
Die Sartorius-Aktie hat nach überraschend guten Geschäftszahlen und mehreren positiven Analystenbewertungen deutlich zugelegt. Vor allem die Entwicklung der Laborsparte überzeugte die Finanzmärkte. Die Vorzugsaktie des Göttinger Pharma- und Laborzulieferers erreichte Ende vergangener Woche ein Kursniveau, das zuletzt Anfang 2025 verzeichnet worden war. Gleichzeitig erhöhten mehrere Banken ihre Kursziele, während der Konzern seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr teilweise verbesserte.
Sartorius hatte am Donnerstag, 22. Oktober 2026, seine Geschäftszahlen für die ersten neun Monate veröffentlicht. Der Konzernumsatz erreichte 2,737 Milliarden Euro. Bereinigt um Wechselkurse und bestimmte US-Zolleffekte entsprach das einem Wachstum von 8,1 Prozent. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 6,9 Prozent auf 828 Millionen Euro. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 29,7 auf 30,2 Prozent.
Besonders deutlich entwickelte sich im dritten Quartal das Geschäft mit Laborprodukten und Dienstleistungen. Der Umsatz der Sparte Lab Products & Services erreichte rund 189 Millionen Euro und lag operativ etwa 14 Prozent über dem Vorjahreswert. Analysten hatten zuvor lediglich rund 169 Millionen Euro erwartet. In den gesamten ersten neun Monaten erzielte der Geschäftsbereich einen Umsatz von 524 Millionen Euro.
Auf die Geschäftszahlen reagierten mehrere internationale Investmentbanken mit höheren Bewertungen. Besonders auffällig war die Entscheidung von RBC Capital Markets. Die kanadische Bank erhöhte am Freitag, 23. Oktober, ihr Kursziel für die Sartorius-Vorzugsaktie von 220 auf 330 Euro. Gleichzeitig verbesserte sie ihre Einstufung von „Sector Perform“ auf „Outperform“.
Auch Barclays zeigte sich zuversichtlicher und hob das Kursziel von 310 auf 320 Euro an. Goldman Sachs erhöhte die Zielmarke von 244 auf 258 Euro, hielt allerdings an der neutralen Bewertung fest. Die Einschätzungen der Banken fallen damit weiterhin unterschiedlich aus.
Die Vorzugsaktie erreichte laut der Kursübersicht von Onvista am Freitag, 23. Oktober 2026, auf Xetra 282 Euro. Die dortige Kursanzeige trägt den Zeitstempel 19:39 Uhr. Gegenüber dem vorherigen Handelstag entsprach dies einem Plus von 3,07 Prozent. Das Tageshoch lag bei 282,90 Euro.
Die positive Geschäftsentwicklung veranlasste Sartorius dazu, die Prognose für seine Laborsparte zu präzisieren. Das Unternehmen erwartet nun ein Umsatzwachstum am oberen Ende der bisherigen Bandbreite von zwei bis sechs Prozent. Auch die operative EBITDA-Marge soll mit leicht über 21 Prozent höher ausfallen als zuvor angenommen.
Für den Gesamtkonzern bestätigte das Management grundsätzlich seine Jahresprognose. Allerdings wirken sich Rückzahlungen von US-Zöllen und damit verbundene Kundenkompensationen auf die ausgewiesenen Umsätze aus. Unter Berücksichtigung dieser Effekte erwartet Sartorius das Umsatzwachstum in der unteren Hälfte seiner bisherigen Prognosespanne.
Ein zusätzlicher Wachstumsfaktor ist die zunehmende Nutzung Künstlicher Intelligenz in der Pharmaforschung. Sartorius bietet Technologien an, mit denen Unternehmen Wirkstoffe untersuchen, Zellkulturen analysieren und biopharmazeutische Medikamente entwickeln können.
Nach Angaben des Unternehmens wächst insbesondere die Nachfrage nach Anwendungen für die Bioanalytik. Dazu zählt beispielsweise eine Erweiterung der Incucyte-Plattform, die mithilfe KI-gestützter Software die Analyse lebender Zellen unterstützt.
Für den internationalen Laborzulieferer ist diese Entwicklung relevant, weil eine beschleunigte Wirkstoffforschung zusätzliche Untersuchungen und damit einen höheren Bedarf an Labortechnologien ermöglichen kann. Ob sich daraus dauerhaft höhere Wachstumsraten ergeben, hängt jedoch von der weiteren Nachfrage und der Entwicklung der Forschungsbudgets seiner Kunden ab.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu