Sedus Stoll verliert Umsatz und setzt stärker auf neue Arbeitswelten

Sedus Stoll verliert Umsatz und richtet sich breiter aus
Symbolbild mit KI erstellt

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Die Sedus Stoll Gruppe hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatz von rund 216 Millionen Euro abgeschlossen. Damit verzeichnet der Büromöbelhersteller aus Dogern einen Rückgang, obwohl das Unternehmen seine Marktposition nach eigener Darstellung behaupten konnte. Als Gründe nennt Sedus ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld und Veränderungen in den europäischen Büromöbelmärkten. Zugleich baut die Gruppe ihr Geschäft breiter auf. Neben klassischen Büromöbeln rücken Arbeitswelten, Beratung, digitale Stauraumlösungen und Nachhaltigkeit stärker in den Mittelpunkt.

Umsatz sinkt in einem schwierigen Büromöbelmarkt

Der Sedus Stoll Umsatz lag 2025 bei rund 216 Millionen Euro. Das Unternehmen spricht selbst von einem leichten Rückgang, verweist aber zugleich auf die schwierige Lage in mehreren europäischen Büromöbelmärkten. Die Entwicklung zeigt, wie stark die Branche unter veränderten Arbeitsformen, zurückhaltenden Investitionen und einer schwächeren Konjunktur steht. Viele Unternehmen prüfen ihre Büroflächen neu, weil hybrides Arbeiten den Bedarf an klassischen Arbeitsplätzen verändert hat.

Für Sedus Stoll bedeutet diese Marktlage eine doppelte Herausforderung. Einerseits bleibt das klassische Möbelgeschäft wichtig, weil Stühle, Tische und Einrichtungslösungen weiterhin das Fundament des Unternehmens bilden. Andererseits reicht es im Wettbewerb zunehmend nicht mehr aus, nur einzelne Produkte anzubieten. Kunden erwarten Konzepte für flexible Büros, Begegnungsflächen, Rückzugsbereiche und moderne Zusammenarbeit. Sedus reagiert darauf mit einer breiteren Ausrichtung, die das Unternehmen stärker als Anbieter kompletter Arbeitswelten positionieren soll.

Sedus, Klöber und S³ Advice übernehmen unterschiedliche Rollen

Die drei Kernmarken der Sedus Stoll Gruppe stehen künftig noch deutlicher für verschiedene Schwerpunkte. Sedus konzentrierte sich 2025 nach Unternehmensangaben auf neue Formen der Begegnung, hybride Arbeitsweisen und den Wunsch nach mehr Verbindung im Büro. Dazu gehören Lösungen rund um das sogenannte Work Café, also Bereiche, die informelles Arbeiten, Austausch und Aufenthaltsqualität verbinden sollen. Im Juli 2025 eröffnete das Unternehmen zudem den Sedus Hub West in Düsseldorf, wo neue Formen der Zusammenarbeit erlebbar gemacht werden sollen.

Klöber stellte 2025 sein 90-jähriges Bestehen in den Vordergrund und baute zugleich die Präsenz im Premium-Interior-Segment aus. Dazu gehört ein neuer Showroom in der Kölner Design Post. Durch eine Kooperation mit Tarkett ist Klöber seit Frühjahr 2025 außerdem im Atelier Tarkett in Paris vertreten. S³ Advice wiederum entwickelte seinen smarten Locker weiter. Die Lösung verbindet Stauraum mit Funktionen für Übergaben, Besucher und Asset Management. Damit reagiert die Marke auf Arbeitsumgebungen, die flexibler und digitaler organisiert werden.

Nachhaltigkeit wird stärker mit Produktentwicklung verknüpft

Auch beim Thema Nachhaltigkeit meldet die Sedus Stoll Gruppe Fortschritte. Im Juni 2025 verpflichtete sich das Unternehmen zu den Zielen der Science Based Targets initiative im Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Abkommens. Zudem erstellt Sedus seit mehreren Jahren eigene Ökobilanzen für Produkte. Diese Daten sollen helfen, CO₂-Ziele für neue Entwicklungen zu definieren und Entscheidungen in Produktentwicklung, Beschaffung und Nachhaltigkeitsstrategie besser abzusichern.

Nach Unternehmensangaben konnte die Gruppe den Product Carbon Footprint innerhalb von zwei Jahren um rund 16 Prozent senken. Besonders deutlich fiel die Reduktion bei Bürodrehstühlen aus. Dort lag der CO₂-Wert in den vergangenen Jahren typischerweise bei 82 bis 84 Kilogramm pro Stück. 2025 sank er laut Sedus auf 73,2 Kilogramm. Das Unternehmen führt dies vor allem auf CO₂-orientierte Produktentwicklung und die Überarbeitung bestehender Kernprodukte zurück. Seit 2026 arbeitet Sedus außerdem mit Klim zusammen und unterstützt regenerative Landwirtschaft. Eine weitere Partnerschaft besteht mit Wilderness International zum Schutz von Wald- und Wildnisgebieten.

Orgatec wird zum Schaufenster der neuen Ausrichtung

Auf der Orgatec in Köln will die Sedus Stoll Gruppe ihre breitere Strategie sichtbar machen. Die Leitmesse für Workspace und Contract Solutions dient dem Unternehmen als Bühne für alle drei Kernmarken. Sedus will dort das Trendkonzept „Habitats by Sedus“ vorstellen. S³ Advice soll ebenfalls am Sedus-Stand vertreten sein. Klöber kündigt eine Produktneuheit an, die sowohl auf einer Messefläche als auch im Showroom in der Design Post präsentiert werden soll.

Die Messe wird damit zu einem wichtigen Test für die Positionierung der Gruppe. Sedus Stoll will zeigen, dass das Unternehmen nicht nur auf einzelne Möbelstücke setzt, sondern auf Konzepte für veränderte Bürorealitäten. Für die Branche ist das ein naheliegender Schritt, weil Unternehmen ihre Arbeitsorte zunehmend als strategischen Faktor betrachten. Büros sollen produktiv, flexibel und attraktiv sein, während Investitionsbudgets gleichzeitig unter Druck stehen. Ob diese breitere Ausrichtung den Umsatzrückgang mittelfristig auffangen kann, bleibt offen.

Branche steht weiter unter Veränderungsdruck

Die Entwicklung bei Sedus Stoll steht beispielhaft für den Wandel im Büromöbelmarkt. Klassische Büroausstattung bleibt gefragt, doch die Anforderungen verändern sich. Unternehmen suchen Lösungen für hybride Teams, flexible Flächen, bessere Akustik, ergonomisches Arbeiten und Orte für persönliche Begegnung. Dadurch verschiebt sich der Wettbewerb von einzelnen Produkten hin zu kompletten Raumkonzepten.

Für Sedus Stoll ist diese Veränderung Chance und Risiko zugleich. Die Gruppe verfügt mit Sedus, Klöber und S³ Advice über mehrere Ansätze, um unterschiedliche Kundenbedürfnisse abzudecken. Gleichzeitig bleibt das Marktumfeld schwierig, weil viele Unternehmen bei Büroinvestitionen vorsichtig agieren. Der Umsatzrückgang zeigt, dass die Transformation nicht automatisch Wachstum bringt. Entscheidend wird sein, ob Sedus seine neuen Produktsegmente und Beratungsangebote in konkrete Nachfrage übersetzen kann.

Quelle: Sedus Stoll AG / Pressemitteilung 11.06.2026

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