, die sowohl die weitere Konjunkturentwicklung als auch die Bewertung börsennotierter Vermögenswerte beeinflussen können. Der angehobene Ausblick bleibt deshalb eine Prognose des Vorstands und ist kein bereits erzieltes Jahresergebnis.

Salzgitter-Aktie zeigt wechselhafte Reaktion

Die Ankündigung führte zunächst zu Kursbewegungen im nachbörslichen Handel. Nach einer frühen Meldung der Nachrichtenagentur dpa-AFX gewann die Salzgitter-Aktie auf Tradegate zeitweise rund sechs Prozent gegenüber dem Xetra-Schluss.

Dieser Anstieg hielt jedoch nicht an. Am Mittwoch, 28. Oktober 2026, um 22:03 Uhr notierte die Aktie laut MarketScreener auf Tradegate bei 45,56 Euro. Das entsprach einem Tagesminus von 2,98 Prozent. Eine dauerhaft positive Börsenreaktion auf die höheren Gewinnziele war damit zunächst nicht erkennbar.

Vollständige Quartalszahlen folgen im November

Die bislang vorliegenden Ergebnisse für Januar bis September sind vorläufig. Die vollständigen Neunmonatszahlen will Salzgitter am 12. November 2026 veröffentlichen.

Damit dürften weitere Einzelheiten zur Entwicklung der Geschäftsfelder, zur Ertragslage und zu den finanziellen Auswirkungen der HKM-Konsolidierung vorliegen.

Bereits jetzt steht fest, dass der Stahlkonzern seine Ergebnisziele innerhalb des laufenden Jahres erneut nach oben korrigiert hat. Zugleich verdeutlicht der hohe Ergebnisbeitrag von Aurubis, wie stark die Beteiligung am Kupfergeschäft die finanzielle Entwicklung des Konzerns beeinflusst.

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