
Der britische Heavy-Metal-Musiker Nigel Durham ist im Alter von 61 Jahren gestorben. Bekannt wurde er vor allem durch seine Zeit als Schlagzeuger der Band Saxon, mit der er 1988 das Album „Destiny“ aufnahm. Die Gruppe bestätigte seinen Tod am Samstag, 24. Oktober 2026, über ihre offiziellen Social-Media-Kanäle. Durham gehörte Saxon von 1987 bis 1988 an und blieb anschließend über viele Jahre in der britischen Rock- und Metalszene aktiv.
In ihrer Mitteilung bezeichnete die Band den verstorbenen Musiker als Mitglied der „Saxon-Familie“. Zugleich sprach sie seiner Ehefrau Lauretta, seiner Tochter Gemma, seinen Enkelkindern und weiteren Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Angaben zum genauen Todestag oder zur Todesursache machte Saxon nicht.
Nigel Durham übernahm 1987 den Platz am Schlagzeug von Nigel Glockler. Dieser hatte die Band vorübergehend verlassen. Durham wurde damit Teil einer Gruppe, die sich bereits seit Jahren international einen Namen gemacht hatte. Saxon gehörten zu den wichtigsten Vertretern der New Wave of British Heavy Metal, einer britischen Musikbewegung, die Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre zahlreiche spätere Metalbands beeinflusste.
Der wichtigste musikalische Beitrag Durhams zur Geschichte von Saxon ist das 1988 veröffentlichte Studioalbum „Destiny“. Es war die neunte reguläre Studioproduktion der Band und erschien bei EMI. Neben Durham am Schlagzeug waren Biff Byford als Sänger, Graham Oliver und Paul Quinn an den Gitarren sowie Paul Johnson am Bass beteiligt. Die Produktion übernahm Stephan Galfas.
Zu den bekanntesten Stücken des Albums gehört „Ride Like the Wind“, eine Coverversion des Songs von Christopher Cross. Weitere Titel sind „I Can’t Wait Anymore“, „Where the Lightning Strikes“ und „For Whom the Bell Tolls“. Die Platte dokumentiert eine Phase, in der Saxon neben ihren klassischen Heavy-Metal-Elementen auch melodischere und stärker am Hardrock orientierte Stücke aufnahmen.
Durham stand während der anschließenden Tournee mit der Band auf der Bühne. Die Konzertreise führte Saxon 1988 unter anderem durch Großbritannien, weitere europäische Länder und die Vereinigten Staaten. Noch im selben Jahr endete Durhams Mitgliedschaft. Nigel Glockler kehrte später an das Schlagzeug zurück.
Nach seiner Zeit bei Saxon blieb Durham musikalisch aktiv. 1999 spielte er bei Son of a Bitch, einem Projekt mit früheren Saxon-Mitgliedern. Zu dieser Formation gehörten unter anderem Gitarrist Graham Oliver und Bassist Steve Dawson.
Der Name hatte eine besondere historische Verbindung zu Saxon. Bereits die ursprüngliche Band aus Barnsley war 1977 unter dem Namen Son of a Bitch entstanden, bevor sie sich 1979 in Saxon umbenannte.
Aus dem späteren Projekt ging Oliver/Dawson Saxon hervor. Durham gehörte dieser Formation von 2000 bis 2010 als Schlagzeuger an. Die Gruppe war von Saxon unabhängig, griff durch ihre beteiligten Musiker jedoch auf Teile der früheren Bandgeschichte zurück.
Zu Durhams dokumentierten Veröffentlichungen mit Oliver/Dawson Saxon gehören „Re:Landed“ und „It’s Alive“. Beide Aufnahmen wurden auch in einer späteren offiziellen Mitteilung seiner nächsten Band ausdrücklich genannt. Damit setzte er seine musikalische Zusammenarbeit mit früheren Saxon-Mitgliedern noch viele Jahre nach seinem Ausscheiden aus der ursprünglichen Gruppe fort.
Eine weitere Station seiner Karriere begann 2013. Im August jenes Jahres gab die britische Hardrock- und Metalband Morpheus Rising bekannt, Nigel Durham als festes Mitglied verpflichtet zu haben. Die Mitteilung erschien am 21. August über das Label Melodic Revolution Records.
Die Gruppe wollte mit dem erfahrenen Schlagzeuger sowohl ihr Konzertprogramm vorbereiten als auch an neuem Material arbeiten. Durham brachte dafür seine Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Saxon und Oliver/Dawson Saxon ein.
2014 erschien das zweite Studioalbum von Morpheus Rising mit dem Titel „Eximius Humanus“. Durham ist darauf als Schlagzeuger aufgeführt. Das Album verbindet melodischen Hardrock mit Einflüssen des klassischen britischen Heavy Metal. Bis 2016 gehörte der Musiker der Formation an.
Seine Karriere reichte damit deutlich über seine kurze Mitgliedschaft bei Saxon hinaus. Neben dem Studioalbum „Destiny“ hinterließ er weitere Aufnahmen aus unterschiedlichen musikalischen Projekten.
Saxon entstanden 1977 im englischen Barnsley und wurden zu einem der bekanntesten Namen des britischen Heavy Metal. Mit Alben wie „Wheels of Steel“ von 1980, „Denim and Leather“ von 1981 und „Power & the Glory“ von 1983 erreichte die Gruppe ein internationales Publikum.
Besonders in den 1980er Jahren feierte die Band große Erfolge. Nach eigenen Angaben verkaufte Saxon im Laufe ihrer Karriere weltweit mehr als 13 Millionen Alben. Zu den prägenden Persönlichkeiten gehört Sänger Biff Byford, der bereits bei der Gründung dabei war.
Die Besetzung der Gruppe veränderte sich mehrfach. Auch Schlagzeuger Nigel Glockler legte während seiner langjährigen Zugehörigkeit verschiedene Pausen ein. Durham übernahm das Instrument in einer dieser Übergangsphasen und wirkte an einem regulären Studioalbum mit.
Sein Engagement fiel in eine Zeit, in der Saxon nach ihren großen Erfolgen zu Beginn des Jahrzehnts vor musikalischen und personellen Veränderungen standen. „Destiny“ ist deshalb nicht nur ein Teil der Diskografie, sondern auch ein Dokument dieser Phase der Bandgeschichte.
Neben der offiziellen Mitteilung von Saxon äußerte sich auch Nigel Glockler zum Tod seines früheren Bandkollegen. Der langjährige Schlagzeuger verabschiedete sich mit den Worten „RIP my friend“ und richtete ebenfalls persönliche Anteilnahme an Durhams Familie.
Auch andere Weggefährten erinnerten an den Musiker. Matt Black, der früher mit Durham zusammengearbeitet hatte, würdigte ihn als freundlichen Menschen und kraftvollen Schlagzeuger.
Mit Nigel Durham verliert die britische Metalszene einen Musiker, dessen Name besonders mit der Saxon-Ära von 1987 und 1988 verbunden bleibt. Seine Aufnahmen mit Oliver/Dawson Saxon und Morpheus Rising zeigen zugleich, dass er seine musikalische Laufbahn auch nach dieser Zeit konsequent fortsetzte.
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