Lidl-Mutter plant riesigen Rechenzentrums-Campus bei Rostock

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Grzegorz Walczak

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Die Schwarz-Gruppe will ihre digitale Infrastruktur in Deutschland mit einer Milliardeninvestition deutlich ausbauen. Im Gewerbegebiet von Dummerstorf bei Rostock plant der Mutterkonzern von Lidl und Kaufland ein neues Großrechenzentrum. Bis 2033 sollen bis zu 5,6 Milliarden Euro investiert werden. Vorgesehen ist zunächst eine Kapazität von 240 Megawatt. Für die folgenden Jahre nennt der Konzern eine deutlich größere Perspektive: Bis 2045 könnte die Anschlussleistung auf bis zu 1 Gigawatt steigen.

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Das Schwarz-Gruppe Rechenzentrum Dummerstorf wäre damit langfristig eine der größten Anlagen dieser Art in Deutschland. Die Gigawatt-Dimension ist allerdings noch keine abschließend beschlossene Ausbaustufe. Das Unternehmen spricht von konkreten Perspektiven für eine Erweiterung. Die Planungen stehen zudem unter dem Vorbehalt der erforderlichen Genehmigungen.

5,6 Milliarden Euro gelten für die erste Ausbaustufe

Die Schwarz-Gruppe beziffert das voraussichtliche Investitionsvolumen für die bis 2033 geplante Kapazität von 240 Megawatt auf rund 5,6 Milliarden Euro. Damit ist die genannte Summe nicht automatisch als Kostenrahmen für einen späteren Ausbau auf 1 Gigawatt zu verstehen.

Der Bau soll nach Angaben aus der Projektvorstellung 2027 beginnen. Etwa 120 Arbeitsplätze sollen durch den Betrieb des Rechenzentrums entstehen. Hinzu kommen während der Bauphase Aufträge für Bauunternehmen und weitere Dienstleister.

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Wie groß die endgültig bebaute Fläche sein wird, war zunächst nicht abschließend beziffert. Offiziell bestätigt war zunächst nur, dass das derzeit vorgesehene Grundstück im Gewerbegebiet der Gemeinde Dummerstorf liegt. Auch die technische Konfiguration des Rechenzentrums befindet sich noch in der Planung. Nach Angaben der Schwarz-Gruppe steht beispielsweise noch nicht endgültig fest, in welchem Umfang unterschiedliche Cloud- und KI-Chips eingesetzt werden.

Schwarz Digits baut Cloud-Geschäft aus

Hinter dem Projekt steht die wachsende Digitalsparte Schwarz Digits. Sie bündelt innerhalb der Schwarz-Gruppe unter anderem Cloud-Dienste, Cybersicherheit sowie Angebote rund um Daten und Künstliche Intelligenz.

Eine zentrale Rolle spielt STACKIT. Die Cloud- und Colocation-Plattform wurde ursprünglich aufgebaut, um Daten und IT-Systeme der Unternehmen der Schwarz-Gruppe zu betreiben. Inzwischen richtet sich das Angebot auch an externe Unternehmen und öffentliche Einrichtungen.

STACKIT positioniert sich als europäische Cloud-Infrastruktur. Daten werden nach Unternehmensangaben in Rechenzentren in Deutschland und Österreich gespeichert. Damit tritt Schwarz Digits auf einem Markt an, der bislang stark von großen US-amerikanischen Cloud-Konzernen geprägt ist.

Das Rechenzentrum in Dummerstorf soll sowohl Kapazitäten für das eigene Unternehmensnetzwerk bereitstellen als auch die weitere Skalierung von Cloud-, Daten- und KI-Angeboten ermöglichen.

Stromversorgung wird zum zentralen Standortfaktor

Große Rechenzentren benötigen erhebliche Mengen elektrischer Energie. Für Dummerstorf verweist die Schwarz-Gruppe deshalb ausdrücklich auf die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien in Norddeutschland. Dazu zählen Onshore- und Offshore-Windkraftanlagen.

Am vorgesehenen Standort ist zudem ein Anschluss an das 380-Kilovolt-Höchstspannungsnetz möglich. Ein solcher Netzanschluss ist für Rechenzentren dieser Dimension von erheblicher Bedeutung, weil große Strommengen bereitgestellt werden müssen.

Nach Unternehmensangaben soll das Rechenzentrum im regulären Betrieb ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt werden. Zudem sollen technische Kühllösungen den Ressourcenbedarf begrenzen. Das vergleichsweise kühle norddeutsche Klima kann dabei die Nutzung von Außenluft zur Kühlung erleichtern.

Mit den Stadtwerken Rostock besteht außerdem eine Absichtserklärung zur Nutzung der entstehenden Abwärme. Sie könnte künftig in die kommunale Wärmeversorgung einbezogen werden. Wie groß die tatsächlich nutzbare Wärmemenge sein wird und wann eine entsprechende Infrastruktur zur Verfügung stehen könnte, war zunächst nicht abschließend festgelegt.

240 Megawatt zeigen die Dimension des Projekts

Die Angabe von 240 Megawatt beschreibt eine Anschluss- beziehungsweise Leistungskapazität und darf nicht mit einem konstanten tatsächlichen Stromverbrauch gleichgesetzt werden. Würde eine Anlage rein rechnerisch ein gesamtes Jahr dauerhaft 240 Megawatt aufnehmen, entspräche dies rund 2,1 Milliarden Kilowattstunden Strom. Bei einer durchgehenden Leistungsaufnahme von 1 Gigawatt läge der theoretische Jahreswert bei 8,76 Milliarden Kilowattstunden.

Der tatsächliche Verbrauch hängt jedoch von Auslastung, Servertechnik, Kühlung und weiteren Faktoren ab. Aus der geplanten Anschlussleistung lässt sich daher kein verlässlicher späterer Jahresverbrauch ableiten.

Die Größenordnung wird im Vergleich mit dem deutschen Rechenzentrumsmarkt sichtbar. Nach einer 2025 veröffentlichten Studie des Digitalverbands Bitkom und des Borderstep Instituts lag die Anschlussleistung der Rechenzentren in Deutschland im Jahr 2025 bei rund 2.980 Megawatt. Der Strombedarf belief sich im selben Jahr auf rund 21,3 Milliarden Kilowattstunden.

KI lässt den Bedarf an Rechenzentren steigen

Ein wesentlicher Wachstumstreiber ist Künstliche Intelligenz. Nach der Bitkom-Studie entfielen 2025 rund 530 Megawatt der deutschen Rechenzentrumskapazitäten auf Hochleistungsrechnen und KI. Für 2030 rechnete die Untersuchung mit rund 2.020 Megawatt. Diese Werte sind Modellrechnungen und keine Prognose einzelner Projekte.

Insgesamt erwartet die Studie, dass die Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland bis 2030 auf mehr als 5.000 Megawatt steigen könnten. Gleichzeitig dürfte der Energiebedarf zunehmen. Wie stark dieser Anstieg ausfällt, hängt unter anderem vom Wachstum der KI-Nutzung und von Effizienzsteigerungen bei Servern und Kühlung ab.

Vor diesem Hintergrund reicht die Bedeutung des Projekts in Dummerstorf über die IT-Infrastruktur von Lidl und Kaufland hinaus. Schwarz Digits will zusätzliche Cloud- und KI-Kapazitäten innerhalb Deutschlands aufbauen und diese auch externen Kunden anbieten. Ob die langfristig genannte Gigawatt-Dimension tatsächlich erreicht wird, hängt von weiteren Investitionsentscheidungen, Genehmigungen, technischen Planungen und der verfügbaren Infrastruktur ab.

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