Spritpreise im Oktober deutlich gesunken: ADAC sieht bei Diesel weiter Nachholbedarf

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Die Spritpreise im Oktober 2026 sind nach den Rekordwerten im September wieder deutlich gesunken. Nach einer aktuellen Auswertung des ADAC wurde Super E10 im Monatsvergleich um 15,2 Cent günstiger, Diesel um 12,5 Cent. Trotz des staatlichen Tankrabatts blieb Diesel erheblich teurer als Benzin. Der Automobilclub kritisiert, dass die steuerliche Entlastung bei Dieselkraftstoff bislang nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben worden sei.

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Spritpreise im Oktober nach Rekordmonat wieder gesunken

Nach Angaben des ADAC kostete ein Liter Super E10 im Oktober bundesweit durchschnittlich 2,114 Euro. Im September waren es noch 2,266 Euro gewesen. Der durchschnittliche Dieselpreis sank von 2,386 Euro auf 2,261 Euro je Liter.

Damit brachte der Oktober eine spürbare Entlastung für Autofahrer. Bei einer Tankfüllung von 60 Litern Super E10 ergab sich gegenüber September eine rechnerische Ersparnis von 9,12 Euro. Bei derselben Menge Diesel waren es 7,50 Euro.

Allerdings blieb der Preisunterschied zwischen beiden Kraftstoffsorten erheblich. Diesel kostete im Oktober durchschnittlich 14,7 Cent mehr als Super E10. Im September hatte die Differenz noch bei zwölf Cent gelegen. Damit vergrößerte sich der Abstand trotz der gesunkenen Preise.

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ADAC kritisiert Dieselpreise trotz Tankrabatt

Der ADAC führt den Preisrückgang wesentlich auf die seit dem 1. Oktober geltende Senkung der Energiesteuer zurück. Nach Einschätzung des Automobilclubs wurde der rechnerische Steuervorteil bei Super E10 im Monatsdurchschnitt größtenteils an die Verbraucher weitergegeben.

Anders beurteilt der ADAC die Entwicklung beim Diesel. Hier sei die Entlastung nur teilweise angekommen. Der Club fordert deshalb, dass Mineralölunternehmen den steuerlichen Vorteil konsequenter an ihre Kunden weitergeben.

Die unterschiedlichen Preisentwicklungen lassen sich allerdings nicht ausschließlich mit der Steuersenkung erklären. Neben den Steuern beeinflussen auch Rohölpreise, Raffineriekosten, Wechselkurse sowie Angebot und Nachfrage auf den internationalen Kraftstoffmärkten die Endpreise.

Der ADAC hält das allgemeine Preisniveau weiterhin für zu hoch und nicht vollständig nachvollziehbar.

Energiesteuersenkung gilt bis Ende Dezember 2026

Die Bundesregierung hatte die zeitlich befristete Entlastung im September auf den Weg gebracht. Am 25. September beschloss der Bundestag die entsprechende Gesetzesänderung mit 434 Ja-Stimmen und 128 Gegenstimmen. Auch der Bundesrat stimmte der Regelung zu.

Seit dem 1. Oktober gelten für Benzin und Diesel um jeweils 14,04 Cent je Liter reduzierte Energiesteuersätze. Weil dadurch zugleich weniger Umsatzsteuer anfällt, beträgt der rechnerische Vorteil für Verbraucher insgesamt rund 17 Cent pro Liter.

Die Regelung ist zunächst auf drei Monate begrenzt und endet nach geltender Gesetzeslage am 31. Dezember 2026. Auch bestimmte Kraftstoffe, die steuerlich Benzin oder Diesel gleichgestellt sind, werden erfasst. Dazu zählt beispielsweise HVO, ein erneuerbarer Dieselkraftstoff.

Nach Angaben der Bundesregierung soll das Entlastungspaket Bürger und Unternehmen insgesamt um rund 2,5 Milliarden Euro entlasten. Die Länder beteiligen sich über einen Umsatzsteuerfestbetrag mit 1,25 Milliarden Euro.

Hintergrund der Maßnahme sind die erheblich gestiegenen Energiepreise und ihre wirtschaftlichen Folgen. Die Bundesregierung verweist insbesondere auf die Belastungen für private Haushalte sowie Unternehmen aus Handwerk und Logistik.

Benzin und Diesel deutlich teurer als im Oktober 2025

Der Rückgang gegenüber September ändert nichts daran, dass Kraftstoffe erheblich teurer sind als ein Jahr zuvor.

Im Oktober 2025 hatte Super E10 nach der ADAC-Statistik durchschnittlich 1,672 Euro je Liter gekostet. Im Oktober 2026 waren es 2,114 Euro. Das entspricht einem Anstieg um 44,2 Cent innerhalb eines Jahres.

Bei Diesel fällt der Unterschied noch größer aus. Der durchschnittliche Literpreis lag im Oktober 2025 bei 1,589 Euro. Ein Jahr später mussten Autofahrer 2,261 Euro bezahlen. Damit verteuerte sich Diesel im Jahresvergleich um 67,2 Cent je Liter.

Für eine Tankfüllung von 60 Litern bedeutet das rechnerisch Mehrkosten von 26,52 Euro bei Super E10 und 40,32 Euro bei Diesel.

Auch gegenüber dem Jahresbeginn sind die Preise deutlich gestiegen. Im Januar 2026 hatte Super E10 nach ADAC-Angaben noch durchschnittlich 1,739 Euro gekostet, Diesel 1,692 Euro.

Die aktuelle Entlastung durch den Tankrabatt gleicht somit nur einen Teil der Preissteigerungen aus, die Autofahrer im Laufe des Jahres hinnehmen mussten.

Regionale Preisunterschiede erreichen mehrere Cent pro Liter

Neben den bundesweiten Durchschnittswerten zeigen sich erhebliche regionale Unterschiede. Das geht aus der Monatsauswertung des Verbraucherinformationsdienstes Clever Tanken hervor, der die Kraftstoffpreise in den 20 größten deutschen Städten miteinander verglichen hat.

Bei Super E10 war Stuttgart im Oktober mit durchschnittlich 2,0724 Euro je Liter die günstigste Stadt dieser Auswertung. Es folgten München mit 2,0728 Euro und Nürnberg mit 2,0788 Euro.

Am teuersten war Super E10 dagegen in Bielefeld. Dort lag der durchschnittliche Literpreis bei 2,1643 Euro. Dahinter folgten Wuppertal mit 2,1552 Euro und Köln mit 2,1507 Euro.

Zwischen Stuttgart und Bielefeld bestand damit ein Preisunterschied von rund 9,2 Cent je Liter. Bei vier Tankfüllungen mit jeweils 60 Litern summierte sich die Differenz auf ungefähr 22 Euro.

Auch bei Diesel gab es regionale Abweichungen. Nürnberg war unter den untersuchten Großstädten mit durchschnittlich 2,2502 Euro je Liter am günstigsten. München und Leipzig folgten mit 2,2520 beziehungsweise 2,2545 Euro.

Die höchsten durchschnittlichen Dieselpreise ermittelte Clever Tanken in Wuppertal mit 2,3033 Euro, gefolgt von Köln mit 2,3015 Euro und Dortmund mit 2,2928 Euro je Liter.

Die Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf die untersuchten Großstädte und stellen keine vollständige Rangliste sämtlicher Tankstellen in Deutschland dar.

Dieselpreise stiegen gegen Ende Oktober wieder

Die monatlichen Durchschnittspreise verdecken teilweise erhebliche Schwankungen innerhalb einzelner Wochen.

Nach ADAC-Angaben war Super E10 am 13. Oktober mit einem bundesweiten Tagesdurchschnitt von 2,151 Euro besonders teuer. Der niedrigste Wert wurde am 30. Oktober mit 2,068 Euro registriert.

Bei Diesel entwickelte sich der Preis dagegen anders. Am 7. Oktober lag der Tagesdurchschnitt mit 2,226 Euro auf dem niedrigsten Stand des Monats. Am 27. Oktober erreichte er mit 2,289 Euro den höchsten Wert.

Der ADAC stellte in seiner Wochenauswertung vom 28. Oktober ebenfalls eine gegenläufige Entwicklung fest. Während Super E10 innerhalb einer Woche um 2,6 Cent günstiger wurde, verteuerte sich Diesel um 3,4 Cent.

Zu diesem Zeitpunkt kostete Super E10 im Bundesdurchschnitt 2,084 Euro, Diesel dagegen 2,289 Euro. Der Abstand lag damit bei mehr als 20 Cent je Liter.

Internationale Energiemärkte belasten vor allem Diesel

Ein wesentlicher Einflussfaktor für die hohen Preise bleibt die Situation auf den internationalen Energiemärkten.

Der ADAC verwies Ende Oktober auf einen gestiegenen Rohölpreis. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am 27. Oktober etwas mehr als 109 US-Dollar. Zugleich bezeichnete der Automobilclub die Lage auf den internationalen Dieselmärkten als angespannt.

Auch die zunehmende Heizölnachfrage während der kälteren Jahreszeit wirkt sich auf die Dieselpreise aus. Diesel und Heizöl gehören zu den sogenannten Mitteldestillaten und werden bei der Verarbeitung von Rohöl aus eng verwandten Produktfraktionen gewonnen.

Eine steigende Heizölnachfrage kann deshalb den Wettbewerb um verfügbare Raffinerieprodukte verstärken und zusätzlichen Preisdruck auf Diesel ausüben.

Clever Tanken verweist außerdem auf Beeinträchtigungen der internationalen Kraftstoffversorgung durch den Krieg im Nahen Osten sowie Angriffe auf russische Raffinerien. Diese Entwicklungen belasteten nach Einschätzung des Unternehmens das Angebot an Diesel und anderen Mineralölprodukten.

Weitere Maßnahmen gegen hohe Spritpreise geplant

Die Bundesregierung hat neben der befristeten Steuersenkung weitere Schritte angekündigt. Nach ihrem Beschluss vom 18. September sollen Gespräche mit der Mineralölwirtschaft über einen möglichen Spritpreisdeckel geführt werden.

Als Vorbilder wurden die Preisregulierungen in Luxemburg und Belgien genannt. Ziel der Bundesregierung ist eine entsprechende Regelung möglichst ab dem 1. Januar 2027. Ein solcher Preisdeckel ist jedoch noch nicht als geltende Maßnahme beschlossen.

Für Verbraucher bleibt unterdessen der Vergleich der Tankstellenpreise eine Möglichkeit, die Kraftstoffkosten zu begrenzen. Nach Angaben des ADAC lassen sich die Preise von mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland über digitale Vergleichsangebote abrufen.

Der Oktober hat damit zwar eine deutliche Verbilligung von Benzin und Diesel gebracht. Trotz Tankrabatt liegen die Kraftstoffpreise aber weiterhin erheblich über dem Vorjahresniveau. Besonders bei Diesel sieht der ADAC zusätzlichen Spielraum für eine Entlastung der Autofahrer.

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