Bundeswehr bekommt erste Virtus-Systeme für Brigade in Litauen

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

Die Bundeswehr steht vor der Auslieferung der ersten Loitering Munition des Berliner Herstellers STARK Defence. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben in Kürze mit der Übergabe seiner Virtus-Systeme beginnen. Die erste Charge ist für die deutsche Panzerbrigade 45 in Litauen vorgesehen und hat nach aktuellen Angaben einen Wert von rund 275 Millionen Euro. Einen genauen Liefertermin nannte STARK zunächst nicht.

Erste Lieferung soll bald beginnen

STARK-Manager Josef Kranawetvogl erklärte am Mittwoch auf der Rüstungsmesse Euro Defence Expo in Essen, dass die ersten Systeme bald an die Bundeswehr ausgeliefert werden sollen. Zur Stückzahl dieser Charge machte er keine neue Angabe.

Die Beschaffung selbst war bereits im Februar auf den Weg gebracht worden. Der Haushaltsausschuss des Bundestages billigte am 25. Februar den Rahmenvertrag, einen Tag später wurde er geschlossen. Für die erste Festbeauftragung waren zuvor rund 2.200 Virtus-Systeme im Wert von knapp 269 Millionen Euro genannt worden. Die nun von STARK genannte Summe von 275 Millionen Euro liegt etwas darüber. Eine nähere Erklärung für die Differenz wurde zunächst nicht bekannt.

Milliardenrahmen bedeutet keine automatische Milliardenbestellung

Der Rahmenvertrag mit STARK hat ein maximales Volumen von rund 2,9 Milliarden Euro. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Bundeswehr bereits Systeme in dieser Höhe verbindlich abgenommen hat.

Der Haushaltsausschuss hat die Beschaffung mit parlamentarischen Sicherungen versehen. Ohne eine erneute Billigung dürfen über die erste Festbeauftragung hinaus keine weiteren Abrufe erfolgen. Zudem wurde das zunächst ohne erneute Zustimmung nutzbare Volumen auf einen Gesamtauftragswert von einer Milliarde Euro begrenzt. Für darüber hinausgehende Beschaffungen müssen unter anderem Bedarf, Preise und Leistungsnachweise erneut vorgelegt werden.

Virtus fliegt mehr als 130 Kilometer weit

Die STARK Defence Virtus Drohnen für die Bundeswehr gehören zur sogenannten Loitering Munition. Anders als reine Aufklärungsdrohnen tragen diese Systeme einen Gefechtskopf. Sie können zunächst in einen Einsatzraum fliegen, dort nach möglichen Zielen suchen und anschließend ein ausgewähltes Ziel angreifen.

Nach den aktuellen technischen Angaben von STARK liegt die Reichweite der Virtus bei mehr als 130 Kilometern. Die Einsatzdauer beträgt bis zu 75 Minuten. Das System startet senkrecht und benötigt deshalb weder Katapult noch Startrohr. STARK gibt für die modulare Nutzlast ein Gewicht von bis zu fünf Kilogramm an.

Bei der Bundeswehr sollen solche Systeme KI-gestützt mögliche Ziele erkennen und vorsortieren können. Die Entscheidung über den Waffeneinsatz bleibt nach Angaben der Streitkräfte jedoch beim Menschen. Eine autonome Bekämpfung ohne Freigabe eines Bedieners ist für die Bundeswehr nicht vorgesehen.

Brigade 45 in Litauen erhält die Systeme zuerst

Erster Schwerpunkt der neuen Fähigkeit ist die Panzerbrigade 45 in Litauen. Die Bundeswehr baut dort einen Aufklärungs- und Wirkverbund auf, in dem Aufklärungsdrohnen, Führungssoftware und Loitering Munition miteinander vernetzt werden. Erkannte Ziele sollen dadurch schneller an geeignete Wirkmittel übergeben werden können.

Für den Einsatz der neuen Systeme wurde erstmals eine eigene Batterie für Loitering Munition aufgestellt. Sie soll als 5. Batterie des Artilleriebataillons 455 zur Panzerbrigade 45 gehören und ab 2027 in Litauen eingesetzt werden. Soldaten dieser Einheit waren bereits an den Erprobungen der neuen Technik beteiligt.

Die dauerhaft in Litauen stationierte Panzerbrigade ist ein zentraler deutscher Beitrag zur NATO-Verteidigung an der Ostflanke. Die Bundesregierung plant, den Verband bis Ende 2027 vollständig einsatzbereit und ausgestattet zu haben.

Bundeswehr setzt auf drei Hersteller

STARK ist nicht der einzige Lieferant der neuen Waffenkategorie. Die Bundeswehr schloss im Februar auch einen Vertrag mit Helsing für dessen System HX-2. Im April folgte Rheinmetall als dritter Anbieter. Damit setzt die Bundeswehr bei Loitering Munition bewusst auf mehrere Hersteller.

Die Panzerbrigade 45 soll als erster Verband ein komplettes Paket dieser Systeme erhalten. Mit dem nun angekündigten Beginn der Virtus-Auslieferung nähert sich die Beschaffung erstmals dem regulären Einsatz in der Truppe. Wann die ersten STARK-Systeme tatsächlich an die Soldaten übergeben werden und wann die komplette erste Charge ausgeliefert ist, wurde zunächst nicht konkretisiert.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu