Nürnberger Bauträger beantragt Insolvenz: Baustopp bei zahlreichen Wohnungsprojekten

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Die Schultheiß Projektentwicklung AG aus Nürnberg hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Seit Anfang Oktober ruhen die Bauarbeiten an laufenden Projekten. Mehr als 150 Eigentumswohnungen in Nürnberg und Röthenbach an der Pegnitz befinden sich im Bau oder in der Planung. Auch rund 90 Beschäftigte und zahlreiche beteiligte Handwerksbetriebe sind von der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens betroffen.

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Amtsgericht Nürnberg ordnet vorläufige Insolvenzverwaltung an

Das Amtsgericht Nürnberg hat am 5. Oktober 2026 vorläufige Sicherungsmaßnahmen für die Schultheiß Projektentwicklung AG angeordnet. Das Verfahren läuft unter dem Aktenzeichen IN 1530/26. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Jochen Zaremba bestellt.

Nach dem Gerichtsbeschluss darf die Gesellschaft nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam über ihr Vermögen verfügen. Die Regelung umfasst auch das Einziehen ausstehender Forderungen.

Ein reguläres Insolvenzverfahren war zunächst nicht eröffnet. Die gerichtlichen Maßnahmen sollen das Unternehmensvermögen sichern, während über den Antrag entschieden wird. Ob eine Sanierung möglich ist und welche Projekte fortgeführt werden können, war zunächst offen.

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Mehr als 150 Wohnungen von Insolvenz betroffen

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten haben unmittelbare Folgen für mehrere Wohnungsbauprojekte in der Metropolregion Nürnberg. Seit dem 2. Oktober stehen nach Angaben der Nürnberger Nachrichten die Bauarbeiten an den laufenden Baustellen still.

Insgesamt umfassen die betroffenen Projekte mehr als 150 Eigentumswohnungen, die sich in unterschiedlichen Bau- und Planungsphasen befinden.

Zu den Vorhaben gehört die Wohnanlage „Der Sailersberg“ in Röthenbach an der Pegnitz. Dort entstehen 16 Eigentumswohnungen. Ursprünglich hatte der Bauträger die Bezugsfertigkeit für Januar 2027 vorgesehen.

Ein weiteres Projekt liegt in der Schwabacher Straße im Nürnberger Stadtteil St. Leonhard. Dort hatte das Unternehmen erst im September Richtfest für 20 Eigentumswohnungen gefeiert. Die Fertigstellung war für das erste Quartal 2027 geplant.

Unklar blieb zunächst, wann die Arbeiten wieder aufgenommen werden können. Auch wie viele der betroffenen Wohnungen bereits verkauft wurden, war nicht abschließend bekannt.

Wohnungskäufer müssen mit Verzögerungen rechnen

Für Käufer bereits vertraglich zugesicherter Wohnungen bedeutet der Insolvenzantrag zunächst keine automatische Auflösung ihres Kaufvertrags. Allerdings können sich die Fertigstellung und die Übergabe der Immobilien verzögern.

Bei Bauträgerverträgen erfolgen Zahlungen üblicherweise entsprechend dem erreichten Baufortschritt. Eine im Grundbuch eingetragene Auflassungsvormerkung kann den Anspruch auf Eigentumsübertragung schützen. Eine Garantie für die Fertigstellung des Gebäudes ergibt sich daraus jedoch nicht.

Betroffene Käufer sollten deshalb den tatsächlichen Baufortschritt, bereits geleistete Zahlungen und die vertraglichen Sicherheiten prüfen lassen. Vor weiteren Überweisungen muss geklärt werden, ob eine Rate fällig ist und an wen rechtswirksam gezahlt werden kann.

Erst im weiteren Insolvenzverfahren wird sich entscheiden, ob bestehende Bauverträge erfüllt werden oder andere Lösungen erforderlich sind.

Rund 90 Arbeitsplätze und Handwerksbetriebe betroffen

Nach eigenen früheren Angaben beschäftigte die Schultheiß Projektentwicklung AG etwa 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ob sämtliche Arbeitsplätze erhalten bleiben können, ist bislang nicht geklärt.

Für Beschäftigte besteht unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen Anspruch auf Insolvenzgeld. Die Bundesagentur für Arbeit kann damit ausstehendes Arbeitsentgelt für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten vor dem maßgeblichen Insolvenzereignis ersetzen.

Auch Handwerksunternehmen und weitere Vertragspartner stehen vor finanziellen Unsicherheiten. Bereits erbrachte Leistungen, für die noch keine Bezahlung erfolgt ist, können zu Insolvenzforderungen werden. Wird das Verfahren eröffnet, müssen entsprechende Forderungen innerhalb der festgelegten Fristen angemeldet werden.

Insolvenz fällt in schwierige Phase der Baubranche

Der Insolvenzantrag trifft einen Wohnungsbaumarkt, der seit mehreren Jahren unter hohen Baukosten, gestiegenen Finanzierungskosten und wirtschaftlicher Unsicherheit steht. Besonders Projektentwickler sind darauf angewiesen, dass Finanzierung, Baufortschritt und Immobilienverkäufe ineinandergreifen.

Zwar zeigen die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes wieder steigende Genehmigungszahlen. Von Januar bis Juli 2026 wurden bundesweit 148.800 Wohnungen genehmigt. Das entspricht einem Anstieg um 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Erholung folgt allerdings auf Jahre mit vergleichsweise geringer Bautätigkeit.

Noch im Januar 2026 hatte die Schultheiß Projektentwicklung AG eine neue Wachstumsstrategie vorgestellt. Vorgesehen waren unter anderem zusätzliche Wohnungsbauprojekte, Immobilienfonds und ein größerer eigener Wohnungsbestand.

Welche finanziellen Faktoren letztlich zum Insolvenzantrag geführt haben, blieb zunächst offen.

Die Schultheiß Projektentwicklung AG ist nicht mit der ebenfalls in Nürnberg ansässigen Schultheiss Wohnbau AG zu verwechseln. Das eigenständige Unternehmen hat ausdrücklich klargestellt, dass es von dem Insolvenzverfahren nicht betroffen ist.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu