Schönhauser-Allee-Brücke in Berlin: Erste Sperrungen für Großbaustelle bis 2032 beginnen

Münster sperrt Kanalpromenade an der Warendorfer Straße
Symbolfoto

Teilen:

In Berlin-Prenzlauer Berg beginnen am Montag, 2. November 2026, die Vorbereitungen für den Neubau der Schönhauser-Allee-Brücke. Autofahrer und Radfahrer müssen sich auf erste Sperrungen im Bereich der Dänenstraße einstellen. Ab dem 13. November folgen umfangreiche Leitungsarbeiten, die voraussichtlich bis März 2027 dauern. Die eigentlichen Arbeiten an der alten Ringbahnbrücke sollen später beginnen. Die vollständige Fertigstellung des Großprojekts ist für 2032 vorgesehen.

Anzeige

Dänenstraße wird für Autos und Fahrräder teilweise gesperrt

Die ersten Verkehrseinschränkungen betreffen die Dänenstraße unmittelbar westlich der Schönhauser Allee. Dort beginnen am 2. November die Vorbereitungen für eine Baustelleneinrichtungsfläche. Betroffen ist der Abschnitt zwischen der Einmündung an der Schönhauser Allee und dem Bereich der Hausnummer 5. Die Straßenfläche steht dort für den durchgehenden Auto- und Radverkehr nicht mehr zur Verfügung.

Die Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt hatte am 29. Oktober angekündigt, dass die Dänenstraße ab November für Pkw nicht mehr durchgehend befahrbar sein werde. Zwischen den Hausnummern 1 und 5 werden Flächen für die Baustelleneinrichtung benötigt. Fußgänger können den Bereich weiterhin passieren, müssen dafür jedoch den Gehweg entlang der Wohnhäuser benutzen.

Auch die Fußgängerquerung zwischen der Dänenstraße und den Schönhauser Allee Arcaden wird angepasst. Der bisherige Übergang wird geringfügig verlegt und mit einer mobilen Ampelanlage gesichert. Die Zugänge zu den Wohnhäusern sollen erreichbar bleiben.

Anzeige

Konkrete zusätzliche Abbiegeverbote an der Kreuzung Schönhauser Allee und Dänenstraße sowie eine gesonderte amtliche Umleitungsstrecke für den gesperrten Abschnitt waren zunächst nicht veröffentlicht.

Ab 13. November wird die Schönhauser Allee eingeengt

Die nächste größere Bauetappe beginnt am Freitag, 13. November 2026. Dann sollen auf der westlichen Seite der Schönhauser-Allee-Brücke und auf der Mittelpromenade unter dem U-Bahn-Viadukt Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen verlegt werden. Die Arbeiten sind nach Angaben der Verkehrsverwaltung bis März 2027 vorgesehen.

Für Autofahrer bedeutet das teilweise deutlich weniger Platz. Im Baustellenbereich wird die Fahrbahn abschnittsweise auf einen Fahrstreifen je Richtung reduziert. Die verbleibenden Fahrstreifen werden teilweise seitlich verschoben. Außerdem gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde.

Eine vollständige Sperrung der Schönhauser Allee ist für diese erste Leitungsbauphase nicht vorgesehen. Der Verkehr kann die Brücke weiterhin in beide Richtungen passieren. Auch Fußgänger und Radfahrer sollen die Verbindung nutzen können. Radfahrer werden an den Baustellenabsperrungen vorbeigeführt. Die Fahrradabstellanlagen auf der Westseite der Brücke und auf der Mittelpromenade fallen während der Arbeiten allerdings weg.

Die Senatsverwaltung bittet Verkehrsteilnehmer, die veränderte Beschilderung zu beachten und zusätzliche Fahrzeit einzuplanen.

Zugang zum U-Bahnhof Schönhauser Allee wird geschlossen

Neben den Einschränkungen im Straßenverkehr verändert sich auch die Erreichbarkeit des U-Bahnhofs Schönhauser Allee. Der nördliche Bahnhofszugang wird wegen der Leitungsarbeiten vorübergehend gesperrt. Nach den Planungen der Berliner Verkehrsbetriebe ist diese Maßnahme ab dem Winter 2026 vorgesehen. Ein konkreter Schließungstag wurde zunächst nicht genannt.

Die anderen Zugänge bleiben während dieser ersten Phase geöffnet. Auch der Betrieb der U-Bahnlinie U2 wird zunächst aufrechterhalten. Gleiches gilt für die S-Bahn-Ringbahn und die Buslinien der BVG. Zusätzlich ist im Bereich der Schönhauser Allee eine vorübergehende Haltestelle für einen Nachtbus vorgesehen.

Für den späteren Bauverlauf kündigt die BVG weitere Änderungen an den Bahnhofszugängen an. Dann sollen auch die mittleren Zugänge einschließlich der Fahrtreppe und der Verbindung zur S-Bahn über die Mittelpromenade zeitweise entfallen. Die Umsteigemöglichkeit über den Fußgängerüberweg und den Durchgang bei den Schönhauser Allee Arcaden soll erhalten bleiben.

Brückenabriss soll 2028 beginnen und bis 2032 abgeschlossen werden

Der Neubau der Schönhauser-Allee-Brücke ist in mehrere Abschnitte gegliedert. Nach der offiziellen Projektplanung sollen die vorbereitenden Arbeiten 2026 und 2027 stattfinden. Der eigentliche Rückbau der alten Brückenteile soll 2028 beginnen.

In der ersten Hauptbauphase wird die westliche Brückenhälfte abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Anschließend folgen die Vorbereitungen für die östliche Seite. Danach wird auch der östliche Brückenteil abgetragen und neu errichtet. Abschließend werden die Ausstattung vervollständigt und Versorgungsleitungen in ihre endgültige Lage gebracht.

Während dieser Bauabschnitte soll der Straßenverkehr jeweils über den weiterhin nutzbaren Brückenteil geführt werden. Auch dann ist grundsätzlich jeweils ein Fahrstreifen pro Fahrtrichtung vorgesehen. Für Radfahrer sollen eigenständige Fahrstreifen zur Verfügung stehen.

In einer Antwort des Berliner Senats auf eine parlamentarische Anfrage vom 20. Mai 2026 hieß es, die wesentlichen Brückenbauarbeiten könnten ab 2030 fertiggestellt sein. Einzelne Verkehrsbeziehungen sollen dann wiederhergestellt werden. Weitere Arbeiten, darunter die Erneuerung des Fußgängertunnels zwischen S-Bahn und U-Bahn, sind jedoch bis 2032 vorgesehen. Dieses Jahr gilt weiterhin als geplanter Termin für die vollständige Fertigstellung.

Straßenbahn M1 wird unterbrochen, auch U2 und Ringbahn betroffen

Besonders weitreichend sind die späteren Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr. Die Straßenbahnlinie M1 kann während wesentlicher Bauphasen nicht durchgehend über die Schönhauser-Allee-Brücke fahren.

Nach den aktuellen BVG-Planungen soll zwischen Februar und Juni 2027 zunächst eine provisorische Endhaltestelle auf der westlichen Seite der Schönhauser Allee in Höhe der Gleimstraße entstehen. Im weiteren Verlauf ist eine Verlegung auf die östliche Straßenseite in Höhe der Stargarder Straße vorgesehen.

Während dieser Arbeiten soll die M1 aus südlicher Richtung zunächst nur bis zum U-Bahnhof Eberswalder Straße fahren. Aus nördlicher Richtung endet sie an der Haltestelle Schönhauser Allee/Bornholmer Straße. Dazwischen wird ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Nach Inbetriebnahme der provisorischen Endhaltestelle im Juni 2027 soll die südliche M1 wieder bis zum S- und U-Bahnhof Schönhauser Allee verkehren können.

Auch die U2 wird von späteren Bauarbeiten betroffen sein. Im Frühjahr 2027 ist nach BVG-Angaben für den Bau einer Stützkonstruktion eine voraussichtlich zweiwöchige Betriebsunterbrechung geplant. Zwischen Eberswalder Straße und S+U Pankow soll dann ein Ersatzverkehr fahren.

Der Aufzug am U-Bahnhof Schönhauser Allee soll im Frühjahr 2027 außer Betrieb genommen werden. Nach der derzeitigen Planung wird die Station anschließend bis voraussichtlich 2032 nicht barrierefrei erreichbar sein.

Bei der Ringbahn sind im weiteren Bauverlauf ebenfalls zeitweise Sperrungen erforderlich. Konkrete Termine für diese Unterbrechungen waren zunächst nicht festgelegt.

Schäden an der alten Brücke machen Neubau notwendig

Die Schönhauser-Allee-Brücke gehört zur Bundesstraße 96a und liegt an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt im Bezirk Pankow. Unter dem Bauwerk verlaufen die Gleise der Berliner Ringbahn und weitere Bahnanlagen. Oberhalb der Straße befindet sich das Viadukt der U-Bahnlinie U2.

Die ältesten Teile der Brückenkonstruktion stammen aus dem Jahr 1886. Weitere wesentliche Bauabschnitte entstanden 1913 und 1927. Das Bauwerk besteht aus mehreren Teilkonstruktionen unterschiedlicher Bauweise.

Eine statische Nachrechnung im Jahr 2019 hatte erhebliche Schäden ergeben. Die bestehende Brücke musste bereits mit Nutzungs- und Lastbeschränkungen versehen werden. Deshalb wurde die Planung eines Ersatzneubaus aufgenommen.

Bauherr des Brückenprojekts ist die Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Die BVG übernimmt die mit dem Projekt verbundenen Arbeiten an ihren eigenen Verkehrsanlagen. Dazu gehören die Erneuerung der Fundamente des Hochbahnviadukts und die Modernisierung der Straßenbahninfrastruktur.

Kosten für den Brückenneubau liegen bei rund 50 Millionen Euro

Die Kosten des Gesamtprojekts werden nach Angaben des Berliner Senats vom 20. Mai 2026 inzwischen auf rund 50 Millionen Euro geschätzt. Frühere Berechnungen hatten noch bei 34,5 Millionen Euro gelegen.

Als Gründe für die höheren Kosten nannte der Senat unter anderem die fortgeschrittene Planung, zusätzliche Anforderungen der Bahninfrastruktur und allgemeine Baukostensteigerungen. Besonders aufwendig seien Anpassungen an Gleisen, Oberleitungen und Kabelanlagen.

Der Neubau wird aus Mitteln des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität des Bundes finanziert. Mit dem fertigen Bauwerk sollen auch die Umsteigemöglichkeiten verbessert werden. Vorgesehen sind barrierefreie Straßenbahnhaltestellen und eine Fortführung der geschützten Radverkehrsanlagen über die neue Brücke.

Bis dahin müssen Autofahrer, Radfahrer und Fahrgäste im Bereich der Schönhauser Allee mit wechselnden Verkehrsführungen rechnen. Die Tiefbauarbeiten der aktuellen Vorbereitungsphase sollen nach Angaben der Senatsverwaltung werktags zwischen 7 und spätestens 19 Uhr stattfinden. Besonders lärmintensive Arbeiten sollen den unmittelbar betroffenen Anwohnern rechtzeitig angekündigt werden.

Mit MS-Aktuell immer ohne Paywall lesen
Bei Google bevorzugen

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu