
Der 1. FC Köln hat seine Kaderplanung am letzten Tag des Sommertransferfensters noch einmal ergänzt und Borna Sosa verpflichtet. Der 28 Jahre alte kroatische Nationalspieler kommt von Crystal Palace und soll die linke Abwehrseite des Bundesligisten verstärken. Nach offizieller Mitteilung des FC läuft die Leihe bis zum 30. Juni 2027. Damit ist Sosa für die gesamte Saison 2026/27 an Köln gebunden.
Der Transfer wurde erst nach dem Schließen des deutschen Transferfensters öffentlich vom Verein bestätigt. Der Kölner Express datiert die offizielle Verkündung auf 21.15 Uhr am 1. September. Die Vereinsmitteilung selbst trägt das Datum 1. September 2026, nennt aber keine Uhrzeit. Nach Sky-Informationen seien die erforderlichen Unterlagen bereits um 19.57 Uhr und damit drei Minuten vor dem Ende der deutschen Transferfrist eingereicht worden. Diese Uhrzeit bestätigte der FC selbst zunächst nicht.
Als erster konkret zuzuordnender Hinweis auf Sosa als Kölner Transferkandidaten lässt sich Sky-Reporter Florian Plettenberg nachvollziehen. In seinem Update vom Deadline Day verwies Plettenberg darauf, den Linksverteidiger bereits am vorausgegangenen Wochenende exklusiv als Kandidaten des 1. FC Köln genannt zu haben. Auch der kroatische öffentlich-rechtliche Sender HRT dokumentierte diese Darstellung. Ein genauer Zeitpunkt dieser ursprünglichen Wochenendmeldung ist in den zugänglichen Quellen jedoch nicht ausgewiesen.
Am Nachmittag des 1. September konkretisierten sich die Verhandlungen. ntv meldete um 17.33 Uhr unter Berufung auf Sky, Sosa und Köln hätten sich mündlich über einen Wechsel verständigt, während zwischen den Vereinen zu diesem Zeitpunkt noch Details offen gewesen seien. Später meldete Sky die vollständige Einigung mit Crystal Palace.
Offiziell machte Köln den Transfer anschließend am Abend. Nach der Darstellung des Express erfolgte dies um 21.15 Uhr, also 75 Minuten nach dem Ende des Transferfensters. Entscheidend war demnach, dass die Registrierung zuvor fristgerecht erfolgt war.
Der 1. FC Köln bestätigt ausdrücklich eine Leihe bis zum 30. Juni 2027. Eine Kaufoption erwähnt der Verein in seiner Mitteilung nicht. Sky und ntv meldeten dagegen übereinstimmend, es handele sich um eine Leihe ohne Kaufoption. Auch HRT nennt unter Berufung auf die Transferinformationen eine Leihe ohne festgeschriebene Erwerbsmöglichkeit. Da dieser Vertragsbestandteil vom FC und von Crystal Palace nicht öffentlich bestätigt wurde, ist er als Medienangabe einzuordnen.
Zu einer möglichen Leihgebühr sowie zur Aufteilung von Sosas Gehalt machten die beiden Vereine zunächst keine Angaben. Auch die offizielle FC-Mitteilung nennt hierzu keine Zahlen. Damit sind über die Laufzeit hinaus keine finanziellen Konditionen offiziell veröffentlicht.
Sosa bleibt während der Leihe vertraglich an Crystal Palace gebunden. Die Premier League hatte bei seiner Verpflichtung im Juli 2025 einen Dreijahresvertrag bis 2028 bestätigt. Sein Arbeitspapier beim Londoner Club läuft somit nach dem Ende der Kölner Leihe noch ein weiteres Jahr bis zum 30. Juni 2028.
FC-Geschäftsführer Thomas Kessler begründete die Verpflichtung unter anderem mit Sosas Bundesliga-Erfahrung und seiner internationalen Laufbahn. Wörtlich sagte Kessler über dessen Spielweise: „Mit seinem starken linken Fuß, seinem Offensivdrang und seiner hohen Qualität im Flankenspiel erweitert er unsere Möglichkeiten.“ Der Geschäftsführer verwies zudem auf Sosas Flankenqualität und darauf, dass der Kroate dem Kader zusätzliche taktische Optionen gebe.
Eine gesonderte öffentliche Aussage von Cheftrainer René Wagner zum abgeschlossenen Sosa-Transfer war in der offiziellen Transfermitteilung nicht enthalten. Der Verein veröffentlichte dort neben Kesslers Einschätzung auch eine Stellungnahme des Spielers. Sosa verwies auf seine Erfahrungen mit der Atmosphäre bei früheren Auswärtsspielen in Köln und erklärte, der Mannschaftserfolg stehe für ihn im Vordergrund.
Sportlich schafft Köln damit zusätzliche Konkurrenz für Gideon Mensah. Der ghanaische Nationalspieler war bereits im Juli ablösefrei von AJ Auxerre verpflichtet und bis 2028 gebunden worden. Der FC hatte bei Mensahs Vorstellung ausdrücklich erklärt, auf dieser Position zusätzliche Qualität und mehr Optionen schaffen zu wollen. Mit Sosa stehen nun zwei erfahrene Linksverteidiger für diese Rolle zur Verfügung.
Borna Sosa wurde am 21. Januar 1998 in Zagreb geboren und ist 28 Jahre alt. Laut 1. FC Köln besitzt er neben der kroatischen auch die deutsche Staatsangehörigkeit. Seine Hauptposition ist die des Linksverteidigers, er kann aufgrund seines offensiven Profils aber auch weiter vorne auf der linken Seite eingesetzt werden.
Ausgebildet wurde Sosa bei Dinamo Zagreb. 2018 wechselte er zum VfB Stuttgart. Nach Angaben des 1. FC Köln bestritt er dort 115 Pflichtspiele, erzielte fünf Treffer und bereitete 35 Tore vor. 2023 folgte der Wechsel zu Ajax Amsterdam, für dessen erste Mannschaft er laut Ajax insgesamt 25 Pflichtspiele absolvierte. In der Saison 2024/25 wurde er an den FC Turin ausgeliehen und kam nach FC-Angaben auf 20 Pflichtspiele. Im Juli 2025 wechselte er schließlich von Ajax zu Crystal Palace.
Bei Palace blieb seine Einsatzzeit in der Saison 2025/26 begrenzt. Der 1. FC Köln nennt 18 wettbewerbsübergreifende Einsätze. Für die Premier League weist die Statistikdatenbank FBref sieben Einsätze und 101 Spielminuten aus. Unterschiede bei der Gesamtzahl können aus der Erfassung einzelner Pokal- und internationaler Wettbewerbe entstehen. Für die offizielle Kölner Transfermitteilung ist die Zahl von 18 Pflichtspieleinsätzen maßgeblich.
Auch international bringt Sosa Erfahrung mit. Der kroatische Fußballverband HNS führt für ihn 27 Einsätze in der A-Nationalmannschaft und zwei Tore. Sein Debüt gab er demnach am 1. September 2021. Der 1. FC Köln nennt neben den zwei Treffern außerdem vier Torvorlagen im Nationaltrikot.
Sosa gehörte unter anderem zum kroatischen Aufgebot bei internationalen Turnieren und kam auch bei der Europameisterschaft 2024 zum Einsatz. Sein bislang letzter in der HNS-Datenbank aufgeführter A-Länderspieleinsatz datiert vom 5. September 2025 gegen die Färöer.
Sosa bildet den Abschluss eines umfangreichen Kölner Transferfensters. Die Sportschau führt für die Saison 2026/27 unter den externen beziehungsweise zurückkehrenden Zugängen unter anderem Jahmai Simpson-Pusey, Luka Lochoshvili, Gideon Mensah, Mikey Moore, Ellyes Skhiri, Tom Krauß, Gil Neves, Reigan Heskey und Thijs Dallinga auf. Hinzu kommen Rückkehrer aus Leihgeschäften.
Simpson-Pusey wurde nach seiner vorherigen Leihe fest von Manchester City verpflichtet und erhielt nach FC-Angaben einen Vertrag bis 2030. Luka Lochoshvili kam vom 1. FC Nürnberg und unterschrieb bis 2029. Tom Krauß blieb nach einer zuvor vereinbarten Kaufverpflichtung dauerhaft in Köln. In der Offensive kamen kurz vor Transferschluss Thijs Dallinga leihweise vom FC Bologna sowie Mikey Moore für eine Saison von Tottenham Hotspur hinzu.
Auch auf der Abgangsseite gab es zahlreiche Veränderungen. Nach der Übersicht der Sportschau verließen unter anderem Eric Martel in Richtung Mainz, Denis Huseinbasic zum SC Braga, Jakub Kaminski zu Benfica Lissabon und Rasmus Carstensen zu Aarhus GF den Verein. Florian Kainz beendete seine Karriere. Jusuf Gazibegovic und Youssoupha Niang wurden verliehen, während bei Cenk Özkacar und Kristoffer Lund die jeweiligen Leihgeschäfte endeten.
Mit Borna Sosa erhält Trainer René Wagner nun noch einen weiteren erfahrenen Spieler für die defensive Außenbahn. Der Transfer ist bis zum Sommer 2027 fix. Dass Köln anschließend die Möglichkeit besitzt, Sosa dauerhaft zu verpflichten, wurde vom Verein nicht bestätigt. Nach Sky soll gerade keine Kaufoption vereinbart worden sein.
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