Sánchez zieht die Wahl vor: Spaniens Märkte bleiben zunächst ruhig

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Symbolbild mit KI erstellt

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Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat vorgezogene Parlamentswahlen für den 29. November 2026 angekündigt. Die Entscheidung folgt auf eine schwere parlamentarische Niederlage seiner Minderheitsregierung in der Wohnungspolitik. An den Finanzmärkten löste die Nachricht am Montagmorgen zunächst jedoch keine ausgeprägte Flucht aus spanischen Anlagen aus. Während der Euro gegenüber dem US-Dollar deutlich unter Druck stand, blieb der Dax weitgehend stabil. Auch bei spanischen Staatsanleihen war zunächst kein kräftiger Renditesprung zu beobachten.

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Sánchez kündigt Wahl für den 29. November an

Sánchez erklärte am Montag im Regierungssitz Moncloa, er habe König Felipe VI. über seine Entscheidung informiert und für den Vormittag einen außerordentlichen Ministerrat einberufen. Ziel sei die Auflösung der beiden Parlamentskammern und die Einleitung der vorgezogenen Neuwahl. Als Wahltermin nannte der Regierungschef Sonntag, den 29. November. Die reguläre Parlamentswahl wäre erst 2027 fällig gewesen.

Der formale Wahlprozess wird mit dem entsprechenden königlichen Dekret und dessen Veröffentlichung im spanischen Staatsanzeiger BOE wirksam. Das spanische Wahlrecht sieht bei einer vorzeitigen Auflösung vor, dass das Dekret am Tag nach seiner Ausfertigung veröffentlicht wird. Die Wahl findet anschließend am 54. Tag nach der Einberufung statt.

Auslöser der politischen Zuspitzung war eine Abstimmungsniederlage der Regierung am Freitag. Das Abgeordnetenhaus lehnte zwei Dekrete zur Wohnungspolitik ab. Dabei ging es unter anderem um Maßnahmen zum Mieterschutz, um bezahlbaren Wohnraum und um die Stabilität bestehender Mietverträge. Die Behandlung beider Dekrete im Parlament ist in den Unterlagen des spanischen Kongresses dokumentiert.

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Euro fällt auf tiefsten Stand seit 17 Monaten

Die Neuwahlen in Spanien trafen auf einen ohnehin angespannten Handelstag für die europäische Gemeinschaftswährung. Der Euro fiel zeitweise bis auf etwa 1,116 Dollar und damit auf den niedrigsten Stand gegenüber dem US-Dollar seit rund 17 Monaten. Gegenüber dem Freitag gab die Gemeinschaftswährung zeitweise deutlich nach.

Der Rückgang lässt sich allerdings nicht allein mit der Entscheidung in Madrid erklären. Bereits vor der spanischen Wahlankündigung belasteten Sorgen über die französischen Staatsfinanzen den Euro. Die Renditen französischer Staatsanleihen waren zuletzt deutlich gestiegen, während sich der Renditeabstand zu deutschen Bundesanleihen stark ausgeweitet hatte. Zusätzlich profitierte der Dollar von weiterhin hohen US-Renditen. Reuters führte die Euro-Schwäche am Montag vor allem auf Frankreichs Haushaltslage und die dortige politische Unsicherheit zurück. Die Neuwahl in Spanien erhöhte zusätzlich die politische Unsicherheit innerhalb der Eurozone.

Dax zeigt zunächst kaum Reaktion auf Spanien

Am deutschen Aktienmarkt hielt sich die unmittelbare Reaktion ebenfalls in Grenzen. Der Dax eröffnete den Xetra-Handel bei 25.251,39 Punkten und damit rund 0,08 Prozent über seinem Schlussstand vom Freitag. Gegen 9.11 Uhr lag der Leitindex bei 25.271,32 Punkten und damit etwa 0,16 Prozent im Plus.

Damit war am frühen Montagmorgen keine deutliche Belastung des deutschen Aktienmarktes durch die spanische Wahlankündigung erkennbar. Bereits vor Handelsbeginn hatten andere Faktoren die Richtung bestimmt. Dazu gehörten die zuletzt hohen Renditen an den internationalen Anleihemärkten, Energiepreise und die Erwartungen an die weitere Geldpolitik der US-Notenbank. Der Dax war am Freitag nach schwächeren US-Arbeitsmarktdaten um 1,2 Prozent auf 25.231,20 Punkte gestiegen.

Auch europaweit blieb das Bild uneinheitlich. Deutlich stärker unter Druck standen französische Aktien. Damit unterschied sich die Marktreaktion von einer Situation, in der Anleger politische Risiken in Spanien unmittelbar auf andere europäische Aktienmärkte übertragen hätten.

Spanische Staatsanleihen geraten nicht unter starken Verkaufsdruck

Besonders aufmerksam beobachten Anleger bei politischen Unsicherheiten die Staatsanleihen des betroffenen Landes. Steigende Renditen können darauf hindeuten, dass Investoren eine höhere Risikoprämie verlangen und Anleihekurse fallen.

Ein solcher deutlicher Ausschlag war bei spanischen Papieren am Montagmorgen zunächst nicht zu erkennen. Die Rendite zehnjähriger spanischer Staatsanleihen lag gegen 9.13 Uhr bei rund 4,08 Prozent. Am Freitag hatte sie bei etwa 4,086 Prozent gelegen. Die Handelsspanne am Montagmorgen reichte zunächst von rund 4,063 bis 4,100 Prozent.

Damit blieb die Rendite trotz der überraschenden politischen Entscheidung ungefähr auf dem Niveau des vorherigen Handelstages. Ein ausgeprägter Ausverkauf spanischer Staatsanleihen ließ sich aus diesen frühen Kursbewegungen nicht ableiten. Das unterscheidet Spanien zunächst von Frankreich, wo Sorgen über die Staatsfinanzen zuletzt einen wesentlich stärkeren Renditeanstieg ausgelöst hatten.

Spaniens Aktienmarkt gibt anfängliche Gewinne ab

Direkter sichtbar war die Reaktion an der Börse in Madrid. Der spanische Leitindex Ibex 35 war zunächst mit einem Plus von rund 0,48 Prozent in den Handel gestartet. Nach der Ankündigung der vorgezogenen Wahl schmolz der Anstieg deutlich zusammen. Gegen 9.40 Uhr lag der Index nur noch rund 0,04 Prozent höher bei 19.096,8 Punkten.

Damit reagierten spanische Aktien stärker auf die politische Nachricht als der Dax oder der heimische Staatsanleihemarkt. Von einem breiten Einbruch konnte am frühen Vormittag dennoch keine Rede sein.

Die Wahl erhöht nun die politische Unsicherheit in einer der größten Volkswirtschaften der Eurozone. Sánchez regiert bislang mit einer Minderheitskoalition aus seiner sozialistischen PSOE und Sumar und ist für parlamentarische Mehrheiten auf weitere Parteien angewiesen. In aktuellen Umfragen liegt die konservative Volkspartei PP vor den Sozialisten.

Für Europas Finanzmärkte kommt die Entscheidung zu einem Zeitpunkt, an dem bereits die französischen Staatsfinanzen, hohe internationale Anleiherenditen und die weitere Zinspolitik der großen Zentralbanken für Nervosität sorgen. Am Montagvormittag zeigte sich deshalb vor allem eines: Die politische Unsicherheit in Spanien ist gestiegen, eine eigenständige schwere Marktreaktion auf die Neuwahl war zunächst jedoch nicht zu erkennen.

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