Ölpreis steigt erneut: Benzin und Diesel bleiben in Deutschland teuer

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

Teilen:

Der Iran-Krieg und die zunehmenden Angriffe auf Saudi-Arabien sorgen erneut für steigende Ölpreise. Am Mittwochmorgen, 14. Oktober 2026, kletterte die Nordseesorte Brent auf mehr als 106 US-Dollar pro Barrel. Auch die Spritpreise in Deutschland bleiben hoch, obwohl der Tankrabatt die Kosten zuletzt gesenkt hat. Die historischen Höchststände aus dem September werden derzeit allerdings nicht erreicht.

Anzeige

Aktuelle Spritpreise am 14. Oktober 2026

Nach einer Auswertung des SWR Data Lab auf Grundlage der Preismeldungen von rund 15.000 deutschen Tankstellen lagen die mittleren Kraftstoffpreise am Mittwoch um 5 Uhr bei folgenden Werten:

  • Super E10: 2,12 Euro
  • Super E5: 2,18 Euro
  • Diesel: 2,20 Euro

Die Angaben beruhen auf dem Median der gemeldeten Preise innerhalb der vergangenen 24 Stunden. Sie unterscheiden sich damit methodisch von den bundesweiten Durchschnittswerten des ADAC.

Bei seiner jüngsten veröffentlichten Wochenauswertung vom 7. Oktober hatte der ADAC für Super E10 einen Durchschnittspreis von 2,126 Euro und für Diesel 2,233 Euro ermittelt. Das waren 13,2 beziehungsweise 17,6 Cent weniger als eine Woche zuvor. Hintergrund ist vor allem die seit dem 1. Oktober geltende befristete Senkung der Energiesteuer. Nach Einschätzung des Automobilclubs wurde die Entlastung insbesondere bei Super E10 jedoch noch nicht vollständig weitergegeben.

Anzeige

September brachte historische Rekorde beim Tanken

Trotz der anhaltend hohen Spritpreise liegen die jüngsten Werte unter den bisherigen Rekorden. Nach Angaben des ADAC war der September 2026 der teuerste Tankmonat seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen. Super E10 kostete im Monatsdurchschnitt 2,266 Euro, Diesel sogar 2,386 Euro pro Liter.

Auch die bislang höchsten bundesweiten Tagesdurchschnittspreise wurden im September registriert. Super E10 erreichte am 16. September 2,314 Euro, Diesel am 17. September 2,471 Euro. Der ADAC erklärte zugleich, dass sich die damaligen Kraftstoffpreise nicht vollständig durch die Rohölnotierungen erklären ließen.

Iran-Krieg und Huthi-Angriffe treiben den Ölpreis

An den internationalen Rohstoffmärkten hat sich die Lage inzwischen erneut angespannt. Die Nordseesorte Brent notierte am Mittwoch, 14. Oktober, um 5.45 Uhr deutscher Zeit bei 106,32 US-Dollar pro Barrel. Das entsprach einem Anstieg um 0,6 Prozent. Die amerikanische Ölsorte WTI verteuerte sich gleichzeitig auf 94,80 US-Dollar.

Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor bleibt die Straße von Hormus. Durch die strategisch wichtige Meerenge wird normalerweise ein erheblicher Teil des international gehandelten Erdöls transportiert. Der Krieg mit Iran beeinträchtigt die Schifffahrt und die Ölexporte der Golfstaaten. Die britische Schifffahrtssicherheitsstelle UKMTO bestätigte zuletzt, dass am Dienstag zwei Schiffe in der Meerenge von unbekannten Geschossen getroffen wurden. Wer dafür verantwortlich war, blieb zunächst offen.

Zusätzlich verschärft sich die Auseinandersetzung zwischen Saudi-Arabien und den mit Iran verbündeten Huthi im Jemen. Am Dienstag drohte Huthi-Sprecher Yahya Saree mit weiteren Angriffen auf saudische Ölanlagen und Flughäfen. Beschäftigte und Zivilpersonen wurden aufgefordert, sich von bestimmten Einrichtungen des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco fernzuhalten.

Schäden an saudischer Pipeline belasten die Ölversorgung

Bereits am 11. September hatten Drohnenangriffe Saudi-Arabiens wichtige Ost-West-Pipeline getroffen. Die Leitung verbindet die Ölfördergebiete des Landes mit dem Exporthafen Yanbu am Roten Meer und ermöglicht damit Transporte unter Umgehung der Straße von Hormus.

Nach Informationen von Reuters wurden drei Pumpstationen beschädigt. Saudi-Arabien machte irakische Milizen für die Angriffe verantwortlich. Die Pipeline musste zeitweise stillgelegt werden, nahm ihren Betrieb aber am 22. September wieder auf. Am 6. Oktober bestätigte der saudische Energieminister Abdulaziz bin Salman, dass wieder erhebliche Ölmengen durch die Verbindung transportiert wurden.

Zuletzt geriet auch ein Verwaltungsgebäude von Saudi Aramco in Dhahran unter Beschuss. Das saudische Energieministerium bestätigte am Mittwoch einen begrenzten Brand infolge des Angriffs vom Dienstagabend. Verletzte oder Tote wurden nicht gemeldet. Eine erneute Unterbrechung der Ölförderung durch diesen Vorfall war zunächst nicht bestätigt.

Hoher Rohölpreis erhöht den Druck auf deutsche Tankstellen

Die Entwicklung am Ölmarkt könnte sich auch auf die Kraftstoffpreise in Deutschland auswirken. Wie stark ein Ölpreisanstieg an den Zapfsäulen ankommt, hängt allerdings nicht allein von den internationalen Rohölnotierungen ab. Auch der Euro-Dollar-Wechselkurs, die Raffineriekosten, die Nachfrage nach Kraftstoffen und die Steuerbelastung beeinflussen die Endpreise.

Der seit Oktober geltende Tankrabatt reduziert die Energiesteuer auf Benzin und Diesel einschließlich Mehrwertsteuer rechnerisch um rund 16,7 Cent je Liter. Die Maßnahme ist bis Ende Dezember 2026 befristet. Ob der jüngste Anstieg des Brent-Preises die bisherige Entlastung wieder teilweise aufzehrt, hängt von der weiteren Entwicklung auf den Energie- und Kraftstoffmärkten ab.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu