SpaceX baut in Louisiana seinen bislang größten Weltraumbahnhof

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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SpaceX will an der Golfküste von Louisiana seinen bislang größten Weltraumbahnhof errichten. Für die SpaceX Raketenbasis in Louisiana nennt das Unternehmen ein Investitionsvolumen von mindestens 100 Milliarden Dollar. Auf einem rund 125.000 Acres großen Gelände, umgerechnet etwa 50.600 Hektar, sollen langfristig zehn Startplätze für das Starship System entstehen. Louisiana rechnet innerhalb von zehn Jahren mit mindestens 3.000 direkten neuen Arbeitsplätzen.

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Starbase Louisiana entsteht bei Pecan Island

Der geplante Weltraumbahnhof soll im Vermilion Parish nahe der kleinen Küstengemeinde Pecan Island entstehen, rund 80 Kilometer südlich bis südwestlich von Lafayette. Das Gelände liegt in einer von Feuchtgebieten geprägten Küstenregion und gehörte früher ExxonMobil. Louisiana verkaufte das Grundstück für das SpaceX Projekt.

Nach den veröffentlichten Planungen sollen bei vollständigem Ausbau fünf Startkomplexe mit jeweils zwei Startplätzen entstehen. Hinzu kommen Treibstofflager, eine Anlage zur Herstellung von Raketentreibstoff, eigene Energieerzeugung, Einrichtungen zur Verarbeitung und Vorbereitung der Raumfahrzeuge sowie Wohnungen für Beschäftigte. SpaceX hat zudem Tiefwassertransportmöglichkeiten und einen möglichen eigenen Flughafen genannt.

Die Landesregierung bezeichnet das Projekt als Investition von mehr als 100 Milliarden Dollar. Geplant sind 3.000 direkte Stellen innerhalb von zehn Jahren mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 92.600 Dollar. Die Wirtschaftsförderung Louisiana Economic Development rechnet zusätzlich mit rund 8.100 indirekten Arbeitsplätzen.

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Erste Starship Starts frühestens 2029 geplant

Die Bauarbeiten sollen nach derzeitiger Planung spätestens Ende 2027 beginnen. Den ersten Start eines Starship von Louisiana peilt SpaceX bereits für 2029 an. Dieser Termin setzt allerdings voraus, dass Bau, Infrastruktur und Genehmigungen entsprechend vorankommen.

Eine vollständige Genehmigung für den geplanten Startbetrieb liegt bislang nicht vor. SpaceX arbeitet nach Angaben des Bundesstaates mit Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden zusammen. Erforderlich sind unter anderem Prüfungen zu Umweltfolgen, Feuchtgebieten, natürlichen Ressourcen und dem eigentlichen Raketenbetrieb. Für kommerzielle Starts und Landungen ist insbesondere die US Luftfahrtbehörde FAA zuständig.

Damit sind die angekündigten Tausenden Starts pro Jahr zunächst ein Ausbauziel und keine bereits genehmigte Flugrate. Auch die genaue Zahl der später zulässigen Starts wird von den entsprechenden Prüfungen und Zulassungen abhängen.

Louisiana soll Starship deutlich größer skalieren

Im Mittelpunkt des Projekts steht Starship mit der ersten Stufe Super Heavy. SpaceX entwickelt das vollständig wiederverwendbare System für schwere Nutzlasten in den Erdorbit sowie perspektivisch für Flüge zum Mond und Mars. Starship soll außerdem deutlich größere Satellitenmengen transportieren können als die bisher eingesetzte Falcon 9.

Das ist auch für das Satellitengeschäft des Konzerns wichtig. SpaceX betreibt mit Starlink bereits eines der größten Satellitennetze der Welt. Der Konzern plant zugleich weitere umfangreiche Weltrauminfrastruktur. Louisiana nennt ausdrücklich den Ausbau weltweiter Internetverbindungen sowie geplante Datenverarbeitungskapazitäten im Erdorbit als mögliche Aufgaben für Starts von dem neuen Standort.

Der Weltraumbahnhof soll deshalb nicht Starbase in Südtexas ersetzen. Dort finden bislang Entwicklung, Tests und Starship Flüge statt. Vielmehr soll Louisiana zusätzliche Kapazitäten schaffen, wenn Starship vom Entwicklungsprogramm in einen deutlich häufigeren regulären Betrieb übergeht.

Auch Florida bleibt ein zentraler Standort. Am Kennedy Space Center wird Starship Infrastruktur am Launch Complex 39A vorbereitet. Die FAA hat dort eine Umweltprüfung für bis zu 44 Starship Starts pro Jahr abgeschlossen. Eine solche Umweltentscheidung allein ersetzt jedoch auch in Florida nicht die erforderliche Startlizenz. Weitere Starship Infrastruktur ist im Raum Cape Canaveral vorgesehen. Louisiana unterscheidet sich von diesen Anlagen vor allem durch die geplante Dimension mit zehn Startplätzen.

Louisiana gewährt SpaceX umfangreiche Anreize

Der Bundesstaat unterstützt die Ansiedlung mit mehreren wirtschaftspolitischen Instrumenten. SpaceX soll unter anderem am neuen Förderprogramm Aerospace Facilities and Activities Rebate sowie am High Impact Jobs Programm teilnehmen. Hinzu kommt Unterstützung bei Personalgewinnung und Ausbildung durch LED FastStart. Die Förderungen sind nach Angaben des Bundesstaates an Investitionen und die Schaffung vereinbarter Arbeitsplätze gebunden.

Auf lokaler Ebene wurde zudem eine Vereinbarung über Zahlungen anstelle regulärer Grundsteuern geschlossen. SpaceX zahlt zunächst 20 Millionen Dollar und anschließend mindestens 25 Millionen Dollar jährlich über 25 Jahre. Durch vereinbarte Steigerungen sollen die direkten Zahlungen an lokale Körperschaften insgesamt mehr als 820 Millionen Dollar erreichen. Zusätzlich hat SpaceX eine Spende von 25 Millionen Dollar an die Community Foundation of Acadiana zugesagt.

Umweltverbände und Anwohner äußern Bedenken

Der Standort liegt in ökologisch empfindlichen Küstenfeuchtgebieten. Umweltorganisationen wie die Louisiana Wildlife Federation, die National Wildlife Federation und die Pontchartrain Conservancy warnen vor möglichen Folgen für Feuchtgebiete, Tierarten und den natürlichen Küstenschutz. Auch einzelne Bewohner von Pecan Island kritisieren die Dimension des Projekts und bemängeln, dass sie während der frühen Planungen nur unzureichend informiert worden seien.

SpaceX hat angekündigt, große Teile des Grundstücks unbebaut zu lassen und gemeinsam mit staatlichen Stellen an Küstenschutz, Wiederherstellung von Marschland und dem Schutz von Lebensräumen zu arbeiten. Unvermeidbare Eingriffe in geschützte Feuchtgebiete müssten nach Angaben Louisianas ausgeglichen werden.

Welche Umweltauflagen letztlich gelten und in welchem Umfang die geplanten zehn Startplätze genehmigt werden können, ist damit noch offen. Fest steht bislang, dass SpaceX das Projekt auf eine Größenordnung auslegt, die deutlich über den heutigen Starship Betrieb in Texas hinausgeht.

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