Schalke 04 vor schwieriger Winterentscheidung: Frank Baumann spricht über mögliche Transfers und die Krise

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Der FC Schalke 04 steckt nach acht Spieltagen der Bundesliga-Saison 2026/27 im Tabellenkeller. Angesichts der schwachen Offensive, zahlreicher Ausfälle und der jüngsten Niederlagen richtet sich der Blick zunehmend auf die Wintertransferperiode. Sportvorstand Frank Baumann hat nun erklärt, wie der Aufsteiger mit der Situation umgehen will. Neue Spieler schließt er nicht aus, kurzfristige Verpflichtungen aus Aktionismus lehnt er jedoch ab. Gleichzeitig stärkt er Trainer Miron Muslic den Rücken und hält am Ziel Klassenerhalt fest.

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Frank Baumann will bei Schalke 04 keine hektischen Wintertransfers

In einem am Sonntagabend, 1. November 2026, veröffentlichten Interview mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) hat Frank Baumann zur sportlichen Lage und zur weiteren Kaderplanung Stellung genommen. Das Gespräch führte Schalke-Reporter Andreas Ernst. Der Sportvorstand machte deutlich, dass der Verein die kommenden Monate für eine genaue Bewertung seiner Mannschaft nutzen werde.

Wintertransfers bei Schalke bleiben damit grundsätzlich eine Möglichkeit. Zunächst soll jedoch untersucht werden, ob und an welchen Stellen der bestehende Kader sinnvoll verstärkt werden kann. Baumann formulierte gegenüber der WAZ eine klare Grenze: „Schnellschüsse und Aktionismus wird es bei uns aber nicht geben.“ Vorrang habe, mit den vorhandenen Spielern bessere Leistungen zu erreichen.

Damit verbindet der Sportvorstand zwei Ziele. Einerseits sollen mögliche Schwachstellen frühzeitig erkannt und passende Lösungen vorbereitet werden. Andererseits will die sportliche Führung vermeiden, aus der aktuellen Tabellenlage heraus Verpflichtungen vorzunehmen, die nicht zur langfristigen Kaderplanung passen. Eine verbindliche Zusage für Neuzugänge im Januar 2027 machte Baumann nicht.

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Schalke steht nach acht Spieltagen auf einem Abstiegsplatz

Der sportliche Hintergrund ist für den Bundesliga-Aufsteiger schwierig. Nach acht Begegnungen belegt Schalke mit sechs Punkten den 17. Tabellenplatz. Die Bilanz umfasst einen Sieg, drei Unentschieden und vier Niederlagen. Besonders auffällig ist die geringe Zahl erzielter Treffer. Mit vier Toren bei neun Gegentoren verfügt Schalke über die bislang schwächste Offensive der Liga.

Auch die jüngsten Ergebnisse erhöhen den Druck. Am Samstag, 31. Oktober, unterlag die Mannschaft RB Leipzig im eigenen Stadion mit 0:2. Zuvor war Schalke beim Zweitligisten Dynamo Dresden ebenfalls mit 0:2 aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. In der Bundesliga wartet der Aufsteiger inzwischen seit sechs Spielen auf einen weiteren Sieg.

Baumann räumte im WAZ-Gespräch ein, dass die bisherigen Leistungen nicht zufriedenstellend seien. Einen grundlegenden Kurswechsel nach einem Viertel der Saison halte er aber nicht für angebracht. Die Verantwortlichen hätten bereits nach dem Aufstieg betont, dass der Verbleib in der Bundesliga eine anspruchsvolle Aufgabe werde. Den Klassenerhalt bewertet Baumann sogar als größeren Erfolg als den vorangegangenen Aufstieg.

Schwache Offensive könnte die Transferplanung beeinflussen

Bei der sportlichen Bewertung steht insbesondere der Angriff im Mittelpunkt. Schalke hat bislang erhebliche Schwierigkeiten, sich regelmäßig klare Torchancen zu erarbeiten und diese zu verwerten. Nach acht Spieltagen wartet die Mannschaft weiterhin auf ihren ersten Bundesliga-Treffer durch einen nominellen Stürmer. Drei der vier bisherigen Tore gingen auf das Konto von Defensivspielern, eines erzielte Offensivspieler Adil Aouchiche.

Bereits im Sommer hatte Schalke den Angriff verstärkt. Junior Adamu kam vom SC Freiburg, Hee-chan Hwang wurde von den Wolverhampton Wanderers ausgeliehen. Darüber hinaus gehören Edin Džeko, Moussa Sylla und Kapitän Kenan Karaman zu den Offensivoptionen. Trotzdem konnte die Mannschaft ihre Möglichkeiten im Angriff bislang nicht ausreichend nutzen.

Nach Informationen der Sport Bild könnte Schalke im Winter deshalb erneut nach offensiven Verstärkungen suchen. Eine verbindliche Entscheidung für einen zusätzlichen Mittelstürmer ist allerdings nicht bekannt. Auch eine offizielle Festlegung auf andere Positionen hat Baumann in seinen aktuellen Aussagen nicht vorgenommen. Die sportliche Führung will den tatsächlichen Bedarf erst anhand der weiteren Entwicklung beurteilen.

Verletzungen erschweren die Arbeit von Trainer Miron Muslic

Zusätzliche Schwierigkeiten ergeben sich aus der personellen Situation. Vor dem Spiel gegen RB Leipzig bestätigte Trainer Miron Muslic unter anderem den Ausfall von Janik Bachmann wegen einer Hüftverletzung sowie das krankheitsbedingte Fehlen von Luca Vozar. Maximilian Wöber stand wegen einer Oberschenkelverletzung nicht zur Verfügung. Auch Adrian Gantenbein, Emil Højlund, Ron Schallenberg und Moussa Sylla gehörten aufgrund gesundheitlicher Probleme zu den fehlenden Spielern.

Hinzu kamen Robin Gosens und Soufiane El-Faouzi. Beide hatten sich beim Bundesligaspiel gegen den 1. FC Köln am 24. Oktober bei einem Zusammenprall verletzt. Der Verein bestätigte bei Gosens zwei Platzwunden an der Stirn. El-Faouzi erlitt einen Nasenbeinbruch und ebenfalls eine Platzwunde. Konkrete Termine für ihre Rückkehr wurden zunächst nicht genannt.

Immerhin standen Kenan Karaman und Dejan Ljubičić nach ihren vorherigen Ausfällen gegen Leipzig wieder zur Verfügung. Muslic hatte bereits vor der Begegnung betont, dass die Mannschaft seit mehreren Wochen personell umstellen müsse. Mit der schrittweisen Rückkehr weiterer Spieler sollen sich die Möglichkeiten des Trainers verbessern. Wie stark sich das auf die Winterplanung auswirkt, ist derzeit offen.

Baumann stärkt Muslic trotz der schwachen Ergebnisse den Rücken

Eine Veränderung auf der Trainerposition stellte Frank Baumann im WAZ-Interview nicht in Aussicht. Stattdessen lobte er die Arbeitsweise von Miron Muslic. Der Trainer gehe sorgfältig mit der schwierigen Situation um, arbeite intensiv und sei offen für Anregungen. Die sportliche Führung stehe weiterhin hinter seiner Arbeit und der eingeschlagenen Entwicklung.

Auch die angekündigte taktische Umstellung auf eine Viererkette wurde von Baumann positiv bewertet. Damit soll Schalke mehr Möglichkeiten erhalten, seine Spielweise an die Anforderungen der Bundesliga anzupassen. Entscheidend bleibt aus Sicht des Sportvorstands allerdings, dass die Mannschaft unabhängig vom System wieder intensiver, entschlossener und mutiger auftritt.

Für Muslic bedeutet das zunächst, Lösungen mit dem vorhandenen Personal zu entwickeln. Neue Verpflichtungen könnten später zusätzliche Möglichkeiten schaffen, sollen aber nicht die notwendige Verbesserung der aktuellen Leistungen ersetzen.

Schalkes Finanzlage setzt Grenzen für mögliche Neuzugänge

Bei der Frage nach Winterverstärkungen spielt auch die wirtschaftliche Situation eine Rolle. Am 30. Oktober veröffentlichte Schalke seine Geschäftszahlen für die Saison 2025/26. Demnach erzielte der Verein einen Konzernjahresüberschuss von 0,2 Millionen Euro. Die Nettofinanzverbindlichkeiten sanken von 110,8 auf 97,9 Millionen Euro und damit erstmals seit 2017 wieder unter die Marke von 100 Millionen Euro.

Gleichzeitig erhöhten sich die liquiden Mittel von 6,2 auf 24,4 Millionen Euro. Der Umsatz lag bei 152,6 Millionen Euro. Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers verwies auf eine verbesserte wirtschaftliche Handlungsfähigkeit, betonte jedoch zugleich die weiterhin hohe Verschuldung. Der Abbau des negativen Eigenkapitals bleibt eine zentrale Aufgabe des Vereins. Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag belief sich zum Bilanzstichtag auf 97,2 Millionen Euro.

Für die Wintertransferperiode bedeutet die verbesserte Liquidität allerdings nicht automatisch ein entsprechend hohes Einkaufsbudget. Nach Informationen der Sport Bild vom 28. Oktober sollen Schalke für mögliche Verpflichtungen im Januar lediglich rund eine Million Euro zur Verfügung stehen. Dem Bericht zufolge könnten deshalb ein oder zwei Spieler infrage kommen, deren Verträge im kommenden Sommer auslaufen und die günstig zu verpflichten wären.

Eine offizielle Bestätigung dieser konkreten Budgetsumme liegt nicht vor. Baumann hatte bereits nach dem Sommertransferfenster erklärt, dass Schalke wirtschaftlich stabiler geworden sei und Leistungsträger nicht mehr unter unmittelbarem Verkaufsdruck abgeben müsse. Gleichzeitig müsse der Verein weiterhin seine finanziellen Vorgaben erfüllen.

Furkan Dursun wird als möglicher Kandidat genannt

Einen konkreten Namen brachte das Fußballportal FussballTransfers am 1. November ins Gespräch. Nach eigenen Informationen des Portals soll Schalke den 21 Jahre alten österreichischen U21-Nationalspieler Furkan Dursun vom Schweizer Erstligisten FC Thun beobachten. Auch Union Berlin soll Interesse an dem Mittelstürmer haben. Scouts beider Vereine hätten ihn bereits bei mehreren Begegnungen verfolgt.

Dursun steht beim FC Thun nach Angaben des Portals noch bis 2029 unter Vertrag. Ob Schalke tatsächlich Verhandlungen über einen Wechsel führen oder ein Angebot abgeben wird, ist nicht bestätigt. Eine offizielle Stellungnahme des Vereins zu diesem möglichen Transfer liegt zunächst nicht vor. Damit handelt es sich um einen konkreten Medienbericht, nicht um eine angekündigte Verpflichtung.

Schalke setzt vorerst auf Leistungssteigerung statt neue Spieler

Für den FC Schalke 04 wird die sportliche Entwicklung bis zur Winterpause entscheidend dafür sein, wie dringend zusätzliche Spieler benötigt werden. Die bisherige Bilanz zeigt besonders im Angriff Verbesserungsbedarf. Gleichzeitig könnten die Rückkehr verletzter Profis und taktische Anpassungen dazu beitragen, dass der bestehende Kader wieder leistungsfähiger wird.

Die Botschaft von Frank Baumann ist deshalb eindeutig: Schalke hält sich die Möglichkeit weiterer Verpflichtungen offen, will sich aber nicht allein von der angespannten Tabellensituation zu schnellen Entscheidungen drängen lassen. Eine konkrete Zahl geplanter Neuzugänge, verbindliche Positionsprofile oder bestätigte Transferabschlüsse gibt es bislang nicht. Zunächst muss sich der Bundesliga-Aufsteiger mit dem vorhandenen Personal im Kampf um den Klassenerhalt stabilisieren.

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