Diesel wird teurer: Abstand zum Benzinpreis wächst auf mehr als 20 Cent

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Deutschland belegt laut OECD Taxing Wages 2026 Rang 2 der höchsten Steuerlast.

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Die Spritpreise in Deutschland entwickeln sich weiterhin in unterschiedliche Richtungen. Während Diesel innerhalb einer Woche deutlich teurer geworden ist, können Autofahrer bei Super E10 etwas günstiger tanken. Nach der aktuellen ADAC-Auswertung vom Mittwoch, 28. Oktober 2026, liegt der Preisunterschied zwischen beiden Kraftstoffen inzwischen bei mehr als 20 Cent je Liter. Damit hat die Differenz den höchsten Stand seit Mitte April erreicht. Gleichzeitig bleibt die Lage auf dem internationalen Ölmarkt angespannt.

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Dieselpreis steigt um 3,4 Cent

Nach den vom ADAC ermittelten Zahlen lag der bundesweite Tagesdurchschnitt für Diesel am Dienstag, 27. Oktober, bei 2,289 Euro je Liter. Gegenüber der Vorwoche entspricht das einem Anstieg um 3,4 Cent.

Super E10 entwickelte sich dagegen günstiger. Der durchschnittliche Literpreis lag bei 2,084 Euro und damit 2,6 Cent unter dem Wert der vorherigen Woche.

Der Abstand zwischen beiden Kraftstoffsorten erhöhte sich dadurch auf 20,5 Cent je Liter. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur war die Differenz zuletzt Mitte April ähnlich groß.

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Bereits in der Vorwoche hatten sich die Preise unterschiedlich entwickelt. Die ADAC-Auswertung vom 21. Oktober verzeichnete einen Rückgang bei Super E10 und einen leichten Anstieg bei Diesel. Damit setzt sich die gegenläufige Entwicklung fort.

Heizsaison beeinflusst die Dieselpreise

Ein möglicher Grund für die stärkere Verteuerung von Diesel ist die zunehmende Nachfrage nach Heizöl. Beide Produkte sind eng miteinander verwandt und werden bei der Verarbeitung von Rohöl in Raffinerien hergestellt.

Mit Beginn der kälteren Jahreszeit nimmt die Nachfrage nach Heizöl üblicherweise zu. Dadurch kann auch Diesel unter zusätzlichen Preisdruck geraten. Bereits in seiner Auswertung vom 21. Oktober hatte der ADAC auf diesen saisonalen Zusammenhang hingewiesen.

Bemerkenswert ist der große Preisabstand auch wegen der unterschiedlichen Besteuerung. Diesel wird in Deutschland mit einer niedrigeren Energiesteuer belastet als Benzin.

Nach der seit dem 1. Oktober 2026 geltenden Steuerregelung liegt die Energiesteuer für Diesel bei 33,00 Cent je Liter. Bei Benzin sind es 51,41 Cent. Trotzdem zahlen Verbraucher derzeit für Diesel deutlich mehr.

Der Unterschied lässt sich deshalb nicht allein mit staatlichen Abgaben erklären. Auch die Nachfrage nach den jeweiligen Kraftstoffen, die Verarbeitungskosten und die Situation auf den internationalen Produktmärkten wirken sich auf die Endpreise aus.

Ölmarkt bleibt durch Nahostkonflikt angespannt

Die Preisentwicklung an deutschen Tankstellen steht weiterhin unter dem Einfluss des internationalen Ölmarktes. Vor allem die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten und die Risiken für Öltransporte aus der Golfregion sorgen für Unsicherheit.

Am Dienstag, 27. Oktober 2026, lag der Schlusskurs für ein Barrel der Nordseesorte Brent laut Reuters bei 113,88 US-Dollar. Gegenüber dem vorherigen Handelsschluss gab die Notierung um 1,93 US-Dollar nach. Trotz des Rückgangs bewegten sich die Ölpreise weiterhin nahe ihrem höchsten Niveau seit mehreren Monaten.

Eine Woche zuvor hatte der ADAC für den Handelsschluss vom 20. Oktober noch einen Brent-Preis von rund 109 US-Dollar je Barrel genannt. Die Entwicklung verdeutlicht, dass sich der Rohölmarkt zuletzt auf einem hohen Preisniveau bewegte.

Der Rohölpreis allein bestimmt allerdings nicht, was Verbraucher an der Zapfsäule bezahlen. Hinzu kommen unter anderem Kosten für Raffinerien, Transport und Vertrieb sowie Steuern und Abgaben. Auch der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar spielt eine Rolle, da Rohöl international überwiegend in Dollar gehandelt wird.

Schon in früheren Auswertungen hatte der ADAC darauf hingewiesen, dass sich das hohe Kraftstoffpreisniveau nicht vollständig mit den Veränderungen am Rohölmarkt erklären lasse.

Rekordpreise vom September bleiben unerreicht

Trotz der jüngsten Verteuerung von Diesel liegen die aktuellen Durchschnittspreise unter den Höchstständen vom September 2026.

Nach der Monatsauswertung des ADAC war der September der bislang teuerste Tankmonat in Deutschland. Super E10 lag im Monatsdurchschnitt bei 2,266 Euro je Liter. Für Diesel wurde ein Mittelwert von 2,386 Euro ermittelt.

Besonders hohe Tagesdurchschnittspreise verzeichnete der Automobilclub Mitte September. Super E10 erreichte am 16. September einen Wert von 2,314 Euro je Liter. Diesel lag am 17. September bei 2,471 Euro. Beide Werte markierten nach ADAC-Angaben neue Höchststände.

Im Vergleich dazu sind die Preise bis Ende Oktober deutlich zurückgegangen. Dennoch bleibt das Tanken erheblich teurer als zu Jahresbeginn. Im Januar 2026 lag der Monatsdurchschnitt nach ADAC-Daten für Super E10 bei 1,739 Euro und für Diesel bei 1,692 Euro.

Die hohen Septemberwerte zeigen zugleich, wie stark sich die Kraftstoffkosten innerhalb eines Jahres verändern können. Neben den internationalen Rohölnotierungen spielen dabei auch die verfügbaren Raffineriekapazitäten und die Versorgungslage eine Rolle.

Tankrabatt entlastet Verbraucher seit Oktober

Seit dem 1. Oktober gilt in Deutschland erneut eine befristete Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Einschließlich der Mehrwertsteuer entspricht die Entlastung nach ADAC-Angaben rund 17 Cent je Liter. Die Regelung ist bis Ende Dezember 2026 vorgesehen.

Bei seiner Auswertung vom 7. Oktober hatte der ADAC festgestellt, dass die steuerliche Entlastung noch nicht vollständig bei den Verbrauchern angekommen sei. Insbesondere bei Super E10 sah der Automobilclub damals noch Spielraum für niedrigere Preise.

Eine Woche später ging der ADAC davon aus, dass inzwischen ein Großteil der Entlastung beim Benzin an den Zapfsäulen ankomme. Die jüngste Entwicklung zeigt allerdings, dass steuerliche Maßnahmen die übrigen Einflüsse auf die Kraftstoffpreise nicht aufheben.

ADAC empfiehlt Tanken kurz vor Mittag

Unabhängig vom allgemeinen Preisniveau können Autofahrer durch die Wahl des Tankzeitpunkts Geld sparen. Der ADAC empfiehlt derzeit, möglichst kurz vor 12 Uhr zu tanken.

Hintergrund ist die seit April 2026 geltende Regelung, nach der Tankstellen ihre Preise nur einmal täglich um 12 Uhr erhöhen dürfen. Preissenkungen sind dagegen jederzeit möglich.

Auswertungen des ADAC zeigen, dass die Preise kurz vor Mittag häufig ihren niedrigsten Stand erreichen. Anschließend steigen sie deutlich an und gehen im weiteren Tagesverlauf schrittweise zurück.

Zusätzlich empfiehlt der Automobilclub einen Preisvergleich zwischen verschiedenen Tankstellen. Über die App ADAC Drive lassen sich aktuelle Kraftstoffpreise an mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland abrufen.

Gerade angesichts der erheblichen Preisunterschiede zwischen Diesel und Benzin bleibt die Wahl der Kraftstoffsorte für die Kostenentwicklung entscheidend. Während Benzinfahrer zuletzt von sinkenden Preisen profitierten, müssen Dieselfahrer wieder mehr bezahlen.

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