
Starlink Mobilfunk in Deutschland rückt näher. SpaceX will seinen Satellitendienst langfristig zu einem umfassenden Mobilfunkangebot ausbauen und damit stärker mit klassischen Netzbetreibern konkurrieren. Die zunächst auf den US-Markt ausgerichteten Pläne könnten auch für Deutschland wichtig werden. Hier arbeitet Starlink bereits mit der Deutschen Telekom zusammen. Ab Anfang 2028 sollen geeignete Smartphones in Gebieten ohne terrestrische Netzabdeckung direkt eine Verbindung zu Satelliten herstellen können.
Der Ausbau geht deutlich über das bisherige Angebot für Haushalte hinaus. Bislang benötigen Privatkunden für den Internetzugang über Starlink eine spezielle Antenne. Beim geplanten Mobilfunkdienst soll dagegen das Smartphone selbst Kontakt zu den Satelliten aufnehmen. Zusätzliche Empfangsgeräte wären für diese Anwendung nicht erforderlich.
SpaceX hat seine Pläne für den Einstieg in das Mobilfunkgeschäft Anfang August 2026 konkretisiert. Das Unternehmen will Starlink nicht mehr nur als Ergänzung für Regionen ohne Mobilfunkempfang positionieren. Geplant ist ein Dienst, der Satellitenverbindungen mit terrestrischer Infrastruktur kombiniert und perspektivisch auch Kunden klassischer Mobilfunkanbieter gewinnen soll.
Eine wichtige Grundlage bilden Mobilfunkfrequenzen, die SpaceX in mehreren Geschäften vom US-Unternehmen EchoStar erworben hat. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters beläuft sich der Gesamtwert der Vereinbarungen auf rund 19,6 Milliarden US-Dollar. Die Frequenzen betreffen den amerikanischen Markt. Sie zeigen jedoch, dass SpaceX erheblich in den Ausbau von Starlink für Smartphones investiert.
In Deutschland soll die Starlink Telekom Kooperation zunächst vor allem bestehende Funklöcher schließen. Die Deutsche Telekom plant, den satellitengestützten Dienst Anfang 2028 auch in Deutschland und mehreren weiteren europäischen Märkten einzuführen. Kompatible Smartphones sollen sich im Freien automatisch mit einem Satelliten verbinden, wenn kein klassisches Mobilfunknetz verfügbar ist.
Vorgesehen sind Nachrichten, Telefonate und Datendienste. Die Technik soll beispielsweise in ländlichen Regionen, Naturschutzgebieten oder schwer erreichbaren Landschaften helfen, in denen zusätzliche Mobilfunkmasten nicht gebaut werden können. Welche Smartphone-Modelle und Tarife zum Start unterstützt werden, steht bislang nicht fest. Auch konkrete Angaben zur verfügbaren Geschwindigkeit hat die Telekom noch nicht veröffentlicht.
Trotz der weitreichenden Ankündigungen dürfte Starlink für Smartphones klassische Mobilfunknetze vorerst nicht vollständig ersetzen. Satellitenverbindungen können große Flächen erreichen, verfügen aber nicht über dieselbe Kapazität wie eng ausgebaute Mobilfunknetze in Städten. Gebäude, Bäume und andere Hindernisse können den direkten Kontakt zwischen Smartphone und Satellit zusätzlich erschweren.
Auch Branchenanalysten rechnen deshalb nicht mit einer kurzfristigen Verdrängung der großen Netzbetreiber. Wahrscheinlicher ist zunächst eine Ergänzung bestehender Netze. In Regionen ohne Empfang könnte Starlink eine Verbindung ermöglichen, während Daten in Städten weiterhin über Antennen am Boden übertragen werden. Langfristig will SpaceX jedoch offenbar auch ein eigenes terrestrisches Angebot aufbauen.
Unabhängig von den Mobilfunkplänen ist Starlink Deutschland bereits als Internetanbieter aktiv. Privathaushalte können den Satellitendienst derzeit ab 35 Euro pro Monat buchen. Je nach Tarif werden höhere Übertragungsraten und eine bevorzugte Behandlung im Netz angeboten. Hinzu kommen Kosten für die benötigte Starlink-Antenne, wobei Preise und Aktionen regional unterschiedlich ausfallen können.
Weltweit wächst der Dienst weiter. SpaceX meldete für das zweite Quartal 2026 rund zwölf Millionen Starlink-Kunden. Die Zahl hatte sich damit innerhalb eines Jahres ungefähr verdoppelt. Der Starlink-Umsatz stieg nach Unternehmensangaben um 66 Prozent und machte mehr als die Hälfte des gesamten SpaceX-Umsatzes aus.
Starlink wird in Deutschland nicht nur für private Anschlüsse wichtiger. Die Telekom bietet seit April 2026 einen Starlink-basierten Dienst für größere Unternehmen und öffentliche Einrichtungen an. Er ist für Standorte vorgesehen, an denen Glasfaser und Mobilfunk nicht ausreichend verfügbar sind oder eine zusätzliche Verbindung als Ausfallsicherung benötigt wird.
Auch die Lufthansa Group setzt auf die Technik. Der Einbau von Starlink soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen. Bis 2029 will der Konzern seine gesamte Flotte mit schnellem Internet ausstatten. Damit entwickelt sich Starlink vom Anschluss für abgelegene Gebäude zunehmend zu einer Infrastruktur für Smartphones, Unternehmen, Behörden und den Luftverkehr.
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