
Bei einem schweren Schulbrand in Bukavu im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind mindestens 26 Kinder ums Leben gekommen. Weitere 25 Kinder wurden verletzt. Diese Bilanz nannte das UN-Kinderhilfswerk UNICEF am Freitag. Das Feuer war am Donnerstag, 10. September 2026, in einem dicht bebauten Stadtgebiet ausgebrochen und hatte neben zahlreichen Wohnhäusern auch die Schulen Furaha und Ujamaa erfasst.
Bukavu ist die Hauptstadt der Provinz Süd-Kivu und liegt am Kiwusee im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Die Stadt wird seit Februar 2025 von der von Ruanda unterstützten AFC/M23 kontrolliert. Die Zentralregierung in Kinshasa besitzt dort derzeit keine effektive territoriale Kontrolle. Das erschwert auch die einheitliche Erfassung von Opferzahlen und Schäden.
UNICEF gab am Freitag an, bei dem Brand seien mindestens 26 Kinder getötet und 25 weitere verletzt worden. Die verletzten Kinder würden medizinisch behandelt. Zudem seien elf Kinder, die nach dem Feuer zunächst von ihren Eltern getrennt gewesen seien, inzwischen wieder mit ihren Familien zusammengeführt worden. UNICEF kündigte Unterstützung bei der psychosozialen Betreuung sowie bei der Fortsetzung des Schulunterrichts an.
Unmittelbar nach dem Feuer hatten verschiedene Stellen voneinander abweichende Zahlen genannt. Die von AFC/M23 eingesetzte Verwaltung sprach zunächst von 24 getöteten Schulkindern und 29 Menschen in medizinischer Behandlung. Die Provinzregierung von Süd-Kivu gab später mindestens 26 getötete Schülerinnen und Schüler an, darunter 19 Mädchen und sieben Jungen.
Damit gilt die Zahl von mindestens 26 getöteten Kindern inzwischen als die am besten bestätigte Bilanz. Angaben über noch höhere Opferzahlen kursierten ebenfalls. Sie waren zunächst jedoch nicht einheitlich mit den Angaben von UNICEF und den zuständigen Stellen abgeglichen.
Das Feuer brach am Donnerstagmorgen im Gebiet von Funu beziehungsweise im angrenzenden dicht bebauten Teil von Bukavu aus. Nach Angaben eines lokalen Verwaltungsvertreters nahm der Brand seinen Ausgang in einem Wohnhaus und breitete sich anschließend auf die benachbarten Schulen aus. Rund 300 überwiegend aus Holz errichtete Häuser wurden nach Angaben der örtlichen Verwaltung ebenfalls zerstört.
Eine offiziell festgestellte Ursache des Feuers lag bis Samstagmorgen nicht vor. Das kongolesische Bildungsministerium erklärte ausdrücklich, die genauen Umstände und der Ursprung des Brandes müssten noch ermittelt werden. Das Ministerium forderte eine gründliche Untersuchung der Ursachen.
Damit ist insbesondere nicht geklärt, wodurch der mutmaßlich erste Brand ausgelöst wurde. Zu möglichen technischen Defekten, elektrischen Leitungen oder anderen Auslösern gab es zunächst keine gesicherten behördlichen Angaben.
Während sich die Flammen ausbreiteten, versuchten zahlreiche Schülerinnen und Schüler, die Gebäude zu verlassen. Ein lokaler Verwaltungsvertreter berichtete, dass sich an einem engen Ausgang viele Kinder gleichzeitig drängten. Einige sprangen demnach aus Fenstern, andere wurden im Gedränge zu Boden gestoßen und niedergetrampelt. In einem der Gebäude sollen Kinder außerdem an Rauch und Sauerstoffmangel gelitten haben.
Die Ereignisse erklären, warum neben dem eigentlichen Feuer auch die Flucht aus den Gebäuden zu schweren Verletzungen führte. Eine abschließende Aufschlüsselung, wie viele Kinder an Brandverletzungen, Rauchvergiftungen oder infolge des Gedränges starben, lag zunächst nicht vor.
Örtliche Gesundheitseinrichtungen mussten innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Verletzte aufnehmen. Medizinisches Personal berichtete von erheblichen Schwierigkeiten, unmittelbar nach dem Brand einen vollständigen Überblick über die eingelieferten Kinder zu gewinnen.
Die Regierung in Kinshasa reagierte über das nationale Bildungsministerium. Bildungsministerin Raïssa Malu ordnete an, die Schäden an den betroffenen Schulen zu dokumentieren und den unmittelbaren Bedarf von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Familien zu ermitteln. Gemeinsam mit Bildungsorganisationen und humanitären Partnern sollen zudem Möglichkeiten geschaffen werden, den Unterricht für die betroffenen Kinder fortzusetzen.
Das Ministerium betonte zugleich, dass Schülerinnen und Schüler in den von bewaffneten Gruppen kontrollierten Gebieten weiterhin zum staatlichen Bildungssystem des Landes gehörten. Die Regierung verlangte eine sorgfältige Untersuchung des Brandes und verwies darauf, dass Bukavu in jüngster Zeit wiederholt von Feuern betroffen gewesen sei.
Bereits am 2. September waren nach Angaben der staatlichen kongolesischen Nachrichtenagentur ACP zwei weitere Schulen im Stadtteil Cahi durch ein Feuer beschädigt worden. Das Bildungsministerium spricht deshalb von einer besorgniserregenden Folge von Bränden, durch die in Bukavu auch Bildungsstätten betroffen seien.
Bukavu wächst an steilen Hängen rund um den Kiwusee. Viele Stadtviertel sind sehr dicht bebaut. Holz, Wellblech und andere leicht verfügbare Materialien prägen Teile der Bebauung. Enge Straßen und dicht aneinander errichtete Häuser können die Ausbreitung von Bränden beschleunigen und den Zugang für Rettungskräfte erschweren. Bei dem aktuellen Schulbrand in Bukavu brannten neben den Schulen nach Angaben der örtlichen Verwaltung Hunderte Wohnhäuser ab.
Hinzu kommt die angespannte Sicherheitslage im Osten des Landes. Bukavu steht unter der Kontrolle der AFC/M23, während die Zentralregierung weiterhin Anspruch auf das Gebiet erhebt. Staatliche Strukturen, Gesundheitsversorgung und andere öffentliche Dienste arbeiten deshalb unter außergewöhnlich schwierigen Bedingungen.
Der Brand trifft damit ein Schulsystem, das bereits durch bewaffnete Konflikte, Vertreibung und wiederkehrende Zerstörungen belastet ist. UNICEF kündigte neben medizinischer und psychosozialer Hilfe deshalb ausdrücklich Unterstützung dafür an, dass betroffene Kinder ihre Schulbildung möglichst fortsetzen können.
Die genaue Brandursache blieb am Samstagmorgen offen. Auch eine abschließende Bilanz aller Verletzten und der entstandenen Sachschäden lag zunächst nicht vor.
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