Nico Schlotterbeck erneut verletzt: Sorge beim BVB nach DFB-Training

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Borussia Dortmund muss wenige Wochen nach dem Comeback von Nico Schlotterbeck erneut um seinen Abwehrchef bangen. Der 26 Jahre alte Innenverteidiger hat das Abschlusstraining der deutschen Nationalmannschaft am Mittwoch, 30. September 2026, in Herzogenaurach wegen einer Verletzung am rechten Sprunggelenk abbrechen müssen. Anschließend wurde Schlotterbeck zu einer MRT-Untersuchung gebracht. Eine genaue Diagnose und damit auch eine belastbare Prognose zur möglichen Ausfalldauer lagen zunächst nicht vor.

Sky Sport berichtete am frühen Mittwochnachmittag über die Verletzung und die unmittelbar anschließende Untersuchung. Auch der Sport-Informations-Dienst SID meldete den Trainingsabbruch. Die Sportschau berichtete ebenfalls, dass die genaue Diagnose noch ausstehe. Borussia Dortmund hatte bis zum Nachmittag keine eigene Mitteilung über eine neue Verletzung oder eine mögliche Pause veröffentlicht.

Damit ist bislang vor allem klar, dass Schlotterbeck zunächst für das Nations-League-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Serbien am Donnerstag fraglich ist. Ob die Verletzung Auswirkungen auf die kommenden Pflichtspiele des BVB hat, hängt vom Ergebnis der medizinischen Untersuchungen ab.

Nico Schlotterbeck verletzt sich am rechten Sprunggelenk

Der Vorfall ereignete sich während des Abschlusstrainings des DFB-Teams vor der Partie gegen Serbien. Nach übereinstimmenden Berichten war Schlotterbeck bei einer Aufwärmübung beteiligt, als er sich am rechten Knöchel verletzte und die Einheit abbrechen musste. Die medizinische Abteilung kümmerte sich auf dem Platz um ihn. Anschließend folgte die MRT-Untersuchung.

Damit ist diesmal das rechte Sprunggelenk betroffen. Das ist insofern relevant, weil Schlotterbecks schwere Verletzung während der Weltmeisterschaft im Sommer das linke Sprunggelenk betroffen hatte. Spekulationen über einen erneuten Innenbandriss oder eine mehrwöchige beziehungsweise mehrmonatige Pause sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht durch eine offizielle Diagnose gedeckt.

Auch eine konkrete Ausfalldauer hat Borussia Dortmund bislang nicht genannt. Offiziell bestätigt war zunächst nur der Trainingsabbruch und die weitere medizinische Untersuchung im Umfeld der Nationalmannschaft.

Erst Mitte September nach schwerer Verletzung zurückgekehrt

Die neuerlichen Beschwerden treffen Schlotterbeck nur wenige Wochen nach seiner Rückkehr. Im zweiten WM-Gruppenspiel Deutschlands gegen die Elfenbeinküste am 20. Juni 2026 hatte er sich eine Innenbandverletzung im linken Sprunggelenk zugezogen. Der BVB bestätigte anschließend, dass der Innenverteidiger mehrere Monate fehlen werde.

Die gesamte Saisonvorbereitung verpasste Schlotterbeck deshalb. Anfang September kehrte er zunächst für individuelle Übungen auf den Trainingsplatz zurück. Am 9. September trainierte er wieder mit der Mannschaft. Trainer Niko Kovac erklärte vor dem Bundesliga-Spiel gegen den SC Paderborn: „Sie sind fit, gesund und einsatzbereit für das Wochenende. Ich kann auf beide zählen.“ Gemeint waren Schlotterbeck und Ramy Bensebaini.

Am 12. September folgte schließlich das Pflichtspiel-Comeback. 84 Tage nach der Verletzung bei der WM stand Schlotterbeck beim 3:0 gegen Paderborn direkt wieder in der Startelf und führte Dortmund als Kapitän auf das Feld. Er absolvierte 76 Minuten. Der BVB bezifferte seine Zweikampfquote in dieser Begegnung auf 73 Prozent.

Eine Woche später spielte Schlotterbeck beim 1:0 des BVB beim VfB Stuttgart über 90 Minuten. Damit hat er in der laufenden Bundesliga-Saison bislang zwei Einsätze absolviert. Die offizielle Bundesliga-Statistik weist 19,3 gelaufene Kilometer, 36 gewonnene Zweikämpfe und 13 gewonnene Kopfballduelle aus.

Anschließend kehrte der Verteidiger auch in die deutsche Nationalmannschaft zurück. Beim 1:1 gegen die Niederlande am 24. September spielte Schlotterbeck die kompletten 90 Minuten in der Innenverteidigung. Für das folgende Spiel gegen Griechenland gehörte er aus Gründen der Belastungssteuerung nicht zum Spieltagskader.

28 Bundesliga-Spiele in der vergangenen Saison

Schlotterbeck gehört seit Jahren zum festen Kern der Dortmunder Defensive. Der Linksfuß wechselte 2022 vom SC Freiburg zum BVB und spielt als Innenverteidiger. Geboren wurde er am 1. Dezember 1999, er ist derzeit 26 Jahre alt.

In der Bundesliga-Saison 2025/26 kam Schlotterbeck laut Borussia Dortmund auf 28 Einsätze. Dabei erzielte er fünf Tore und sammelte insgesamt sieben Scorerpunkte. Wettbewerbsübergreifend weist die Statistik für die vergangene Spielzeit 37 Einsätze aus. Bis zum Ende der Saison 2025/26 hatte Schlotterbeck insgesamt 161 Pflichtspiele für Borussia Dortmund bestritten.

Seine langfristige Bedeutung für den Klub hatte der BVB bereits im April unterstrichen. Schlotterbeck verlängerte seinen Vertrag bis 2031. Sportdirektor Ole Book bezeichnete ihn damals als einen Spieler, der mit und ohne Ball, im Aufbau und durch seine Präsenz für Dortmund enorm wertvoll sei.

Kovac hatte Rückkehr zur Nationalmannschaft ausdrücklich unterstützt

Dass Schlotterbeck kurz nach seinem Comeback wieder für Deutschland spielte, geschah mit Zustimmung des BVB. Vor der Länderspielphase erklärte Kovac, der Verteidiger habe nach seiner langen Pause zunächst wieder ein Gefühl für die Belastung bekommen müssen. Seine Nominierung sah der Dortmunder Trainer ausdrücklich positiv.

Kovac sagte am 17. September über Schlotterbeck: „Es war sein Wunsch, so schnell wie möglich zurückzukommen und auch bei der Nationalmannschaft dabei zu sein.“ Für dessen weiteren Rhythmus sei regelmäßiges Mannschaftstraining beim DFB hilfreicher als eine stark verkleinerte Trainingsgruppe in Dortmund.

Bundestrainer Jürgen Klopp hatte Schlotterbeck ebenfalls bewusst für beide Teile der ungewöhnlich langen Länderspielphase eingeplant. Er wollte einige Spieler nach längeren Verletzungspausen nach Möglichkeit über die kompletten zwei Wochen bei der Nationalmannschaft behalten, damit sie Trainingsrhythmus sammeln können.

Diese Alternativen hat Borussia Dortmund in der Abwehr

Sollte Schlotterbeck dem BVB tatsächlich erneut fehlen, besitzt Kovac mehrere Möglichkeiten für das defensive Zentrum. Zum Dortmunder Abwehrkader gehören neben Schlotterbeck unter anderem Waldemar Anton, Ramy Bensebaini, Joane Gadou, Filippo Mane und die jungen Verteidiger Kauã Prates sowie Luca Reggiani. Auch Daniel Svensson und Julian Ryerson stehen für die Defensive zur Verfügung.

Anton hat in der laufenden Bundesliga-Saison bislang vier Einsätze absolviert und war bereits während Schlotterbecks erster Verletzungspause eine zentrale Figur in der Dortmunder Abwehr. Kovac bezeichnete ihn Anfang September als „Leader“ und hob hervor, dass Anton innerhalb der Mannschaft vorangehe.

Bensebaini ist ebenfalls wieder verfügbar, nachdem er selbst zu Saisonbeginn verletzt gefehlt hatte. Der Algerier kann sowohl im Zentrum einer Dreierkette als auch auf der linken Defensivseite eingesetzt werden. Hinzu kommen jüngere Optionen wie Gadou und Mane. Mane hatte allerdings zuletzt ebenfalls wegen einer Muskelverletzung pausiert.

Schlotterbecks besondere Rolle lässt sich damit dennoch nicht vollständig ersetzen. Er ist der einzige etablierte Linksfuß unter den zentralen Dortmunder Abwehrspielern und besitzt wegen seines vertikalen Passspiels sowie seiner langen Verlagerungen eine wichtige Funktion im Aufbau. Bereits nach seiner WM-Verletzung hatte der BVB deshalb mehrere Varianten für die ersten Saisonwochen ohne ihn einplanen müssen.

Für Dortmund richtet sich der Blick nun zunächst auf die medizinische Diagnose. Eine konkrete neue Verletzung Schlotterbecks über Beschwerden am rechten Sprunggelenk hinaus war am Mittwochnachmittag noch nicht bestätigt. Ebenso gab es vom BVB zunächst keine Angabe, ob der Verteidiger im nächsten Bundesligaspiel gegen Werder Bremen am 9. Oktober eingesetzt werden kann.

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